Digitaler Führerschein startet Ende November 2026: Das müssen Autofahrer wissen
Der Kartenführerschein darf künftig zu Hause bleiben. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung
Erst der Fahrzeugschein, jetzt der Führerschein: Deutschland macht bei den Fahrzeugpapieren den nächsten Digitalisierungsschritt. Ab Ende November 2026 lässt sich der Führerschein auf dem Smartphone speichern. Bei einer Kontrolle durch die Polizei in Deutschland genügt dann das Handy als Nachweis, der klassische Kartenführerschein darf zu Hause bleiben.
Die technische Grundlage steht bereits. Seit November 2025 können Autofahrer ihren Fahrzeugschein über die kostenlose i-Kfz-App des Kraftfahrt-Bundesamtes digital hinterlegen. Entwickelt wurde die Anwendung im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums zusammen mit der Bundesdruckerei. Nun folgt der Führerschein, beide Dokumente landen also damit in derselben App.
Wer den digitalen Führerschein nutzen will, muss sich zunächst online identifizieren. Dafür braucht es einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und die zugehörige sechsstellige PIN. Danach lässt sich der Führerschein in der i-Kfz-App hinterlegen und bei Bedarf vorzeigen. Eine zusätzliche App ist nicht nötig.
Im Alltag dürfte das vor allem bei Verkehrskontrollen helfen. Wer den Geldbeutel vergessen hat, aber das Smartphone dabeihat, muss sich künftig keine Gedanken mehr über den fehlenden Führerschein machen. Vorausgesetzt, die digitale Version ist eingerichtet und das Handy hat noch Akku. Einen konkreten Tag für die Freischaltung gibt es laut ADAC bislang nicht, geplant ist der Start für Ende November.
Eine wichtige Einschränkung bleibt: Der digitale Führerschein gilt zunächst nur in Deutschland. Wer nach Österreich, Italien oder Frankreich fährt, muss weiterhin den klassischen Kartenführerschein mitnehmen. Das gilt ausdrücklich auch innerhalb der Europäischen Union. Die deutsche App-Lösung wird dort vorerst nicht als Ersatz anerkannt.
Langfristig soll sich das ändern. Die neue EU-Führerscheinrichtlinie sieht ebenfalls einen digitalen Führerschein vor, der europaweit nutzbar sein soll. Seine Einführung ist bis spätestens 2030 vorgesehen. Bis dahin bleibt die deutsche Variante auf heimischen Straßen beschränkt.
Wichtig: Niemand muss den digitalen Führerschein nutzen. Die Funktion ist freiwillig, der bisherige Kartenführerschein bleibt uneingeschränkt gültig. Ein Umtausch ist für die Smartphone-Version ebenfalls nicht erforderlich. Wer lieber die gewohnte Plastikkarte vorzeigt, kann das weiterhin tun.
Der ADAC begrüßt die Einführung grundsätzlich. Der digitale Führerschein sei ein weiterer Schritt zur Modernisierung der Verwaltung und könne den Alltag erleichtern. Entscheidend seien aber eine zuverlässige Funktion sowie Datenschutz und Datensicherheit. Denn ziemlich ärgerlich wäre es schon, wenn ausgerechnet bei der Polizeikontrolle die Technik streikt.
Auch interessant
Toyota bestätigt eine neue Celica. Aber die Sache hat einen Haken
Royal Enfield Himalayan 750: Neue Reiseenduro mit klassischer Optik und moderner Technik
Renault Trafic Diesel (2027) bekommt Technik-Update
Tatsächlicher Verbrauch: Kia Seltos 1.6 T-GDI (2026) mit 180-PS-Benziner im Test
Mercedes-Benz: Die Neuheiten 2027 im Überblick
Lamborghini Silhouette: Der seltene offene V8 wird 50 Jahre alt
Porsche macht 911, Taycan, Panamera und Cayenne digital fit: Das kann das neue Infotainment