Home
Subaru
News
Subaru verabschiedet sich vom Boxermotor: Eine Ära geht zu Ende
Käfer, Porsche und Subaru machten den Boxermotor berühmt. Jetzt verabschieden sich die Japaner in Europa von ihrer Antriebstradition

Bild von: Motor1.com Deutschland
Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
19. Okt. um 09:35 Uhr
Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Fnews%2F812371%2Fsubaru-boxermotor-ende%2F&text=Subaru%20verabschiedet%20sich%20vom%20Boxermotor%3A%20Eine%20%C3%84ra%20geht%20zu%20Ende&via=Motor1DE)
- Kopie
Teilen
Der Boxermotor gehört zu Subaru wie der Allradantrieb. Doch mit der ziemlich einzigartigen Motorentechnik ist in Europa bald Schluss. Bis Ende 2027 verabschiedet sich die japanische Marke von sämtlichen Verbrennermodellen und damit auch von einer Motorenbauart, die über sechs Jahrzehnte das technische Selbstverständnis des Herstellers geprägt hat.
Wie auto motor und sport berichtet, hat Subaru Deutschland die entsprechenden Pläne bestätigt. Demnach laufen die letzten Verbrennermodelle im kommenden Jahr aus. Anschließend besteht das europäische Angebot ausschließlich aus Elektroautos. Für Subaru ist das ein bemerkenswerter Einschnitt, schließlich gibt es kaum eine andere Marke, die so konsequent auf den Boxermotor gesetzt hat.

Gegenläufige Kolben im Boxermotor
Bild von: Subaru
Eine Motorenbauart mit großer Geschichte
Dabei gehört der Boxer zu den traditionsreichsten Konstruktionen der Automobilgeschichte. Bereits 1896 entwickelte Carl Benz seinen sogenannten Contra-Motor mit gegenüberliegenden Zylindern. Weltweite Bekanntheit erlangte das Prinzip vor allem durch den VW Käfer, dessen luftgekühlter Vierzylinder jahrzehntelang Millionen Menschen mobilisierte.Heute noch setzt BMW bei seinen Motorrädern auf die außergewöhnliche Bauweise.
Auch Porsche machte den Boxer zu einem festen Bestandteil seiner Identität. Zunächst im 356, später mit sechs Zylindern im 911 und neuerdings vielleicht sogar als Achtzylinder im Mission S. Während der Boxer bei Porsche bis heute vor allem für Sportwagen steht, setzte Subaru auf eine wesentlich breitere Verwendung. Hier steckte das ungewöhnliche Triebwerk auch in ganz gewöhnlichen Familienautos, Kombis und SUV.

Allrad, Kombi und Boxermotor - jahrzehntelang ein Synonym für Subaru
Bild von: Subaru
Am 14. Mai 1966 begann die Geschichte mit dem Subaru 1000, dessen wassergekühlter Vierzylinder-Boxer die Grundlage für eine bemerkenswerte technische Kontinuität bildete. Schon 2016 meldete Subaru anlässlich des 50-jährigen Jubiläums mehr als 16 Millionen produzierte Boxermotoren.
Vom Familienauto bis zur Rallye-Legende
Die Vorteile der Konstruktion liegen vor allem in ihrer geringen Bauhöhe und dem guten Massenausgleich. Die gegenüberliegenden Kolben reduzieren Vibrationen, während die flache Bauform einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt ermöglicht. Zusammen mit dem symmetrischen Allradantrieb entwickelte Subaru daraus ein eigenständiges technisches Konzept.
Besonders populär wurde es durch den Impreza WRX und WRX STI, die mit ihren aufgeladenen Vierzylinder-Boxern auch im Rallyesport Erfolge feierten. Der charakteristische Klang der älteren Turbomodelle ist vielen Fans bis heute vertraut. Selbst einen Boxer-Dieselmotor brachte Subaru 2008 auf den Markt, konnte sich damit allerdings langfristig nicht durchsetzen.

Heute mit Kultstatus: Subaru Impreza 2.0 WRX STI aus 2004
Nun verschwinden die letzten europäischen Vertreter schrittweise aus dem Programm. Den Anfang macht der Outback mit seinem 169 PS starken 2,5-Liter-Saugmotor. Im Laufe des Jahres 2027 folgen Impreza, Crosstrek und Forester mit ihren elektrifizierten Zweiliter-Boxern. Die Produktion der bisherigen europäischen Mildhybridvarianten ist bereits beendet, derzeit verkauft Subaru noch vorhandene Bestände.
In Europa elektrisch, andernorts weiterhin mit Boxer
Die Gründe liegen vor allem in den europäischen CO₂-Vorgaben und den vergleichsweise geringen Verkaufszahlen. Die aufwendige Anpassung der Verbrennungsmotoren lohnt sich für Subaru offenbar nicht mehr. Stattdessen konzentriert sich die Marke künftig auf Solterra, Uncharted und E-Outback. Alle drei Elektroautos entstanden in enger Zusammenarbeit mit Toyota.

Subaru Solterra auf Toyota-BZ4X-Basis
Bild von: Subaru
Weltweit bedeutet das allerdings keineswegs das Ende des Boxermotors. In Japan und Nordamerika entwickelt Subaru die Konstruktion weiter und kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder inzwischen mit einem leistungsfähigen Vollhybridsystem. Der neue Antrieb kommt unter anderem im Forester zum Einsatz und ermöglicht auch rein elektrisches Fahren.
Ob solche Modelle irgendwann doch noch nach Europa gelangen, bleibt offen. Nach den aktuell bestätigten Plänen ist dafür zunächst kein Platz vorgesehen. Während Porsche seinem Boxer weiterhin die Treue hält, müssen sich europäische Subaru-Kunden ab 2028 an eine Marke ohne ihre bislang charakteristischste Motorenkonstruktion gewöhnen.
Mehr über Subaru:
Subaru bringt drei neue Autos mit Handschalter!
Gymkhana "Aussie Shred": Travis Pastrana fliegt im 670-PS-Subaru durch Australien
Quelle: auto motor und sport
Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Fnews%2F812371%2Fsubaru-boxermotor-ende%2F&text=Subaru%20verabschiedet%20sich%20vom%20Boxermotor%3A%20Eine%20%C3%84ra%20geht%20zu%20Ende&via=Motor1DE)
- Kopie
Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn? 20 Okt. - Einzeltests
- Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ... 20 Okt. - Designstudien
- Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland 20 Okt. - Auto News
- Mercedes eröffnet neues Classic Center: Ein Blick hinter die Kulissen 20 Okt. - Historie und Oldtimer
- ADAC-Kindersitztest 2026: Zwei Modelle fallen durch 20 Okt. - Ratgeber
- BMW F 450 RR (2027): Rennstrecken-Feeling für Einsteiger 20 Okt. - Motorrad
- Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag 20 Okt. - Motorrad
Auch interessant

Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland

Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?

Mitsubishi bringt Outlander und Eclipse Cross als Taxi

Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...

Nissan Pixo (2026): Innenraum und Kofferraum im Detail betrachtet

Mercedes eröffnet neues Classic Center: Ein Blick hinter die Kulissen

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus