Ist das SUV eine Alternative zu BMW und Co.?

Sind teurere Produkte automatisch besser? Muss man mehr Geld ausgeben, nur weil bestimmte Fahrzeughersteller mit mehr Prestige locken? Vielleicht haben Sie auch schon einen ähnlichen Fall im persönlichen Umfeld gehabt: Eine Bekannte ist langjährige BMW-Fahrerin, doch ihr 1er leidet zunehmend an Altersschwäche. Gleichzeitig fährt sie oft Langstrecke und in die Berge. Also erscheint ein SUV mit Diesel und Allrad für sie ideal. So ein X1 hätte was, meinte sie … bis ich im aktuellen Mazda CX-5 aufgekreuzt bin.

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Andere Väter haben auch schöne Töchter – diese Devise können wir nach einem ersten Rundgang um den noch ziemlich frischen CX-5 feststellen. Besonders die Frontpartie mit viel Chrom am Grill und schmalen Scheinwerfern kann sich sehen lassen. Dazu passt die Mazda-typische, sehr rote Metalliclackierung namens „Magmarot“ für 900 Euro Aufpreis.

Etwas langweiliger wird es am Heck des CX-5, dort verlieren sich kleine Leuchten in viel Blech. Trotzdem haben die Mazda-Designer einen guten Job gemacht. Mit 4,55 Meter ist der CX-5 nur elf Zentimeter länger als ein BMW X1, wirkt aber auf den Betrachter wie ein deutlich größerer X3.

Geräumig genug für Skifahrer

Aussehen ist das eine, innere Werte sind das andere. Also öffne ich die in der Topausstattung „Sports-Line“ serienmäßige elektrische Heckklappe. Ein 494 Liter großer Gepäckraum empfängt uns, nach dem Umlegen der hinteren Lehnen sind es üppige 1.608 Liter. Praktisch: Die Lehnen haben einen integrierten Gurthalter, damit gibt es also kein Gefummel. Zudem sorgen Hebel im Kofferraum fürs Umklappen. Schön und gut, aber wie ist es mit einem Paar Skier, werde ich gefragt. Bitte sehr, machen wir den Praxistest: 1,91 Meter beträgt die Länge bis zur ersten Sitzreihe. Kein Problem für die Bretter, zumal die Lehnen im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Da reicht der schmale mittlere Teil und es können noch zwei Skikameraden hinten mitfahren.

Falls Sie, werte Leser, lieber Anhänger ziehen: Zwei Tonnen kann der Mazda CX-5 mit Diesel an den Haken nehmen. Aber zurück zu den inneren Werten: Im Fond des CX-5 gibt es keinen Grund zur Klage, hier fühlen sich selbst lange Kerls wohl.

Fein gemachtes Cockpit

Das Highlight wartet aber in der ersten Reihe: Ein schön reduziertes Cockpit mit hoher Funktionalität. Dazu eine vorzügliche Verarbeitung plus Ledertapezierung des Armaturenbretts. Wer auch auf Leder sitzen möchte, zahlt 1.900 Euro extra. Spontan erinnert in der CX-5-Kommandozentrale einiges an BMW, etwa der schmale Navi-Bildschirm und der Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole. Die Bedienung geht einfach von der Hand, das nur für die Topausstattung erhältliche Head-up-Display mit Projektion in die Frontscheibe (990 Euro im Paket) setzt das Sahnehäubchen.

Bis hierhin ist der Mazda CX-5 picobello, aber wie steht es mit den Fahreigenschaften des 175 PS starken Diesels? Er kann schaltfaul bewegt werden, schon kurz oberhalb von 1.000 Umdrehungen kommt der Motor gut aus den Puschen. Nicht ganz so exakt wie sonst von Mazda gewohnt ist das Schaltgetriebe, hier kann die 1.800 Euro teure Sechsstufen-Automatik eine Option sein. Die Lenkung könnte nach meinem Geschmack noch etwas präziser arbeiten. Leider schmälern die beim Top-Diesel immer serienmäßigen 19-Zöller den Abrollkomfort. Schade, dass Mazda hier dem Kunden keine Wahl lässt.

Top-Diesel jetzt mit mehr Leistung

Apropos Kunden: 175 PS werden Sie im CX-5 künftig gar nicht mehr bekommen, denn Mazda hat seinen Top-Diesel aufgemöbelt. Der 2,2-Liter-Vierzylinder ist zwar wie bisher ausschließlich mit Allradantrieb erhältlich, erhält aber mehr Leistung. 184 PS sind es nun, hinzu kommen 445 Newtonmeter Drehmoment, ein Plus von 25 Newtonmeter. Ein feiner Zug der Japaner, doch in Zeiten von Diesel-Panik viel entscheidender: Der Motor erfüllt dank eines SCR-Kats mit Harnstoffeinspritzung die neueste Abgasnorm Euro-6d-Temp.

Der Vergleich zwischen den Preislisten zeigt: Mazda ruft jetzt 39.390 Euro für den handgeschalteten Top-Diesel auf, ein Plus von exakt 1.000 Euro. Schluck! Kein Grund zur Panik: Neben der Mehrleistung ist nun auch ein 360-Grad-Monitor für noch einfacheres Parken im Preis inklusive. Optionen gibt es für die einzige Ausstattung namens Sport-Line kaum noch: adaptiver Tempomat und Head-up-Display im Paket, Metallic-Lackierung, Glas-Schiebedach, Ledersitze. Fertig.

Noch ein kurzer Blick nach München: Dort steht der BMW X1 xDrive20d mit 190 PS und serienmäßiger Achtgang-Automatik mit 42.200 Euro in der Liste. Das wären ziemlich genau 1.000 Euro mehr als der Mazda CX-5 kostet. Doch wehe, man bringt den Konfigurator zum Glühen: Fürs Mazda-Niveau sind fast 55.000 Euro nötig.

Fazit: 8 von 10 Sternen

Warum BMW kaufen, wenn es Mazda gibt? Der CX-5 zeigt exemplarisch, welches Niveau die Marke erreicht hat. Positiv sind der neue, saubere 184-PS-Diesel und das gute Preis-Leistungsverhältnis. Das kann sich sehen lassen – im doppelten Sinne.

+ gutes Platzangebot, reichhaltige Ausstattung, praktische Detaillösungen
- den Top-Diesel gibt es nur in der höchsten Ausstattungslinie

Mazda CX-5 Skyactiv-D 175 Sports-Line

Motor Vierzylinder-Turbodiesel, 2.191 ccm
Leistung 129 kW / 175 PS bei 4.500 U/min
Drehmoment 420 Nm bei 2.000 U/Min
Getriebeart Sechsgang-Schaltung
Antrieb Allradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h 9,0 s
Höchstgeschwindigkeit 208 km/h
Verbrauch 5,4 Liter/100 km
CO2-Emission 142 g/km
Länge 4.550 mm
Breite 1.840 mm
Höhe 1.680 mm
Kofferraumvolumen 506 - 1.620 l
Leergewicht 1.595 kg
Zuladung 548 kg
Anhängelast 2.000 kg
Basispreis 39.390 Euro (mit 184 PS)

Mazda CX-5 Skyactiv-D 175 AWD im Test