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Xpeng L03 (2027) im ersten Test: Mit viel Komfort und Kampfpreisen besser als das Tesla Model Y?

Im ersten Test muss der neue chinesische Herausforderer beweisen, dass er seine Papier-Vorzüge auch in die tat umsetzen kann ...

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto
Christopher Otto Christopher Otto

Manchmal reichen schon wenige Kilometer, um zu wissen, dass ein Auto den eigenen Geschmack trifft. Beim neuen XPeng L03 war das tatsächlich so. Der chinesische Elektro-SUV überrascht mit einem ausgesprochen hochwertigen Innenraum, viel Platz und einem Fahrkomfort, der in dieser Klasse keineswegs selbstverständlich ist. Und das zu Preisen ab 35.600 Euro.

Bei einer ersten Testfahrt rund um Köln durfte ich den 431 PS starken AWD Performance Ultra kennenlernen. Dabei zeigte sich schnell, dass der L03 deutlich mehr zu bieten hat als die mittlerweile üblichen chinesischen Elektroauto-Tugenden aus viel Ausstattung, großen Displays und beeindruckenden Leistungsdaten.

Karosserie/Design

Mit 4,65 Meter Länge, 1,92 Meter Breite und 1,60 Meter Höhe bewegt sich der XPeng im Revier von Tesla Model Y und Ford Mustang Mach-E. Die rundliche, aerodynamisch optimierte Karosserie erreicht einen bemerkenswerten cW-Wert von 0,228.

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto

Die kräftig modellierten Kotflügel und ausgeprägten Motorhaubenkanten verleihen dem XPeng einen eigenständigen Charakter. Hinten wird es mit dem obligatorischen durchgehenden Leuchtenband etwas beliebiger. Insgesamt gefällt mir das progressive, aber erfreulich unaufgeregte Design ausgesprochen gut.

Innenraum

Hier spielt der L03 seine größte Stärke aus. Ich habe mich tatsächlich lange nicht mehr auf Anhieb in einem Auto so wohlgefühlt. Helle Flächen, weiche Kunstlederoberflächen, eine wunderschön inszenierte Ambientebeleuchtung und ein modern gestaltetes Armaturenbrett schaffen eine Atmosphäre, die man in dieser Preisklasse kaum erwartet.

Auch die Details stimmen. Dekorative Torx-Schrauben, metallisch wirkende Lautsprechergitter und gepolsterte Türablagen vermitteln einen hochwertigen Eindruck. Die hellen Sitze sind wunderbar bequem und bieten dennoch ausreichend Seitenhalt. Im Performance Ultra gibt es außerdem eine bemerkenswert kräftige Massagefunktion mit acht Programmen. Das können manche deutlich teureren Autos nicht besser.

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto

Platz ist ebenfalls reichlich vorhanden. Selbst mit meinen 1,87 Metern kann ich problemlos hinter meiner eigenen Sitzposition sitzen. Der Kofferraum fällt mit 367 Litern allerdings bescheiden aus. Immerhin gibt es beim Allradmodell noch einen 44 Liter großen Frunk.

Digital, aber erstaunlich vernünftig

Ein 15,6-Zoll-Touchscreen, ein 8,88-Zoll-Instrumentendisplay und ein riesiges Head-up-Display bestimmen das Cockpit. Die Darstellung ist hervorragend, die Bedienung trotz weitgehender Digitalisierung erstaunlich gut gelungen.

Besonders begeistert hat mich die 360-Grad-Kamera mit detaillierten Ansichten sämtlicher Fahrzeugseiten und Räder. Auch die Totwinkelkameras, deren Bilder beim Blinken direkt im Head-up-Display erscheinen, sind ausgezeichnet integriert.

Allerdings ist die Schrift im kleinen Fahrerdisplay viel zu winzig geraten. Und die Außenspiegel über Lenkradtasten einstellen zu müssen, bleibt eine unnötige Spielerei. Dafür gibt es klassische Türöffner und ein mechanisch zu öffnendes Handschuhfach. Man freut sich inzwischen über solche Selbstverständlichkeiten.

Antrieb/Fahreindrücke

Der AWD Performance Ultra bringt es mit zwei Elektromotoren auf 317 kW (431 PS) und 451 Nm. Von null auf 100 km/h vergehen 4,5 Sekunden, bei 180 km/h ist Schluss. Die 71,1-kWh-LFP-Batterie (70,4 kWh netto) ermöglicht laut WLTP bis zu 440 Kilometer Reichweite.

Der Antrieb überzeugt mit spontanem, kräftigem und wunderbar dosierbarem Vortrieb. Anders als beim kürzlich gefahrenen XPeng P7+ muss man das Fahrpedal nicht erst tief durchtreten, um ordentlich Leistung abzurufen.

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto

Weniger gelungen ist die Rekuperation. Selbst in der stärksten Einstellung fehlt ein echter One-Pedal-Modus. Außerdem setzt die Verzögerung nach dem Lupfen des Fahrpedals mit einer spürbaren Verzögerung ein.

Komfort statt Kurvenräuberei

Das Fahrwerk ist ausgesprochen weich abgestimmt und verarbeitet Unebenheiten souverän. Zusammen mit den bequemen Sitzen ergibt das ein wunderbar entspanntes Fahrerlebnis. Auch der Geräuschkomfort ist trotz rahmenloser Seitenscheiben bemerkenswert gut.

Allerdings neigt sich die Karosserie in Kurven deutlich zur Seite. Beim Beschleunigen hebt sich die Front, beim Bremsen taucht sie kräftig ein. Ein bisschen Bootsfahrt ist also durchaus dabei. Die sehr leichtgängige Lenkung passt ebenfalls eher zum gemütlichen Cruisen als zu sportlichen Ambitionen.

Die Bremsen überzeugen dagegen mit sauberem Druckpunkt und kräftiger Wirkung. Die Assistenzsysteme konnte ich auf der kurzen Fahrt nur eingeschränkt ausprobieren.

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto

Verbrauch/Preis

Beim Verbrauch zeigte sich der 431 PS starke Allradler erfreulich genügsam. Innerorts waren rund 16 kWh/100 km möglich, auf den hügeligen Landstraßen des Bergischen Landes blieb ich unter 20 kWh. Nach einem kurzen Autobahnabschnitt standen etwa 18 kWh/100 km auf dem Bordcomputer.

Das ist ein guter erster Eindruck, aber noch kein repräsentativer Testverbrauch. Gleiches gilt fürs Laden. XPeng verspricht maximal 236 kW DC und 20 Minuten von zehn auf 80 Prozent. Überprüfen konnte ich das noch nicht.

Preislich startet der L03 bei 35.600 Euro mit 222 PS. Der Long Range mit 249 PS und bis zu 520 Kilometern Reichweite kostet 38.600 Euro. Für den 431 PS starken AWD Performance werden 41.600 Euro fällig, der üppig ausgestattete Ultra kostet 46.600 Euro.

Interessant ist außerdem der ebenfalls 38.600 Euro teure PowerX mit Range Extender. Er kombiniert einen elektrischen Heckantrieb mit einem Benzinmotor als Generator und soll 215 Kilometer rein elektrisch beziehungsweise insgesamt 1.017 Kilometer schaffen.

XPeng L03 (2026) Test
Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto

Fazit 9/10

Der XPeng L03 hat mich ausgesprochen positiv überrascht. Sein hochwertiger Innenraum, die überzeugende digitale Technik und vor allem der wunderbare Fahrkomfort machen ihn zu einem ausgesprochen angenehmen Begleiter.

Natürlich gibt es Schwächen. Die kleinen Instrumentenschriften nerven, die Rekuperation könnte besser funktionieren und das weiche Fahrwerk bringt reichlich Karosseriebewegung mit sich. Doch der positive Gesamteindruck überwiegt deutlich. Selten habe ich mich in einem neuen Auto auf Anhieb so wohlgefühlt.

Sämtliche Fahreindrücke, alle technischen Details und Fotos und eine ausführlichere Bewertung von Innenraum und Bedienung gibt es in meinem ausführlichen ersten Test bei InsideEVs.de.