Wohnmobil fit für den Winter: Diese 10 Schritte schützen vor Frost, Schimmel und teuren Schäden
Wasser ablassen, Batterien schützen, Reifen prüfen: Mit dieser Checkliste kommt der Camper gut durch die Winterpause
Die Campingsaison ist für viele vorbei, der Winter steht vor der Tür. Wer sein Wohnmobil oder seinen Wohnwagen jetzt abstellt, sollte vorher ein paar Dinge erledigen. Sonst können Frost, leere Batterien oder Feuchtigkeit im Frühjahr unangenehm teuer werden. Mit diesen zehn Schritten kommt der Camper gut durch die kalte Jahreszeit.
Natürlich gibt es auch echte Wintercamping-Spezialisten wie den Knaus Nordwind mit ALDE-Heizung, Fußbodenwärme und beheiztem Doppelboden. Oder den Kabe Imperial Traq i830, der für Reisen bei Schnee und Minusgraden ausgelegt ist. Wer seinen Camper dagegen bis zum Frühjahr parkt, sollte folgende Punkte beachten.
Nicht jeder Camper hält Winterschlaf: Manche sind auch bei Schnee und Eis unterwegs.
Schritt 1: Wasseranlage vollständig entleeren
Gefrierendes Wasser kann Leitungen, Armaturen und den Boiler beschädigen. Deshalb sollten Frisch- und Abwassertank gründlich gereinigt, durchgespült und vollständig entleert werden. Die Ablassventile bleiben während der Winterpause geöffnet. Auch Toilettenspülung, Toilettenkassette, Duschschläuche, Duschkopf, Wasserpumpe und Siphons dürfen nicht vergessen werden.
Vor dem Entleeren Wasserpumpe und Warmwasserbereiter ausschalten. Alle Wasserhähne öffnen und Mischbatterien in Mittelstellung bringen. Anschließend bleiben die Hähne während der Winterpause geöffnet. Wichtig ist außerdem das Ablassventil des Boilers. Bei vielen Truma-Combi-Heizungen übernimmt beispielsweise das FrostControl-Ventil diese Aufgabe.
FrostControl schützt den Boiler vor Frostschäden und ermöglicht das Entleeren.
Die gesamte Wasseranlage vor dem Einwintern reinigen und vollständig entleeren.
Restwasser in Leitungen und Pumpen sollte nach Herstellervorgabe entfernt werden. Falls vom Hersteller vorgesehen, lassen sich die Leitungen zusätzlich mit Druckluft bei entsprechend niedrigem Druck ausblasen. Frostschutzmittel sollten nur verwendet werden, wenn sie ausdrücklich für das jeweilige Trinkwassersystem geeignet und zugelassen sind.
Schritt 2: Batterien vor Tiefentladung schützen
Auch ein abgestellter Camper verbraucht Strom. Steuergeräte, Alarmanlagen und andere Verbraucher können Starter- und Aufbaubatterie über Wochen entladen. Deshalb sollten beide Batterien vor der Winterpause auf den empfohlenen Ladezustand gebracht und unnötige Verbraucher abgeschaltet werden.
Auch die Aufbaubatterien benötigen vor der Winterpause etwas Aufmerksamkeit.
AGM-, Gel- und Lithium-Batterien haben unterschiedliche Anforderungen an den Ladezustand.
Versteckte Verbraucher können die Batterien auch im abgestellten Camper entladen.
Steht am Stellplatz Strom zur Verfügung, kann ein geeignetes Ladegerät mit Erhaltungsfunktion sinnvoll sein. Ohne Stromanschluss lassen sich die Batterien je nach Fahrzeug abklemmen, ausbauen oder regelmäßig kontrollieren und nachladen. AGM- und Gel-Batterien sollten möglichst vollgeladen überwintern und bei Bedarf nachgeladen werden.
Lithium-Batterien haben dagegen andere Lagerbedingungen und benötigen je nach Hersteller meist einen mittleren Ladezustand. Auch beim Laden unter null Grad gelten besondere Vorgaben, die vom jeweiligen Batteriemodell abhängen.
Schritt 3: Gasanlage richtig sichern
Vor der Winterpause sollten sämtliche Gasflaschen zugedreht, die Anschlüsse getrennt und die vorgesehenen Schutzkappen aufgesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit lassen sich auch Gasschläuche, Anschlüsse und Druckregler auf sichtbare Beschädigungen oder poröse Stellen kontrollieren.
Schläuche und Druckregler auf Beschädigungen und poröse Stellen prüfen.
Gasflaschen vor der Winterpause schließen und die Anschlüsse kontrollieren.
Die Absperrhähne der einzelnen Gasgeräte sollten ebenfalls geschlossen werden. Gasflaschen dürfen unter geeigneten Bedingungen im dafür vorgesehenen Gaskasten bleiben. Dieser muss ausreichend belüftet sein, insbesondere dürfen die Lüftungsöffnungen im Boden nicht verdeckt werden.
Schritt 4: Motor und Basisfahrzeug vorbereiten
Bei Wohnmobilen und Campervans verdient auch das Basisfahrzeug etwas Aufmerksamkeit. Kühlmittel und Scheibenwaschanlage sollten ausreichend Frostschutz bieten. Außerdem empfiehlt es sich, Motorölstand, Bremsflüssigkeit und gegebenenfalls Servolenkungsöl zu kontrollieren.
Kühlmittel, Scheibenwaschanlage und Flüssigkeitsstände gehören zum Wintercheck.
Bei Dieselfahrzeugen empfiehlt sich vor längeren Standzeiten eine Tankfüllung mit geeignetem Winterdiesel. Auch die Bremsen verdienen einen Blick. Das Wohnmobil sollte möglichst mit trockenen Bremsscheiben abgestellt werden, um Rostbildung und ein mögliches Festsetzen der Bremsbeläge zu reduzieren.
Schritt 5: Reifen vor Standplatten schützen
Steht ein Camper mehrere Monate auf derselben Stelle, können sich die Reifen durch das hohe Fahrzeuggewicht verformen. Es entstehen sogenannte Standplatten, die sich später durch Vibrationen beim Fahren bemerkbar machen können. Deshalb vor dem Einwintern den Luftdruck kontrollieren und gegebenenfalls um etwa 0,5 bar erhöhen.
Spezielle Reifenunterlagen vergrößern die Aufstandsfläche und können Standplatten vorbeugen. Alternativ lässt sich das Fahrzeug gelegentlich um einige Zentimeter versetzen, damit die Reifen nicht dauerhaft an derselben Stelle belastet werden. Ein vollständiges Aufbocken ist normalerweise nicht erforderlich.
Schritt 6: Innenraum gründlich reinigen
Vor der Winterpause sollten Küche, Bad und sämtliche Staufächer gründlich gereinigt werden. Lebensmittel, Getränke und frostempfindliche Elektrogeräte gehören aus dem Fahrzeug. Den Kühlschrank abtauen, auswischen und mit leicht geöffneter Tür stehen lassen, damit sich keine Feuchtigkeit und unangenehmen Gerüche bilden.
Tür- und Fensterdichtungen bleiben mit geeigneten Pflegemitteln geschmeidig.
Den Kühlschrank gründlich reinigen und die Tür anschließend leicht geöffnet lassen.
Auch die Toilettenkassette muss vor dem Einwintern vollständig entleert und gereinigt werden.
Polster und Matratzen möglichst aufstellen, damit die Luft darunter zirkulieren kann. Teppiche, Bettwäsche und empfindliche Textilien überwintern am besten zu Hause. Anschließend den Innenraum gut durchlüften und darauf achten, dass sämtliche Oberflächen vor dem Abstellen trocken sind.
Schritt 7: Außenhaut und Dichtungen pflegen
Vor der Winterpause steht eine gründliche Fahrzeugwäsche an. Besonders Dach, Radkästen, Unterboden und schwer zugängliche Stellen sollten gereinigt werden. Schmutz, Laub und Streusalzreste können langfristig Korrosion begünstigen. Kleine Lackschäden oder Roststellen deshalb möglichst noch vor der Winterpause ausbessern. Auch Dachabläufe und Regenrinnen sollten von Laub und Schmutz befreit werden.
Vor der Winterpause sollten Radkästen und Unterboden gründlich von Schmutz und Salzresten befreit werden.
Eine gründliche Fahrzeugwäsche gehört zur Vorbereitung auf die Winterpause.
Auch Fensterrahmen und Dichtungen sollten vor dem Winter gründlich gereinigt werden.
Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Dachhauben lassen sich mit Gummipflegestiften oder geeigneten silikonbasierten Pflegemitteln geschmeidig halten und vor dem Festfrieren schützen. Markise und Aufstelldach müssen vollständig trocken sein, bevor sie für mehrere Monate geschlossen bleiben.
Schritt 8: Den richtigen Stellplatz wählen
Ideal ist ein trockener, ebener und möglichst überdachter Stellplatz mit festem Untergrund. Bereits ein Carport schützt vor Schnee, Eis und UV-Strahlung. Wer seinen Camper im Freien abstellt, kann eine passende, atmungsaktive Abdeckhaube verwenden. Diese sollte gut befestigt sein, damit sie bei Wind nicht am Lack scheuert.
Ein überdachter Stellplatz schützt vor Schnee, Eis und direkter Sonneneinstrahlung.
Bei längeren Standzeiten sollte das Fahrzeug mit geeigneten Unterlegkeilen gegen Wegrollen gesichert werden. Die Feststellbremse kann je nach Herstellervorgabe gelöst werden, damit sie nicht festsetzt. Bei Wohnwagen sind zusätzlich die Stützen auszufahren. Auch Saisonkennzeichen, Versicherungsschutz und anstehende Termine für Hauptuntersuchung und Gasprüfung sollten kontrolliert werden.
Schritt 9: Feuchtigkeit, Schimmel und Nager vermeiden
Feuchtigkeit und schlechte Luftzirkulation begünstigen Schimmelbildung. Deshalb sollten Schranktüren, Bettkästen und Staufächer während der Winterpause geöffnet bleiben, damit die Luft möglichst ungehindert zirkulieren kann. Auch unter Sitzbänken und in schlecht belüfteten Ecken kann sich Feuchtigkeit sammeln.
Ein Luftentfeuchter mit Granulat kann zusätzlich helfen, sofern er regelmäßig kontrolliert wird. Auch Mäuse und Marder können während der Winterpause Schäden anrichten. Besonders Kabel, Schläuche und Dämmmaterialien sind gefährdet.
Schritt 10: Während der Winterpause regelmäßig kontrollieren
Auch während der Winterpause lohnt sich etwa alle vier bis sechs Wochen ein kurzer Kontrollgang. Dabei sollten Batteriezustand, Luftfeuchtigkeit, Reifendruck und mögliche Wassereintrittsstellen überprüft werden. Bei trockenem Wetter den Innenraum gründlich durchlüften und auf Feuchtigkeit achten.
Regelmäßige Kontrollen gehören auch während der Winterpause dazu.
Nach starkem Schneefall sollten außerdem Dach, Solarmodule und andere Aufbauten auf größere Schneelasten kontrolliert werden. Wer eine Abdeckhaube verwendet, sollte auch deren Befestigung regelmäßig überprüfen. Für die Wiederinbetriebnahme im Frühjahr haben wir die wichtigsten Punkte in unserem Wohnmobil-Check zum Saisonstart zusammengefasst.
Wasser raus, Batterien im Blick behalten, Innenraum trocken halten und einen passenden Stellplatz wählen: Wer diese zehn Punkte erledigt, kann seinen Camper entspannt in die Winterpause schicken. Und startet im Frühjahr hoffentlich ohne Frostschäden, Schimmel oder leere Batterien in die neue Campingsaison.
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