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XPeng P7+ Long Range im Test: Dieser China-Stromer macht die Oberklasse nervös
313 PS, enormer Komfort und 350 kW Ladeleistung im Test. Der XPeng P7+ bietet viel Luxus für wenig Geld. Aber wo spart er?

Bild von: InsideEVs.de | Christopher Otto
Christopher Otto 
Von: Christopher Otto
21. Okt. um 08:34 Uhr
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Über fünf Meter lang, 313 PS stark und in sieben Minuten 38 kWh nachgeladen. Der neue XPeng P7+ verspricht Elektro-Oberklasse zum Mittelklassepreis. Wir haben ausprobiert, wie viel hinter den beeindruckenden Zahlen steckt. Und waren durchaus überrascht.
Zurückhaltung gehört offensichtlich nicht zu den Stärken der XPeng-Designer. Während viele Hersteller inzwischen wieder darauf achten, ihre Elektroautos möglichst konventionell aussehen zu lassen, geht der P7+ den entgegengesetzten Weg. Mit seiner lang gestreckten Silhouette, der extrem flachen Front und dem eigenwillig gezeichneten Heck erinnert die Limousine stellenweise eher an ein Raumschiff als an einen klassischen Vertreter der oberen Mittelklasse.

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Besonders das Heck mit seinem weit herausgezogenen Spoiler polarisiert. Ob das schön ist, dürfte für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Uns gefällt zumindest die Konsequenz, mit der XPeng seinen eigenen Weg geht. Ein wenig Mut zum Ungewöhnlichen kann schließlich nicht schaden.
Mit 5,07 Metern Länge, 1,94 Metern Breite und drei Metern Radstand ist der P7+ jedenfalls ein stattliches Automobil. Und eines, das mit einem Einstiegspreis von 46.600 Euro ausgesprochen offensiv kalkuliert ist. Unser Long Range mit 313 PS und 530 Kilometern WLTP-Reichweite kostet 49.600 Euro.

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Viel Luxus für erstaunlich wenig Geld
Wer angesichts dieses Preises einen entsprechend bescheiden eingerichteten Innenraum erwartet, dürfte überrascht sein. Weiche Oberflächen, Nappaleder, Zierelemente in grauer Holzoptik und eine geschmackvolle Ambientebeleuchtung schaffen ein ausgesprochen angenehmes Ambiente. Selbst die stoffbezogenen Hochtöner im Armaturenbrett werden illuminiert.
Richtig beeindruckend sind die Sitze. Nicht unbedingt wegen ihres Seitenhalts, der eher überschaubar ausfällt, sondern wegen ihres hervorragenden Komforts. Dazu gibt es vorne und auf den äußeren Fondsitzen serienmäßig Heizung, Belüftung und Massagefunktion. Eine Kombination, die selbst in erheblich teureren Fahrzeugen keineswegs selbstverständlich ist.

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Auch das Platzangebot fällt ausgesprochen großzügig aus. Im Fond herrscht geradezu verschwenderische Beinfreiheit, der Kofferraum fasst 573 bis 1.931 Liter. Schade nur, dass XPeng ausgerechnet auf eine Gepäckraumabdeckung und die praktische Fußgestensteuerung der elektrischen Heckklappe verzichtet.
Ein echtes Highlight ist das riesige Head-up-Display. Es projiziert gestochen scharfe Informationen ins Blickfeld und kann sogar Bilder der Totwinkelkamera einblenden. Eine hervorragende Idee! Weniger gelungen sind einige Bedienlösungen. Wer beispielsweise die (lobenswerte) Abfrage zum Abschalten störender Warnsignale nach Fahrtbeginn verpasst, muss anschließend tief in die Bildschirmmenüs eintauchen.
Ein Langstreckenauto, wie es sein sollte
313 PS und 450 Nm Drehmoment reichen für den Sprint auf 100 km/h in 6,2 Sekunden. Trotzdem ist der XPeng keiner jener Stromer, die ihre Insassen bei jeder Gelegenheit mit brachialem Antritt beeindrucken möchten. Die Leistungsentfaltung ist auffällig progressiv, selbst im Sportmodus.
Viel wichtiger ist ohnehin das Fahrwerk. Und hier haben die Chinesen bemerkenswert gute Arbeit geleistet. Das adaptive Stahlfahrwerk filtert Unebenheiten ausgesprochen souverän weg, ohne dass die Karosserie anschließend unnötig nachschwingt. Dazu kommt eine hervorragende Geräuschdämmung. Trotz rahmenloser Seitenscheiben bleibt es selbst bei höherem Autobahntempo erstaunlich still.

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Weniger überzeugend ist die ziemlich gefühllose Lenkung. Auch die Assistenzsysteme erreichen bei hohen Geschwindigkeiten nicht ganz das Niveau etablierter Premiumhersteller. Und bei den einfachen LED-Scheinwerfern merkt man deutlich, dass XPeng auf teurere Technik verzichtet hat.
Beim Laden wird es richtig beeindruckend
Die eigentliche Überraschung wartet allerdings beim Verbrauch. Im überwiegenden Stadtverkehr zeigte unser P7+ teilweise lediglich 11 bis 13 kWh/100 km an. Auch rund 16 kWh/100 km bei Autobahnfahrten mit 110 bis 130 km/h sind für ein derart großes Auto bemerkenswert wenig. Selbst bei ausgesprochen zügiger Fahrweise blieb der Energiebedarf erstaunlich vernünftig.
Noch eindrucksvoller ist das Schnellladen. XPeng verspricht dank 800-Volt-Technik bis zu 446 kW. Das konnten wir mangels entsprechend leistungsfähiger Ladesäule zwar nicht überprüfen. Doch bereits an einem 350-kW-Schnelllader erreichte unser Testwagen nach wenigen Sekunden die volle Leistung der Säule.
Innerhalb von nur sieben Minuten lud der XPeng an einer 350-kW-Schnellladesäule rund 38 kWh nach, Start bei rund 20 Prozent Akkustand. Das ist eine Ladeperformance, die selbst manchen deutlich teureren Konkurrenten ziemlich alt aussehen lässt. Und sie macht aus dem ohnehin komfortablen P7+ einen ausgesprochen überzeugenden Langstreckenwagen.
Der Preis ist heiß
Mit 49.600 Euro ist der P7+ Long Range ausgesprochen scharf kalkuliert. Zumal bereits Nappaleder, vier Sitze mit Heizung, Belüftung und Massagefunktion, ein adaptives Fahrwerk, Head-up-Display und Wärmepumpe serienmäßig an Bord sind. Die Konkurrenz verlangt deutlich mehr. Der VW ID.7 Pro startet bei 54.505 Euro, der MG IM5 bei 53.990 Euro.

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Noch größer wird der Abstand zu den deutschen Premiumherstellern. Für einen Mercedes EQE werden mindestens 65.171 Euro fällig, für den BMW i5 eDrive40 sogar 70.900 Euro. Natürlich bieten die etablierten Konkurrenten teilweise aufwendigere Technik und zusätzliche Ausstattungsoptionen. Doch angesichts des Gebotenen muss man sich schon fragen, wie XPeng diesen Preis hinbekommt.
Fazit
Der XPeng P7+ Long Range ist eines jener Elektroautos, bei denen man sich fragt, warum die etablierte Konkurrenz für vergleichbare Leistungen teilweise erheblich mehr Geld verlangt. Natürlich gibt es Schwächen. Die Lenkung könnte gefühlvoller arbeiten, die Scheinwerfer hätten mehr Aufwand verdient und manche Bedienlösung wirkt unnötig kompliziert.
Doch der hervorragende Fahrkomfort, die beeindruckende Effizienz und vor allem das extrem schnelle Laden machen den großen Chinesen zu einem bemerkenswert attraktiven Angebot. Wer sich mit der eigenwilligen Optik arrangieren kann, bekommt hier ausgesprochen viel Elektroauto für sein Geld.
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Wie sparsam der P7+ bei unterschiedlichen Autobahngeschwindigkeiten tatsächlich war, warum uns seine Kameratechnik begeistert hat und welche Schwächen erst nach längerer Fahrt auffielen, steht in unserem ausführlichen Test auf InsideEVs.de. Dort gibt es auch alle Bilder und Daten.
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