Euro-4-Diesel mit Partikelfilter im Test

Der Partikelfilter für Diesel ist auf dem Vormarsch. Nach dem 607, dem 307 und weiteren Peugeot-Modellen kommt nun mit dem 206 HDi FAP 110 der erste Kleinwagen mit Diesel-Partikelfilter auf den Markt. Wohlgemerkt: der erste Kleinwagen mit Filter weltweit. Wir haben erste Fahreindrücke von dem Auto für Sie gesammelt.

109 PS und 240 Newtonmeter
Drei Selbstzünder gibt es nun im 206-Programm: Neben dem 1,6-Liter-Diesel in unserem 109 PS starken Testwagen sind das ein 1,4-Liter-Aggregat mit 68 PS und ein 2,0-Liter-Motor mit 90 PS. Äußerlich erkennbar ist der 206 HDi FAP 110 an einem roten ,i" im Modellschriftzug am Heck. Der Vierventiler mit Common-Rail-Einspritzung bringt den 1,1 Tonnen schweren 206 in 11,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 190 km/h.

Reifenquietschen
Die schon recht beeindruckenden Fahrleistungszahlen werden vom subjektiven Empfinden noch getoppt. Schon ab 1.800 U/min, und dann erst recht ab 2.000 U/min lässt der kleine Franzose richtig die Kuh fliegen. Das Schöne daran: Man fühlt die Beschleunigung auch wirklich. Der Fahrer wird in den Sitz gedrückt, und der kleine Peugeot zieht ab. Da quietschen schon mal die Reifen – auch wenn die Temperaturen nicht hochsommerlich sind. Ganz so gut lärmgedämmt wie im 307 ist der 109-PS-Motor nicht. Dennoch hält sich der kräftige Diesel akustisch einigermaßen im Hintergrund. Auch auf der Autobahn fährt sich das Modell gut: 170 km/h sind eine angenehme Reisegeschwindigkeit, aber auch die Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h wird ohne Probleme erreicht. Allenfalls macht sich das für solche Geschwindigkeiten etwas weiche Fahrwerk negativ bemerkbar: Beim hektischen Fahrbahnwechsel schwankt das Auto etwas.

Schalthebel ohne Probleme
Das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe zeigt leichte Einflüsse vom Antrieb: Beim Gasgeben und beim Gaswegnehmen wackelt der Schalthebel etwas hin und her. Ansonsten fühlt er sich gut an und lässt sich ohne Ärgernisse benutzen.

Schöne Instrumente
Der übrige Innenraum wirkt mit dem Armaturenbrett aus glänzendem Hartplastik nicht mehr ganz up to date. Schön sind allerdings die weiß hinterlegten Instrumente. Der Sitzkomfort vorne ist gut; die Sitze geben viel Seitenhalt, und die Kopfstützen lassen sich für mittelgroße Fahrer weit genug herausziehen. Vorn gibt es auch genug Ablagen – im Gegensatz zum Fond. Die Rücksitze bieten außerdem selbst für die Kleinwagenklasse wenig Platz. Ein 1,75 Meter großer Insasse stößt beispielsweise mit dem Kopf an die Decke, wenn er den Kopf an die Kopfstütze legt. Positiv aber: Drei Kopfstützen und drei Dreipunktgurte sind Serie bei allen 206.

Leichtes Umklappen
Das Umklappen der Rücksitze geht leicht von der Hand. Nur die Kopfstützen müssen zuvor entnommen werden und ein mittelgroßer Fahrer muss mit dem Vordersitz weiter nach vorne rücken, damit die umgeklappte Bank Platz hat.

Ab 16.400 Euro
Den 206 HDi FAP 110 gibt es in den drei Ausstattungen Tendance, Prémium und Sport. Tendance kostet 16.400 Euro, Prémium 17.000 Euro und die Topversion Sport 18.400 Euro.

Gut bestückte Basisversion
Schon die Tendance-Version ist gut ausgestattet mit einem ESP, einem CD-Radio, einer Zentralverriegelung inklusive Fernbedienung, Fensterhebern vorne, Leichtmetallfelgen, Sportsitzen und elektrisch einstellbaren Außenspiegeln. Prémium besitzt im Unterschied zu Tendance noch eine Klimaanlage, einen Regensensor und eine Lichtautomatik, jedoch keine Leichtmetallfelgen. Die Ausstattung Sport schließlich umfasst eine Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Alu-Pedale und ein Lederlenkrad.

1.000 Euro mehr als der rauchende 90-PS-Diesel
Bei allen Versionen serienmäßig ist der Partikelfilter. Damit kommt zum ersten Mal auch ein Auto unterhalb der Golf-Klasse in den Klub der Nichtraucher. Mit dem Filter erfüllt unser 109-PS-Motor die Euro-4-Norm. So profitiert man von einer Steuerbefreiung bis Ende 2005, wenn das Fahrzeug noch vor dem 1. Januar 2005 zugelassen wird. Diesen Vorteil bietet der 206 mit dem 90-PS-Diesel nicht: Der hat 400 Kubikzentimeter mehr Hubraum bei geringerer Leistung und erfüllt nur Euro 3. Er kostet in derselben Ausstattungsstufe nur 1.000 Euro weniger. Die Steuerersparnis eingerechnet, dürfte sich der 109-PS-Motor rechnen.

Preise wie eine Klasse höher
16.400 Euro für die Einstiegsversion 206 HDi FAP 110 sind allerdings ein Wort: Wenn man noch 50 Euro drauflegt, bekommt man dafür schon einen 307 mit Diesel. Doch ist der Kleine der preisgünstigste rußfreie Diesel auf dem Markt.

Preisliste


Peugeot 206 HDi FAP 110

Grundpreis: 16.400 Euro
206 HDi FAP 110 Tendance Dreitürer 16.400
206 HDi FAP 110 Premium Dreitürer 17.000
206 HDi FAP 110 Sport Dreitürer 18.900
Fünf statt drei Türen 650
Klimaanlage 1.100
Metallic-Lackierung 380
Elektrisches Glasschiebedach 700
Regensensor und Lichtautomatik 200
Ledersitze 1.400
Ledersitze und Sitzheizung vorn 1.600

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Reihen-Turbodiesel mit Common-Rail-Einspritzung 
Zylinder
Ventile 16 
Hubraum in ccm 1.560 
Leistung in PS 109 
Leistung in kW 80 
bei U/min 1.750 
Drehmoment in Nm 240 
Antrieb Vorderradantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltung 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.822 
Breite in mm 1.652 
Höhe in mm 1.425 
Radstand in mm 2.442 
Leergewicht in kg 1.130 
Zuladung in kg 420 
Kofferraumvolumen in Liter 245 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 992 
Tankinhalt in Liter 50 
Kraftstoffart Diesel 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 190 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 10,0 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,8 
EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,0 
EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,1 
Schadstoffklasse Euro 4 
Weitere Informationen
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