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Subaru Solterra (2026) im Test: Überraschend sparsam, angenehm komfortabel, wenig Schwächen

343 PS treffen auf hohen Komfort und überraschend niedrigen Verbrauch. Der Solterra zeigt im Alltag viele Qualitäten. Also alles gut?

Subaru Solterra 2026 im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto
Christopher Otto Christopher Otto

343 PS, Allradantrieb und 5,1 Sekunden auf Tempo 100. Das klingt beim Subaru Solterra zunächst nach ziemlich viel Sport. Nach zwei Wochen Alltag bleibt allerdings etwas anderes hängen: Der überarbeitete Elektro-SUV ist vor allem komfortabel, erstaunlich effizient und erfreulich unkompliziert zu fahren. Und genau das steht ihm ziemlich gut.

Den ausführlichen Test mit allen Daten, Fakten und Bildern finden Sie HIER auf InsideEVs.de.

Technisch teilt sich der Solterra bekanntlich einen Großteil seiner Basis mit dem Toyota bZ4X. Für das Modelljahr 2026 wurde allerdings kräftig nachgelegt. Die beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse leisten gemeinsam 252 kW beziehungsweise 343 PS, die Batterie fasst 73,1 kWh und die WLTP-Reichweite unseres Platinum-Testwagens beträgt 471 Kilometer.

Subaru Solterra 2026 im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Optische Ansage

Optisch bleibt der Subaru Geschmackssache. Große schwarze Radhausverkleidungen, scharfe Kanten, ein massiver Unterfahrschutz und ein ziemlich wild gezeichnetes Heck sorgen für reichlich Wiedererkennungswert. In unserem hellen Grauton mit schwarzem Dach funktioniert das erstaunlich gut. Was uns früher beim Solterra eher zu viel des Guten erschien, wirkt plötzlich sportlich und ziemlich modern.

Im Innenraum setzt sich dieser positive Eindruck fort. Helles Leder mit blauen und grauen Akzenten, ein neoprenähnlicher Bezug auf dem Armaturenbrett und das große Panoramadach schaffen deutlich mehr Atmosphäre als erwartet. Dazu gibt es vorne wie hinten viel Platz. Mit 1,87 Meter können wir bequem hinter uns selbst sitzen, auch auf langen Strecken überzeugen die Vordersitze.

Ganz Premium ist der Solterra allerdings nicht. An einigen Stellen gibt es reichlich Hartplastik, auf schlechten Straßen waren kleinere Knarz- und Klappergeräusche zu hören. Das ist schade, fällt im Alltag aber weniger ins Gewicht als die insgesamt angenehme Einrichtung und das gute Raumangebot.

Subaru Solterra 2026 im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Praktisch trotz Designeroptik

Praktisch ist der Subaru ebenfalls. Der Kofferraum fasst beim Platinum 410 bis 441 Liter und lässt sich dank gut nutzbarer Form sinnvoll beladen. Ein Rennrad passte mit umgelegter Rückbank problemlos hinein. Dazu kommen ein Unterbodenfach fürs Ladekabel, eine 230-Volt-Steckdose und erfreulich solide Taschenhaken. Kurios bleibt dagegen das fehlende Handschuhfach. Die dicke Bordmappe sucht sich deshalb erst einmal selbst einen Arbeitsplatz.

Beim Infotainment zeigt der Solterra Licht und Schatten. Der 14-Zoll-Bildschirm ist groß, scharf und übersichtlich genug, drei physische Drehregler für Lautstärke und Temperatur gefallen uns ebenfalls. Einige häufig benötigte Funktionen liegen allerdings unnötig tief im Menü. Für das Abschalten des Tempolimit-Warntons haben wir bis zurück zum Startbildschirm neun Eingaben gezählt. Das ist schlicht zu viel.

Schnell und direkt

Viel wichtiger ist aber, wie der Solterra fährt. Und hier macht er einen ausgesprochen guten Eindruck. Schon im normalen Fahrmodus hängt der Antrieb direkt am Pedal, im Power-Modus legt er noch einmal spürbar nach. Der Leistungsaufbau bleibt dabei gut dosierbar. Keine künstliche Brutalität, sondern kräftiger, sauber einsetzender Schub. Und durch den Subaru-typischen Allradantrieb auch komplett ohne Traktionsprobleme.

Das Fahrwerk passt hervorragend dazu. Subaru hat den Solterra komfortabel abgestimmt, ohne ihn zum schwankenden Sofa zu machen. Querfugen und schlechte Straßen werden sauber weggefiltert, gleichzeitig bleibt die Karosserie in Kurven angenehm ruhig. Auch die Bremsen überzeugen mit einem vernünftigen Druckpunkt.

Subaru Solterra 2026 im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Straffe Lenkung

Nur die Lenkung fällt etwas aus der Reihe. Sie ist bereits im normalen Modus überraschend straff und wird im Power-Modus noch etwas schwerer. Rückmeldung gibt es dafür ordentlich. Wer einen besonders leichtgängigen Stadt-SUV erwartet, dürfte sich wundern. Fahrdynamisch wirkt der Solterra dadurch fast ambitionierter, als es sein grundsätzlich komfortabler Charakter verlangt.

Auf der Autobahn bleibt das Auto bis etwa 130 km/h angenehm leise. Darüber nehmen Windgeräusche an den A-Säulen zu. Die Assistenzsysteme arbeiten insgesamt ruhig und souverän. Besonders der adaptive Tempomat gefällt, weil er zügig beschleunigt und relativ spät abbremst. Das ergibt einen angenehm flüssigen Fahrstil.

Etwas enttäuschend ist dagegen die Höchstgeschwindigkeit. Bei offiziell 160 km/h ist Schluss. Danach fühlte es sich an, als würde der Solterra gegen eine unsichtbare Wand fahren. Bei 343 PS wirkt das ziemlich vernünftig. Vielleicht etwas zu vernünftig.

Subaru Solterra 2026 im Test
Bild von: Motor1.com Deutschland | C. Otto

Überraschend sparsam, aber recht lahm beim Laden

Sehr positiv überrascht hat uns der Verbrauch. In der Stadt waren 14 bis 15 kWh/100 km problemlos möglich, teilweise sogar weniger als 13. Über Land bewegten wir uns meist zwischen 16 und 17 kWh, auf der Autobahn bei 120 bis 130 km/h um 20 bis 21 kWh. Für einen gut zwei Tonnen schweren Allrad-SUV mit dieser Leistung ist das bemerkenswert ordentlich.

Beim Schnellladen sind offiziell 150 kW vorgesehen. Unser Testwagen zeigte bei sehr niedrigem Akkustand kurz mehr als 160 kW und war nach rund 30 bis 35 Minuten wieder knapp bei 80 Prozent. Rekorde gewinnt Subaru damit 2026 nicht mehr, alltagstauglich ist das Ganze trotzdem einigermaßen. Positiv fällt zudem der 22-kW-AC-Lader auf, der in den höheren Ausstattungslinien serienmäßig ist.

Preislich startet der Solterra bei 45.990 Euro. Damit steht er zwischen bekannten Rivalen wie VW ID.4 GTX, Skoda Enyaq RS, Hyundai Ioniq 5 AWD, Nissan Ariya e-4ORCE und natürlich seinem technischen Zwilling Toyota bZ4X. Dazu kommen inzwischen zunehmend chinesische Alternativen wie der MG S6 EV.

Nach zwei Wochen bleibt deshalb ein ziemlich versöhnliches Bild. Der Solterra ist kein perfektes Elektro-SUV und sicher kein Preisbrecher. Dafür fährt er angenehm, bietet viel Platz, verbraucht überraschend wenig und schafft es, Komfort und kräftigen Allradantrieb erstaunlich gut zu verbinden. Wer bei Ladeleistung, Bedienung und Materialqualität keine Klassenbestwerte erwartet, bekommt hier ein angenehm unaufgeregtes und sehr brauchbares Gesamtpaket.

Den ausführlichen 14-Tage-Test mit detaillierten Verbrauchswerten, Ladeerfahrungen, Bedienungsanalyse und allen Stärken und Schwächen des Subaru Solterra gibt es in unserem Schwestermedium InsideEVs.de.