Dezente Upgrades für Optik, Innenraum, Assistenz und Fahrwerk

Die dritte Mini-Generation ist seit 2014 auf dem Markt und seitdem hat sich nicht wirklich viel an dem knuffigen Drei- oder Fünftürer geändert. Für 2021 hat Mini nun aber Hand an seine Modelle gelegt und ein mittelgroßes Update vorgestellt. Zeit für uns, sich mal wieder hinter das Steuer eines Mini Cooper S zu setzen.

Was gibt's für Optik-Neuigkeiten?

Auf den ersten Blick dürften Menschen, die Mini eher gleichgültig gegenübertreten, fragen: Wo finde ich nun dieses Facelift? Fans der Marke entdecken natürlich sofort, dass – wie aktuell im BMW-Konzern ziemlich üblich – der Grill etwas größer geworden ist und er mit einer neuen Hexagonal-Umrahmung versehen wurde. Dazu erhalten die Front sowie das Heck mehr Anbauteile in Wagenfarbe und serienmäßige LED-Beleuchtung mit serienmäßigem Union Jack hinten.

Mini Cooper S 5-Türer (2021)
Mini Cooper S 5-Türer (2021)
Mini Cooper S 5-Türer (2021)

Eine neue Schürze, neue Lackfarben und neue Felgen in 17 und 18 Zoll sind ebenfalls im Optik-Update enthalten. Laut Mini sollen die Änderungen den verspielten Wagen so etwas simpler und moderner wirken lassen. Ob ein Mini überhaupt irgendwie simpel wirken kann, sei einmal dahingestellt. Wir finden, dass eigentlich überall am Exterieur noch recht viel los ist.

Konträr wirkt auch das neue "Multitone-Roof". Damit bietet Mini nun einen Farbverlauf fürs Dach an. Ob Ihnen das alles gefällt, können Sie anhand der Bilder natürlich selbst entscheiden. Der Zielgruppe dürfte der schicke Style-Schub mit mehr Farbe aber sicher gefallen.

Und wie siehts im Innenraum aus?

Analog zum Exterieur fallen auch im Interieur die Optimierungen erst auf den zweiten Blick auf. Beispielsweise die neuen Oberflächen, die etwas anders eingefassten Lüftungsdüsen, Ambientelicht mit neuen Umfängen, neue Sitzfarben und ein neu gestaltetes Lenkrad mit Heizung.

Wie Sie sehen: Neu erfindet Mini den Innenraum nicht wirklich. Es bleibt also bei zahlreichen Knöpfen, Schaltern, Hebeln und auch wenn das 8,8-Zoll-Display in der Mittelkonsole neu eingefasst wurde, kann der Hersteller auf den iDrive-ähnlichen Drehregler zur Bedienung nicht verzichten. 

Am auffälligsten ist da noch das neue 5-Zoll-Instrumentendisplay, das wir schon aus den John-Cooper-Works-Modellen und dem elektrischen Cooper SE kennen. Es ist sehr einfach gehalten, visualisiert alle nötigen Informationen und ersetzt die analogen Instrumente. Ganz nett. Aber irgendwie unpassend für den sonst so analogen Innenraum. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob ein auf Fahrspaß ausgelegtes Auto mit Go-Kart-Ambitionen den neuesten Technik-Klimbim braucht, aber die eine oder andere Digitalisierung hätten wir schon gut gefunden.

Mini Cooper S 5-Türer (2021)
Mini Cooper S 5-Türer (2021)

Vor allem, wenn es um Assistenzsysteme geht. Hier sah es im Mini bislang nämlich eher mau aus ... und ... wirklich umfangreicher wird die Sicherheitsausstattung auch im Zuge des Facelifts nicht.

Okay, die Parkbremse ist jetzt elektrisch, die Geschwindigkeitsregelanlage kann nun automatisch den Abstand einhalten und wurde um eine Start-Stop-Funktion erweitert, aber ein Spurhalteassistent mit Lenkeingriff hätten wir besser gefunden als nur einen Spurverlassenswarner mit vibrierendem Lenkrad.

Wie fährt sich das Facelift nun?

Vorneweg sei gesagt, dass sich Mini bei Antriebsanpassungen ebenfalls dezent zurückgehalten hat. Egal ob Sie nun einen One First, einen One oder einen Cooper fahren: Der 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 75, 102 oder 136 PS blieb unangetastet. Bei unserem fünftürigen Cooper S-Testwagen mit 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 178 PS sieht es fast genauso aus. Hier wurden 14 PS entfernt.

Die Kraft geht über eine Siebengang-Automatik mit Doppelkupplung an die Vorderräder. Eine Sechsgang-Schaltung wäre serienmäßig. Wir erreichten einen Testverbrauch von 8,3 Liter. Wir haben uns aber auch keine Mühe gegeben. Eine "7" an erster Stelle ist locker möglich. Mit viel Geduld und Windschatten wohl auch eine "6".

Mini Cooper S 5-Türer (2021)

Dementsprechend ändert sich an der Antriebsdynamik ... nichts. Der Klang des Aggregats ist immer noch nett anzuhören, auch wenn wir die rotzige Note weiterhin vermissen. Die Sport-Automatik könnte etwas flotter reagieren, um ihrem Namen gerecht zu werden.

Selbst wenn wir von der D- in die S-Gasse wechseln, ist uns die Gedenksekunde einfach eine Sekunde zu lang und nicht direkt genug. Ist dann endlich der richtige Gang eingelegt, ist aber massig Durchzug vorhanden. Sodass das ESP (besonders bei nasser oder feuchter Fahrbahn) nur allzu gerne seine regulatorischen Muskeln spielen lässt.

Wenn sich der Antriebsstrang also nicht unbedingt mit Direktheit bekleckert, tut dies die Lenkung schon. Oder immer noch. Oder wie auch immer. Jedenfalls ist dieses Bauteil der Grund, wieso wir weiterhin die Go-Kart-Ambitionen von Mini für dieses Modell unterschreiben können.

Denn das Gewicht lässt sich einfach nicht wegdiskutieren. Auch beim Cooper S nicht. Und der Punkt, ab wann die Vorderachse quietschend in den Untersteuermodus schaltet, ist gegenüber dem JCW einfach erschreckend verfrüht.

Neu? Das Adaptiv-Fahrwerk, das laut Mini "eine optimierte Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort bietet". Während sich beim Durchwählen der einzelnen Fahrmodi (Sport, Mid, Green) also nicht nur die Kräfte im Lenkrad ändern und die Schaltlogik der Automatik angepasst werden, passt der Mini auch noch seine Dämpfer an.

Den Satz aus der Pressemeldung können wir allerdings nur bedingt bestätigen. Ja, es gibt eine Balance. Allerdings ist diese eher in Richtung Mittelmaß gepolt. Egal, welcher Modus. Das Fahrwerk bleibt zu weich für wirklich sportliche Ambitionen und zu straff für das alltägliche Überqueren von Kanaldeckeln oder Schlaglöchern.

Fazit: 7,5/10

Wenn der Mini 5-Türer als Cooper S vor dem Facelift nicht für Sie in Frage gekommen ist, wird die Überarbeitung nichts an Ihrer Einstellung ändern können. Neue Farben, veränderte Optik und etwas mehr Serienmäßigkeit machen eben keinen neuen Mini.

Die durchgeführten Updates sind allerdings solide gemacht und wenn sie auf die neusten Technik-Features verzichten können, wird der Cooper S Ihrem sportlich-straffen Lifestyle-Leben auch als 5-Türer immer noch gerecht. Nur jetzt eben noch hipper. Wenn Sie die zwei Zusatzeinstiege aber nicht brauchen, machen Sie zum Vergleich mal eine Probefahrt mit dem günstigeren und wendigeren 3-Türer.

Bildergalerie: Mini Cooper S 5-Türer (2021) im Test

Mini Cooper S 5-Türer

Motor 1.998 ccm, 4-Zylinder-Turbobenziner
Getriebeart 7-Gang-Automatik
Antrieb Frontantrieb
Leistung 131 kW (178 PS)
Max. Drehmoment 280 Nm bei 1.350 - 4.200 U/min
Leergewicht 1.355 kg
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,7 - 6,8 s
Länge 4.036 mm
Breite 1.727 mm
Höhe 1.425 mm
Verbrauch 6,2 - 6,8 l/100km (WLTP) / Testverbrauch: 8,3 l/100km
Emission 147 - 134 g/km (WLTP)
Basispreis 27.600 Euro / 29.950 Euro mit Sport-Automatikgetriebe