Kleines X: Der neue Hyundai ix20 im Test
Wie schlägt sich der Bruder des Kia Venga?
Nachgeschärfte Optik
Mit dem Bild des Venga im Hinterkopf betrachten wir unseren ix20-Testwagen: Im Vergleich zum Kia setzt der Hyundai an Front und Heck auf eine schärfere Linienführung. Speziell das ,Gesicht" wirkt beim ix20 deutlich ausdrucksstärker, aber die bullige Note ist natürlich Geschmackssache. Das X im Namen des Mini-Vans sorgt übrigens selbst unter Journalisten für Verwirrung, denkt man doch zunächst an SUVs. Der Hersteller klärt auf: Die Bezeichnung ,ix" ist Crossover-Fahrzeugen wie SUVs und Vans vorbehalten. Ungerade Zahlen sind für Geländewagen reserviert, die geraden Ziffern für die Vans. So wird dem ix20 in absehbarer Zeit auch ein größerer ix30 zur Seite gestellt.
Angenehme Abmessungen
Obwohl die Verwandtschaft zwischen dem Hyundai ix20 und dem Kia Venga unübersehbar ist, gibt es leichte Unterschiede bei den Abmessungen. Mit 4,10 Meter ist der ix20 drei Zentimeter länger. Die Höhe entspricht dem üblichen Minivan-Gardemaß von 1,60 Meter. Interessant ist der Blick auf die Konkurrenz: Während der Renault Grand Modus mit 4,04 Meter geringfügig kürzer ist, bietet der 4,30 Meter lange Opel Meriva deutlich mehr Blech. Die Sichtverhältnisse im ix20 sind zwiespältig: Während große Fenster in Höhe der A-Säule in Verbindung mit einer niedrigen Schulterlinie für einen guten Überblick sorgen, ist das Heckfenster recht schmal. Hier empfiehlt sich die Anschaffung des optionalen Navisystems inklusive Rückfahrkamera.
Alles am richtigen Platz
Die Vordersitze erfreuen mit ausreichender Beinauflage und einer angenehm hohen Sitzposition. Beim Blick auf das Cockpit stellen wir fest: Das passt. Alle wichtigen Funktionen und Knöpfe sind am richtigen Platz und ohne Gebrauch der dicken Bedienungsanleitung zu verstehen. Das ganze Ensemble ist gut verarbeitet, die verwendeten Kunststoffe bemühen sich redlich um Premium-Flair. Überraschend großzügig ist der Beinraum für die Fondpassagiere. Hier hat Hyundai alle Register gezogen: Neben einem Radstand von 2,62 Meter ist die Rücksitzbank um 13 Zentimeter in der Länge verschiebbar, zudem können die Lehnen in der Neigung verstellt werden. So kann man individuell entscheiden: Mehr Komfort für die Mitfahrer oder bis zu 120 Liter mehr Kofferraumvolumen. Im Normalfall beträgt es 440 bis 1.486 Liter, womit der ix20 einen VW Golf klar übertrumpft. Je nach Stellung des serienmäßigen Laderaumbodens erhält man bei umgeklappten Lehnen eine Fläche mit oder ohne Stufe.
Brav statt brutal
Das Motorenangebot für den Hyundai ix20 besteht aus zwei Benzinern und einem Diesel. Prima: Das Trio setzt auf eine wartungsarme Steuerkette. Das Unternehmen rechnet mit einem Verkaufsanteil von etwa 65 Prozent des kleinen Einstiegs-Otto mit 90 PS. Im Test erweist sich das Aggregat als angenehm laufruhig, erst ab Tempo 120 mischt sich eine brummige Note unter die Windgeräusche des hohen Aufbaus. Einen Minuspunkt gibt es für die mangelnde Elastizität. Erst bei 4.000 Umdrehungen wird das maximale Drehmoment von 137 Newtonmeter erreicht. Allerdings ist der fünfte Gang des etwas knochigen Schaltgetriebes zu lang übersetzt, insbesondere an Steigungen ist häufiges Herunterschalten Pflicht.
Europäisch abgestimmt
Sechs Gänge gibt es im 90-PS-Diesel, doch auch hier hemmt eine lange Übersetzung den Durchzug, hinzu kommt ein stets präsentes Laufgeräusch. Der Griff zum Selbstzünder will daher wohl überlegt sein, zumal er rund 2.000 Euro teurer als der gleich starke Benziner ist. Da wir viel vom Schalten sprachen: Serienmäßig ist eine Schaltpunktanzeige, in den ,blue"-Versionen spart eine Start-Stopp-Automatik rund 0,4 Liter Sprit auf 100 Kilometer. Die europäischen Gene des Hyundai ix20 werden im Bereich Lenkung und Fahrwerk deutlich. Zu einem agilen Handling gesellt sich ein straffes, aber mit ausreichend Komfortreserven versehenes Fahrwerk. Einzig bei groben Querfugen lässt das Abrollverhalten nach, ein Rumpeln ist deutlich spürbar.
Hier spricht der Preis
Viele Punkte sammelt der ix20 im Kostenbereich. Den Verbrauch des 90-PS-Benziners beziffert Hyundai auf exakt sechs Liter, mit Start-Stopp sind es 5,6 Liter. Die Preise beginnen bei 14.690 Euro für den ix20 1.4 Classic, rund 500 Euro mehr als beim Kia Venga. Den Unterschied macht hier das beim ix20 serienmäßige CD-Radio mit USB- und AUX-Anschluss. Stets mit an Bord sind ein ESP und sechs Airbags. Zum Vergleich: Den Opel Meriva gibt mit 100-PS-Einstiegsbenziner erst ab 15.900 Euro. Unser Tipp für ix20-Freunde ist die mittlere Ausstattungslinie namens Comfort. Hier ist für 17.500 Euro alles drin, was das Leben angenehm macht: elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine Klimaanlage, Rückfahrpiepser, vier elektrische Fensterheber, eine Lenkradbedienung für das Radio und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Wir würden noch als Extras den Tempomat (220 Euro), das Navi mit Rückfahrkamera (1.330 Euro) und das 790 Euro teure Plus-Paket mit Klimaautomatik, Licht- und Regensensor und Sitzheizung vorne nehmen. Unter dem Strich macht das faire 19.840 Euro. Oben drauf gibt Hyundai fünf Jahre Garantie inklusive fünf Inspektionen.
Wertung
Preisliste
|
Hyundai ix20 1.4 Comfort |
|
| Grundpreis: | 17.500 Euro |
| Modell | Preis in Euro |
| Classic | 14.690 |
| Style | 20.200 |
| Ausstattungen | Preis in Euro |
| ABS | Serie |
| ESP | Serie |
| ASR | Serie |
| Airbag Fahrer | Serie |
| Airbag Beifahrer | Serie |
| Seitenairbags vorn | Serie |
| Kopfairbags vorn | Serie |
| Kopfairbags hinten | Serie |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| elektr. Fensterheber hinten | Serie |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie (inklusive Heizung) |
| Klimaanlage | Serie |
| Klimaautomatik | 790 (im Paket) |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie |
| Automatikgetriebe | 990 (nur 1.6) |
| Bildschirmnavigation | 1.330 |
| CD-Radio | Serie |
| MP3 | Serie |
| elektr. Schiebedach | 1.100 |
| Metalliclackierung | 420 |
| Leichtmetallfelgen | 560 (16 Zoll) |
| Sitzhöheneinstellung | Serie (Fahrer) |
| Tempomat | 220 |
| Lederausstattung | Serie (bei Style) |
| Nebelscheinwerfer | Serie |
Datenblatt
| Motor und Antrieb | |
| Motorart | Reihenbenziner mit variabler Ventilsteuerung |
| Zylinder | 4 |
| Ventile | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.396 |
| Leistung in PS | 90 |
| Leistung in kW | 66 |
| bei U/min | 4.000 |
| Drehmoment in Nm | 137 |
| Antrieb | Frontantrieb |
| Gänge | 5 |
| Getriebe | Schaltgetriebe |
| Fahrwerk | |
| Spurweite vorn in mm | 1.553 |
| Spurweite hinten in mm | 1.557 |
| Radaufhängung vorn | Einzelradaufhängung |
| Radaufhängung hinten | Verbundlenkerachse |
| Bremsen vorn | Scheiben innenbelüftet |
| Bremsen hinten | Scheiben |
| Wendekreis in m | 10,4 |
| Räder, Reifen vorn | 195/65 R15 |
| Räder, Reifen hinten | 195/65 R15 |
| Lenkung | Zahnstangenlenkung mit elektrischer Servounterstützung |
| Maße und Gewichte | |
| Länge in mm | 4.100 |
| Breite in mm | 1.765 |
| Höhe in mm | 1.600 |
| Radstand in mm | 2.615 |
| Leergewicht in kg | 1.253 |
| Zuladung in kg | 367 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 440 |
| Kofferraumvolumen, variabel in Liter | 1.486 |
| Anhängelast, gebremst in kg | 1.300 |
| Dachlast in kg | 70 |
| Tankinhalt in Liter | 48 |
| Kraftstoffart | Super |
| Fahrleistungen / Verbrauch | |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 167 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 12,9 |
| Elastizität von 60-100 km/h in Sekunden | 11,9 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 6,0 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 7,2 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 5,3 |
| CO2-Emission in g/km | 140 |
| Schadstoffklasse | Euro 5 |
| Fixkosten | |
| Garantie | 5 Jahre |
Bildergalerie: Das kleine X
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