Die Marke VW bringt 2026 zehn neue Modelle. Wir zeigen sie
Die Palette reicht vom ID. Polo bis zum Vollhybrid in Golf und T-Roc
Der Volkswagen-Konzern steckt in der Krise und auch der Kernmarke VW ging es schon mal besser. Während die VW-Marktanteile in China bröckeln, liegt die Marke in Deutschland stabil bei rund 20 Prozent. Damit das so bleibt, hat Wolfsburg für das Jahr 2026 einige Neuheiten in der Pipeline. Wir stellen die wichtigsten Fahrzeuge vor.
Die neue elektrische Einstiegsklasse: ID. Polo
Das wichtigste Elektro-Projekt der Marke VW basiert auf der neu konzipierten MEB+-Plattform mit effizientem Frontantrieb. Der ID. Polo nutzt einen vertrauten Namen und ordnet sich mit einer Gesamtlänge von rund 4,05 Metern als klassischer Kleinwagen im Steilheck-Layout in das Portfolio ein. Das primäre Ziel dieses Projekts liegt darin, Elektromobilität für einen Basispreis von unter 25.000 Euro auf den Markt zu bringen, wobei der Wagen dank kompakterer E-Module ein beachtliches Ladevolumen von 441 bis zu 1.243 Liter bei umgeklappter Rückbank bereithält.
VW ID. Polo (2026)
In technischer Hinsicht verabschiedet sich das Unternehmen vollständig von den ungeliebten, unbeleuchteten Touch-Slidern der ersten ID-Generationen. Stattdessen erhält die Klimabedienung in der Mittelkonsole wieder echte, physische Schalter und die Lautstärke des Infotainments lässt sich über einen klassischen Drehregler justieren.
Die Kunden können zwischen verschiedenen Leistungsstufen wählen, wobei das Einstiegsmodell eine Leistung von 85 Kilowatt beziehungsweise 116 Pferdestärken mobilisiert und die Energie aus einer 37 Kilowattstunden großen Lithium-Eisenphosphat-Batterie bezieht, was für eine Reichweite von rund 329 Kilometern nach WLTP-Standard genügt.
Für höhere Ansprüche steht eine Variante mit einer 52 Kilowattstunden fassenden Nickel-Mangan-Cobalt-Batterie zur Verfügung, die eine maximale Reichweite von bis zu 455 Kilometern ermöglicht. Bestellbar ist der ID. Polo bereits, jedoch vorerst nur ab 33.795 Euro ohne Prämien. Die Ausstattungslinie "Trend" ist voraussichtlich ab Mitte Juli 2026 zum Einstiegspreis von 24.995 Euro bestellbar. Der bisherige Verbrenner-Polo bleibt übrigens weiter in Programm.
Drei Buchstaben unter Strom: ID. Polo GTI
Für die sportlich ambitionierte Kundschaft rollt der ID. Polo GTI an den Start, der die traditionsreichen drei Buchstaben in das Zeitalter der Elektromobilität transportiert. Dieses Performance-Modell verfügt über einen an der Vorderachse installierten Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 166 Kilowatt, was exakt 226 Pferdestärken entspricht, und beschleunigt den kompakten Stromer in weniger als sieben Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Optisch grenzt sich der sportliche Ableger durch eine eigenständige Frontschürze mit dem typischen Wabenmuster, rote Zierelemente an der Karosserie sowie exklusive Leichtmetallräder im Format von 18 oder optional 19 Zoll von den zivileren Brüdern ab.
VW ID. Polo GTI (2026)
Auch im Innenraum setzt Volkswagen auf Historie und spendiert dem Stecker-GTI Sportsitze mit einem neu interpretierten Karomuster sowie ein Sportlenkrad mit physischen Tasten und einer markanten Zwölf-Uhr-Markierung. Gekoppelt ist der Antrieb serienmäßig an die größere Batterie mit 52 Kilowattstunden Kapazität, wobei eine spezifische Fahrwerksabstimmung mit einer Tieferlegung der Karosserie um fünfzehn Millimeter und eine elektronische Vorderachsquersperre für eine agile Fahrdynamik sorgen sollen. Im Herbst soll der Vorverkauf zu einem Preis von knapp unter 39.000 Euro starten, so VW.
Strategiewechsel beim SUV: Der ID. Tiguan
Im Segment der kompakten SUVs vollzieht das Unternehmen einen tiefgreifenden Strategiewechsel und überarbeitet das bestehende Modell ID.4 so umfassend, dass es im Zuge dieser Modellpflege offiziell in ID. Tiguan umbenannt wird. Das Design verabschiedet sich von den rundlichen Formen des Vorgängers und setzt auf eine deutlich traditionellere, kantigere SUV-Linienführung mit einer markanten Frontpartie sowie klassischen, physischen Türgriffen anstelle der alten bündigen Griffschalen.
VW ID.4 Facelift, Erlkönig vom Juni 2026
Unter der Karosserie kommt nun ebenfalls die weiterentwickelte MEB+-Architektur zum Einsatz, welche dank moderner Cell-to-Pack-Bauweise der Batteriezellen deutlich verbesserte Ladeleistungen von bis zu 175 Kilowatt an entsprechenden Schnellladestationen und maximale Reichweiten von weit über 500 Kilometern ermöglicht. Im komplett neu gestalteten Cockpit zieht ein freistehender Zentralbildschirm mit einer Diagonale von 12,9 Zoll ein, unter dem nun beleuchtete Bedienelemente platziert sind, während das Lenkrad die von den Kunden geforderten echten Drucktasten zurückerhält.
ID. Cross: Der SUV-Bruder des ID. Polo
Als Flanke zur konventionellen Kleinwagen-Baureihe schickt das Werk den ID. Cross in das Rennen um die Kundengunst, der als hochgebocktes Pendant im Stile eines elektrischen T-Cross konzipiert ist. Das Fahrzeug teilt sich die technische Basis der MEB+-Plattform sowie den Frontantrieb mit dem ID. Polo, kommt jedoch mit einer um rund vierzig Millimeter erhöhten Sitzposition und einer robusten Kunststoff-Beplankung an den Radläufen.
VW ID. Cross Serienversion getarnt auf Werksbildern (2026)
Durch den längeren Radstand von exakt 2,60 Metern bietet der ID. Cross im Vergleich zum flachen Polo-Bruder spürbar mehr Kniefreiheit im Fond und positioniert sich als vielseitiges Einstiegsfahrzeug für junge Familien. Bei den Batterieoptionen greift das Modell auf die bekannten Pakete mit 37 und 52 Kilowattstunden zurück, wobei die Aerodynamik des höheren Aufbaus die maximale Reichweite im Vergleich zum normalen Kleinwagen um etwa fünf Prozent reduziert. Die offizielle Vorstellung des ID. Cross erfolgt Mitte Juli 2026.
Comeback des Vollhybrid bei T-Roc und Golf
Nachdem sich die Ingenieure in Wolfsburg über Jahre hinweg primär auf Mild-Hybride mit 48-Volt-Technik sowie auf teure Plug-in-Hybride mit großen Batterien konzentriert haben, feiert nun der klassische Vollhybrid ohne externen Ladestecker sein offizielles Comeback im Konzernregal.
Die zweite Generation des extrem erfolgreichen Kompakt-SUVs VW T-Roc behält zwar moderne Verbrennungsmotoren bei, setzt im Kern jedoch auf einen neu entwickelten Vollhybrid-Antrieb mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und einem kompakten Elektromotor, um der starken asiatischen Konkurrenz in diesem Segment mit niedrigen Realverbräuchen zu begegnen. Zugleich soll so der im neuen T-Roc fehlende Diesel kompensiert werden.
VW Golf und VW T-Roc als Vollhybrid (2026)
Auch der klassische VW Golf erhält im Zuge einer Modellpflege Zugriff auf diese hocheffiziente Motorisierung, die eine Systemleistung von 105 Kilowatt beziehungsweise 143 PS entwickelt und im städtischen Stop-and-go-Verkehr einen rein elektrischen Fahranteil von bis zu achtzig Prozent realisieren kann, ohne jemals an eine Steckdose angeschlossen werden zu müssen.
Der neue Hybridantrieb treibt die Vorderachse an. Er besteht im Wesentlichen aus dem Hybridmodul, dem Turbobenziner (TSI) und der Lithium-Ionen-Batterie. Das Hybridmodul beinhaltet unter anderem eine E-Maschine als Antriebsmotor, eine zweite E-Maschine als Generator, eine Leistungselektronik, ein Differenzial und 1-Gang-Getriebe sowie eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung samt eigener Steuereinheit, über die der TSI in den Antriebsstrang ein- und ausgekoppelt wird.
Ebenfalls in den Vorderwagen integriert: ein elektrischer Klimakompressor und ein elektrischer Bremskraftverstärker (eBKV). Die auf den Hybridantrieb zugeschnittene Hochvoltbatterie mit NMC-Zellen und einer in HEV-Fahrzeugen üblichen Kapazität von 1,6 kWh (brutto) wird sowohl beim Golf als auch T-Roc im Heckbereich in den Fahrzeugboden integriert.
Modellpflege des Pioniers: Der ID.3 Neo
Auch das allererste Modell auf Basis der MEB-Plattform erhält eine weitreichende Überarbeitung und rollt fortan unter dem neuen Namen ID.3 Neo zu den Händlern, um die veränderte Designphilosophie der Marke zu demonstrieren.
Während die Abmessungen mit einer Länge von 4.265 Millimeter, einer Breite von 1.809 Millimeter und einem Radstand von 2.769 Millimeter exakt auf dem Niveau des Vorgängers verbleiben, ändert sich das Erscheinungsbild an der Fahrzeugfront durch ein durchgehendes Leuchtenband samt illuminiertem Markenlogo grundlegend. Optisch ähnelt der Neo nun dem ID. Polo.
VW ID.3 Neo (2026)
Wesentlich drastischer fallen die Neuerungen im Innenraum aus, wo glänzende Oberflächen in Klavierlack-Optik verbannt und durch unterschäumte, haptisch angenehmere Materialien ersetzt werden, während das neu gestaltete Lenkrad ebenfalls mit klassischen, physischen Bedientasten bestückt wird. Zudem gibt es auch hier einen Retro-Instrumentenmodus im Stil des ersten Golf.
Den entscheidenden technischen Sprung vollzieht das Kompaktmodell jedoch unterm Blech durch den Einzug des neuen Hinterachsmotors mit der internen Bezeichnung APP 350, welcher dank einer um rund 35 Prozent gesteigerten Effizienz den Stromverbrauch spürbar senkt und in Kombination mit der größten Batterievariante von 79 Kilowattstunden Netto-Kapazität eine maximale Reichweite von bis zu 630 Kilometern ermöglicht.
Die Retro-Instrumente im VW ID.3 Neo (2026)
Für den Einstieg steht die Ausstattungslinie Trend mit einer 50 Kilowattstunden großen Batterie und einer Leistung von 125 Kilowatt bereit, was glatten 170 Pferdestärken entspricht und die Preisliste bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 33.995 Euro starten lässt, während die mittleren Leistungsstufen mit 140 Kilowatt sowie das Spitzenmodell mit 170 Kilowatt beziehungsweise 231 PS das Angebot nach oben hin abrunden. Zudem ist für Herbst ein besonders starker ID.3 Neo GTI geplant, der den bisherigen GTX beerbt.
Krone der Baureihe: Der neue VW T-Roc R
Für die leistungshungrige Fraktion schiebt die Sportabteilung aus Wolfsburg den neuen T-Roc R nach, welcher die Speerspitze der komplett überarbeiteten Baureihe markiert. Während die zivileren Versionen des Kompakt-SUVs auf Effizienz und Elektrifizierung getrimmt sind, bleibt das Topmodell seiner kompromisslosen Linie treu und vertraut weiterhin auf den bewährten 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor der Konstruktionslinie EA888.
Ersten Informationen zufolge dürfte unter der Haube der bekannte 2.0 TSI mit 333 PS arbeiten. Er könnte von einem 48-Volt-Mildhybrid-System unterstützt werden – mit dem Ziel, Effizienz und Emissionen zu verbessern, ohne die Performance zu beschneiden.
VW T-Roc R (2026) Teaser
Die Front fällt durch neu gestaltete Stoßfänger mit größeren Lufteinlässen und schärferen Linien auf, die die Fahrzeugbreite stärker betonen. Auch die Motorhaube wirkt stärker modelliert. In der Seitenansicht stechen großformatige, modellspezifische Räder hervor – vermutlich bis zu 19 oder 20 Zoll – kombiniert mit einem tiefergelegten Fahrwerk, das die dynamischere Haltung zusätzlich unterstreicht.
Im Innenraum erwarten wir blaue Ziernähte, tief konturierte Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und ein Sportlenkrad inklusive einer prominent platzierten R-Taste für den direkten Wechsel in den Rennstrecken-Modus. Der Grundpreis des neuen T-Roc R könnte sich laut ersten Kalkulationen bei knapp oberhalb der Marke von 55.000 Euro bewegen. Erwartet wird der starke T-Roc zwischen Ende 2026 und Anfang 2027.
Die China-Neuheiten: ID. Aura T6 und ID. Unyx 09
Im Rahmen der konsequent verfolgten Strategie für den wichtigen asiatischen Markt bringt das Unternehmen eine Welle lokal entwickelter Fahrzeuge an den Start, die auf der neuen, in nur 18 Monaten entwickelten China Electronic Architecture basieren.
VW ID. Aura T6
Eine wichtige Neuheit im Segment der vollelektrischen Mittelklasse-SUVs stellt der ID. Aura T6 dar, welcher aus dem lokalen Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen stammt und über fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme auf dem sogenannten Level Zwei Plus Plus verfügt, die automatisierte Navigationen im Stadtverkehr sowie auf Autobahnen ermöglichen.
VW ID. Unyx 09
Als echtes Flaggschiff präsentiert sich die seriennahe, rund fünf Meter lange Elektro-Limousine ID. Unyx 09 von Volkswagen Anhui, die über ein flaches Design, Hochleistungsrechner und ein voll integriertes, agentenbasiertes KI-System verfügt, welches die Cockpit-Erlebnisse und digitale Dienste steuert. Gleichzeitig wird für das Einstiegssegment die Serienversion des Jetta X Concept vorbereitet, die als SUV noch im selben Jahr den E-Marktstart für die bisher rein verbrennergeprägte Submarke einläutet und den Grundstein für insgesamt vier elektrifizierte Modelle bis zum Jahr 2028 legen soll.
Quelle: Automedia
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