Der neue Audi A1 quattro im Test

Nur 333 Exemplare baut Audi von ihm: dem A1 quattro. Der kleinste Sprössling aus Ingolstadt wurde im Vergleich zu seinen vorderradgetriebenen Geschwistern gründlich umgebaut und er gibt den Ausblick auf ein zukünftiges Modell.

Frechdachs
Der kleine Allrad-Kraftmeier ist immer weiß, auf seinem Dach glänzt immer schwarzer Lack. Es wird ihn ausschließlich als dreitürigen Linkslenker geben. In seinen Frontscheinwerfern schimmern auffällige rote Winkel, aber am ehesten erkennen wir den A1 quattro an seinem Heck: Ein frecher Dachkanten-Flügel kümmert sich dort um die Aerodynamik. Auf dicke Hose macht der Kleine auch ganz unten: Die beiden Endrohre umfassen einen Durchmesser von jeweils zehn Zentimeter.

Alles drin was geht
Bei der Herstellung des A1 quattro wird beinahe die gesamte Optionsliste abgearbeitet: Vollausstattung ist Trumpf. Nur eine wohl verzichtbare Anhängerkupplung und ein Schiebedach sind nicht zu bekommen. Die serienmäßigen Sport-Ledersitze passen für das Heizen, was da noch kommen wird. Schließlich stehen wir hier nicht umsonst auf einem zugefrorenen See. Unten in der Lenkradspeiche prangt in jedem Wagen stolz der immer gleiche Hinweis ,1 of 333" – auf genauere Modellnummern hat sich Audi nicht eingelassen. So wird der Kampf um Auto Nummer eins oder 111 und so weiter umgangen. Richtig toll ist der Schaltknauf des Sechsgang-Getriebes: Aus gerändeltem Metall gefertigt, fasst er sich zum einen prima an und erinnert uns zum anderen an die Krone einer teuren Schweizer Uhr. Außerdem wird unser Blick vom rot hinterlegten Drehzahlmesser magisch angezogen.

Gründlicher Umbau
Um aus dem A1 einen A1 quattro zu machen, mussten die Ingenieure ordentlich schwitzen. Statt der serienmäßigen Verbundlenker-Achse sitzt jetzt die Mehrlenker-Achse aus dem TTS unter dem Heck des A1. Damit die Kardanwelle einen freien Durchgang nach hinten hat, musste ein neuer Tank her: Durch die Oberseite des so genannten Höckertanks zieht sich ein Kanal, in dem die Kardanwelle rotiert und somit die Kräfte Richtung Hinterachse schickt. Trotzdem kann der A1-Fahrer auch beim quattro-Modell 45 Liter Super mitführen.

Wirft sich rein
Einen derart kleinen quattro hatte Audi bisher nicht im Angebot und auch bei der Konkurrenz werden wir nicht so recht fündig: Weniger als vier Meter Gesamtlänge, kombiniert mit einem Allradantrieb, finden wir nur beim Land Rover Defender Station Wagon 90, beim Suzuki Swift 1.2 4x4, beim Suzuki Grand Vitara 2.4 Dreitürer und beim Toyota Urban Cruiser 1.4 D-4D 4x4. Keines der genannten Modelle kommt auch nur annähernd an die dynamischen Qualitäten des kleinen Ingolstädters heran – wie wir beim Rumkurven auf schwedischem Eis sofort spüren.

Total verspielt
Zwar schickt der A1 quattro seine Momente am liebsten an die Vorderachse, aber sobald es dort zu Traktionsproblemen kommt, wandert die Kraft über eine Lamellenkupplung innerhalb von Sekundenbruchteilen nach hinten. So werfen wir den Audi-Zwerg in die Drift-Kurve und der Winzling scheint geradezu zu jauchzen. Er stellt sich ein bisschen quer, rotiert seine Hinterräder ordentlich durchs Eis und lässt sich dabei phänomenal kontrollieren. Übersteuerungstendenzen bringt der A1 quattro nicht mit. Das ESP ist hier auf dem abgesperrten Eisgelände natürlich aus. Fürs präzise Kurvennehmen hat der A1 auch noch die elektronische Differenzialsperre XDS an Bord. Diese bremst bei Bedarf ein oder beide kurveninneren Räder ab. Wer den Eingriff nicht spürt, hört ihn: Mit lautem Knirschen rackern die Bremsklötze auf den Scheiben. Wir sind jedenfalls sofort eins mit dem Wagen, haben seine Maße umgehend drin. Dank seiner ungeheuerlichen Verspieltheit wächst uns der Kleine sofort an Herz.

Quirliger Wicht
256 PS hat der Allrad-Gnom unter der Haube, sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmeter liegt bei einem komfortablen Drehzahlniveau von 2.500 bis 4.500 U/min an. In 5,7 Sekunden wuselt der A1 quattro auf Tempo 100, mit bis zu 245 km/h schießt der Winzling durch die Gegend. Immerhin müssen sich also die schweren, bei 250 km/h abgeregelten Limousinen in Sachen Vmax nicht vor dem A1 fürchten. Beim Heizen übers kalte Eis hängt unser Wuchtbrummer freudig am Gas, knurrt und gurgelt sich willig nach vorn. Die Sechsgang-Handschaltung flutscht dabei perfekt. Die stets auf der Lauer liegende Kraft sprüht unserem A1 quattro aus allen Poren. Der Verbrauch geht dabei für einen 265-PS-Wagen in Ordnung: 8,6 Liter sacken laut Werk im Schnitt pro 100 Kilometer aus dem Tank.

Aus teuer wird teurer
49.900 Euro verlangt Audi für einen A1 quattro. Das ist teuer für ein Auto aus der Kleinwagen-Klasse. Aber teurer wird es wegen der oben bereits erwähnten Vollausstattung für die Erstkäufer nicht. Da es nur 333 A1 quattro geben wird, ist ein schneller Wertzuwachs garantiert – der Wagen wird eher verteilt als verkauft. Deutschland muss sich mit zirka 60 der flinken Allrad-Knirpse zufrieden geben. Wer sich jetzt nicht entscheiden möchte, muss dann noch ein Weilchen warten: Ein Audi S1 wird zwar nicht genau so wie der A1 quattro kommen, aber immerhin wird er kommen.

Wertung

  • ★★★★★★★★★★
  • Quietschfidel und knuffig wuselt sich der A1 quattro über den eisigen Testparcours. Dabei sind sowohl der Fahrer als auch der Wagen äußerst vergnügt. Das winzige Allradfahrzeug ist mit seiner Leistung, aber auch mit seiner Einlenkfreude, seinem Ansprechverhalten, seiner Präzision und seinem Premiumdasein momentan konkurrenzlos. Die edle Vollausstattung passt dabei zum Trend: Auch unter Kleinwagen gibt es jetzt hochwertig ausgestattete und somit richtig teure Vertreter.

  • Antrieb
    100%
    kraftvoller Motor für den Kleinen
    sauber schaltbare Sechsgang-Schaltung
  • Fahrwerk
    95%
    blitzschneller Allradantrieb für super Traktion
    XDS hilft in der Kurve
  • Karosserie
    90%
    eigenständig, aber nicht übertrieben
    innen sehr schick
  • Kosten
    95%
    auf 333 Exemplare limitiert
    Vollausstattung erspart Entscheidungen

Preisliste


Audi A1 quattro

Grundpreis: 49.900 Euro
Ausstattungen Preis in Euro
ABS Serie
ESP Serie
ASR Serie
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Serie
Kopfairbags hinten Serie
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Bildschirmnavigation Serie
CD-Radio Serie
MP3 Serie
Metalliclackierung Serie
Leichtmetallfelgen Serie
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung Serie
Xenonlicht Serie

Datenblatt

Motor und Antrieb
Motorart Otto-Turbomotor 
Zylinder
Ventile
Hubraum in ccm 1.984 
Leistung in PS 256 
Leistung in kW 188 
bei U/min 2.500 - 4.500 
Drehmoment in Nm 350 
Antrieb Allradantrieb 
Gänge
Getriebe Schaltgetriebe 
Kraftverteilung variabel 
Fahrwerk
Bremsen vorn Scheibenbremsen, innen belüftet, 312 mm 
Räder, Reifen vorn 225/35 auf 8,0 J x 18 
Räder, Reifen hinten 225/35 auf 8,0 J x 18 
Maße und Gewichte
Länge in mm 3.987 
Breite in mm 1.740 
Höhe in mm 1.416 
Leergewicht in kg 1.465 
Kofferraumvolumen in Liter 210 
Kofferraumvolumen, variabel in Liter 860 
Tankinhalt in Liter 45 
Kraftstoffart Super 
Fahrleistungen / Verbrauch
Höchstgeschwindigkeit in km/h 245 
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 5,7 
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 8,6 
CO2-Emission in g/km 199 
Schadstoffklasse Euro 5 

Bildergalerie: Selten verspielt