Das schnellste Lego-Auto aller Zeiten ist ein Koenigsegg
Das Rekordauto in Goodwood ist ein Sadair's Spear in Originalgröße und fahrbar
Im Rahmen einer technischen Kooperation zwischen dem dänischen Spielwarenhersteller Lego und dem schwedischen Automobilproduzenten Koenigsegg wurde ein fahrbares Großmodell des Hypercars Koenigsegg Sadair's Spear im Maßstab 1:1 konstruiert.
Um die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit dieser unkonventionellen Konstruktion zu demonstrieren, wurde das Fahrzeug auf der historischen Bergrennstrecke im englischen Goodwood getestet, die vor allem durch das jährliche "Festival of Speed" bekannt ist.
Bildergalerie: Lego Technic Koenigsegg Sadair's Spear
Die Steuerung des aus Klemmbausteinen gefertigten Sadair's Spear übernahm Markus Lundh, der offizielle Testfahrer von Koenigsegg, welcher im Vorjahr bereits mit dem echten, 1.603 PS starken und auf 30 Exemplare limitierten Originalfahrzeug den dortigen Streckenrekord aufgestellt hatte. Für den Versuch mit der Replik wurde die Rennstrecke in einer umgekehrten Konfiguration befahren.
Während der Testfahrt erreichte das aus Kunststoffelementen und einer tragenden Fahrzeugbasis bestehende Modell eine Höchstgeschwindigkeit von 69 Meilen pro Stunde, was umgerechnet etwa 111 km/h entspricht. Damit wurde der bestehende Geschwindigkeitsrekord für fahrbare Großfahrzeuge aus Lego-Technic-Elementen mehr als verdoppelt. Der bisherige Höchstwert wurde von einem Nachbau des McLaren P1 gehalten, welcher eine Geschwindigkeit von rund 50 km/h (31 mph) erzielt hatte.
Fast zwei Tonnen und 327.906 Teile
Der Bau des Eins-zu-eins-Modells stellte das Entwicklungsteam vor erhebliche ingenieurstechnische Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten. Das Gesamtgewicht des fahrbereiten Nachbaus beläuft sich auf rund 1.800 Kilogramm. Davon entfallen circa 400 Kilogramm rein auf die verbauten Kunststoffsteine. Insgesamt wurden für die Karosserie und die mechanischen Schnittstellen 327.906 einzelne Bauelemente zusammengesetzt.
Lego Technic Koenigsegg Sadair's Spear
Der gesamte Prozess von der ersten Designphase bis zur finalen Fertigstellung erforderte einen Arbeitsaufwand von mehr als 9.400 Stunden. Ein erheblicher Teil dieser Zeit floss in die Entwicklung und Integration funktionsfähiger mechanischer Komponenten. Eine technische Besonderheit des Großmodells ist die exakte Nachbildung komplexer Fahrzeugfunktionen: Über eine automatisierte Steuerung, die dem mechanischen Konzept des realen Vorbilds nachempfunden ist, lassen sich die Türen, die Motorhaube sowie die Seitenspiegel auf Knopfdruck synchron bewegen.
Christian von Koenigsegg, Gründer und Geschäftsführer des gleichnamigen Automobilunternehmens, betonte nach dem erfolgreichen Testlauf den Stellenwert des Projekts als Demonstration moderner Konstruktions- und Systemtechnik. Die Kooperation zeige, wie komplexe geometrische Formen und mechanische Systeme mit modularen Bauelementen realisiert werden können.
Testfahrer Markus Lundh äußerte sich nach der Rekordfahrt überrascht über das Fahrverhalten der Replik, welches in Bezug auf die Rückmeldung und das Handling unerwartet präzise Eigenschaften aufwies und physikalisch näher am realen Sportwagen lag als im Vorfeld angenommen.
Nach dem Abschluss der internen Test- und Rekordfahrten auf der abgesperrten Strecke ist geplant, das Rekordfahrzeug im Rahmen des Goodwood Festival of Speed 2026 erstmals offiziell der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Anschluss an diese Premiere wird das fahrbare Großmodell auf eine weltweite Ausstellungstournee geschickt, um es einem breiteren Publikum und Fachkreisen zugänglich zu machen und die Grenzen modularer Leichtbaukonstruktionen zu demonstrieren.
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