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Für eine persönlichere Erfahrung

Audi A3 (1996-2003): Der edlere Vierer-Golf wird 30

Das Design des Kompakten kann sich heute noch sehen lassen

Audi A3 (1996-2003)
Bild von: Audi

Erinnern Sie sich noch an das Jahr 1996? Damals wird Deutschland zum bislang letzten Mal Fußball-Europameister, der Rapper Tupac Shakur stirbt und die Kult-Gruppe Take That löst sich auf. In diesem Herbst sorgt Audi auf dem Pariser Autosalon für Aufsehen. Im Rampenlicht der Messe steht ein neues Fahrzeug für die Kompaktklasse, der Audi A3. 

Der erste Audi A3 gehört auch 30 Jahre später jenen Modellen, die noch in großer Zahl auf unseren Straßen unterwegs sind? Es handelt sich um Typen, die jeder Verkehrsteilnehmer kennt und die bereits deutlich mehr als zwanzig Jahre auf dem Buckel haben, manchmal allerdings auch etwas weniger. Werden solche Alltagsautos irgendwann einmal zu echten Oldtimern? Diese Fragestellung birgt Zündstoff für Diskussionen unter Enthusiasten.

Bildergalerie: Audi A3 (1996-2003)

Mit einer Gesamtlänge von exakt 4,15 Metern ist der intern als Baureihe 8L bezeichnete Ur-A3 ungefähr so lang wie ein Audi 80 aus dem Jahr 1972 oder der letzte Audi A1. Dies zeigt, wie sich die vertrauten Maßstäbe für das Kompaktsegment im Laufe der Jahrzehnte verschieben. Als technische Basis dient die Konzernplattform PQ34 aus dem Volkswagen-Verbund, auf welcher unter anderem auch der VW Golf der vierten Generation und der erste Skoda Octavia aufbaut.

Der Wolfsburger Verwandte debütiert allerdings erst ein volles Jahr nach dem Ingolstädter Premium-Bruder, was zugleich die Ursache dafür darstellt, dass eine fünftürige Variante des A3 erst im Frühjahr des Jahres 1999 auf den Markt kommt. Die treibenden Köpfe hinter diesem Projekt sind der damalige Volkswagen-Konzernchef Ferdinand Piëch und sein Technikvorstand Martin Winterkorn.

Trend zum kleineren Format

Beide Manager erkennen die Zeichen der Zeit, da in den neunziger Jahren viele Kunden zu noblen Kompaktwagen drängen, sei es nun als gesellschaftlicher Aufstieg oder als Verkleinerung des eigenen Fuhrparks. Die Konkurrenz aus München schickt bereits im Jahr 1994 den ersten BMW 3er Compact ins Rennen, während parallel dazu die Mercedes A-Klasse am Horizont auftaucht, welche schließlich im Jahr 1997 ihre Premiere feiert.

Audi A3 (1996-2003)

Audi A3 (1996-2003)

Bild von: Audi

In dieses sich wandelnde Marktumfeld passt der Audi A3 gut hinein, zumal der erste eigenständige Audi A4 im Vergleich zum alten Audi 80 an Dimensionen zulegt. In der Anfangsphase steht der A3 wie erwähnt ausschließlich als dreitürige Schrägheck-Limousine bei den Händlern bereit, aufgeteilt in drei unterschiedliche Ausstattungslinien und bestückt mit vier verschiedenen Benzin- sowie Dieselmotoren.

Um eine klare Abgrenzung zum günstigeren Golf zu wahren, verzichtet Audi auf ein Basisaggregat mit lediglich 75 PS. Die Motorenpalette startet beim Ingolstädter stattdessen mit 101 PS aus einem Hubraum von 1,6 Metern. Darüber rangieren Ottomotoren mit 125 PS sowie die Versionen mit 150 und 180 PS, welche über eine Turboaufladung verfügen. Für die Freunde des Selbstzünders stehen Triebwerke in einem Leistungsbereich zwischen 90 und 130 PS zur Verfügung, während bei den Getrieben die Wahl zwischen einer Viergang-Automatik und der Fünfgang-Tiptronic besteht.

Audi A3 (1996-2003)

Audi A3 (1996-2003)

Bild von: Audi

Zusätzliche Türen nach fast drei Jahren

Ab März des Jahres 1999 ergänzt die fünftürige Version das Angebot. Im selben Jahr führt Audi im Modell mit dem 1,8-Liter-Turbomotor und 150 PS den quattro-Allradantrieb ein, womit die Marke ein neues Element im Premium-Kompaktsegment etabliert. Einen Meilenstein setzt der Hersteller ebenfalls im Frühjahr des Jahres 1999 mit der Vorstellung der ersten Generation des sportlichen Audi S3. Dessen Reihenvierzylinder-Motor schöpft aus 1,8 Litern Hubraum dank Abgasturbolader und Fünfventil-Technik eine Leistung von 210 PS.

Audi S3 (1999)

Audi S3 (1999)

Bild von: Audi

Im Herbst des Jahres 2000 profitiert die Modellreihe von einer Modellpflege, die optisch jedoch moderat ausfällt. Die Techniker modifizieren unter anderem die Scheinwerfer, das Interieur sowie die Heckleuchten, wodurch der Wagen optisch näher an den zeitgleich erscheinenden Audi A4 der Generation B6 rückt. Doppelscheinwerfer hinter klarem Glas lassen den A3 hochwertiger wirken, zudem steht ab diesem Zeitpunkt erstmals Xenonlicht auf der Aufpreisliste. Damit bezwecken die Verantwortlichen auch eine stärkere optische Distanzierung zum VW Golf IV, der qualitativ auf Augenhöhe agiert.

Audi A3 (1996-2003)

Audi A3 (ab 2000)

Bild von: Audi

Verlängerung in Brasilien

Im Jahr 2003 endet die Fertigung der ersten Generation des Audi A3 in Europa, wohingegen die Bänder in Brasilien noch bis zum Jahr 2006 weiterlaufen. Trotz der Konkurrenz aus dem eigenen Mutterkonzern und von anderen Premium-Marken erweist sich die Baureihe 8L als ein Erfolg für das Unternehmen, denn rund 913.000 gebaute Exemplare untermauern die Marktposition.

In der heutigen Zeit ist dieser frühe A3 auf dem Gebrauchtwagenmarkt für kleines Geld zu bekommen, allerdings zeigt er sich nicht immer völlig frei von Rost an den typischen Stellen. Auch im Innenraum sorgt der Zahn der Zeit dafür, dass das Ambiente nicht mehr ganz so gut wie am ersten Tag wirkt, da Softlacke und Bezüge unter der jahrzehntelangen Nutzung leiden.

Rein formal betrachtet wirkt die Karosserie der Baureihe 8L jedoch bis heute beinahe vollkommen zeitlos. Wie auch der A2, der erste moderne A6 oder der bereits erwähnte A4 der Generation B6 zeigen, besitzt das Designteam von Audi in jener Epoche eine glückliche Hand für unvergängliche Formen.