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Für eine persönlichere Erfahrung

Ferrari Luce: Wird der Stromer zum begehrten Sammlerobjekt?

Nicht immer gehen zu Anfang kritisch beäugte Modelle unter: Sammler lieben Kontroversen – wie auch der Purosangue zeigt

Ferrari Luce (2026)
Bild von: Ferrari

Mehr als drei Wochen sind seit der offiziellen Vorstellung des Ferrari Luce vergangen – und die Debatten sind noch immer nicht abgeebbt, vor allem wegen des ungewöhnlichen Designs. In der Zwischenzeit ist ein großer Teil der Berichterstattung fälschlicherweise zu dem Schluss gekommen, der Kursrückgang der Aktie an der Börse sei ausgerechnet durch dieses Modell ausgelöst worden.

Doch mehr als um das Modell selbst geht es in der Diskussion um seine Bedeutung für Ferrari. Der Luce ist die Absichtserklärung der Marke in Richtung Elektroauto. Auch wenn der italienische Hersteller nicht zwingend ein Auto wie dieses braucht, kann er es sich nicht leisten, auf eine neue Realität nur zu reagieren. Als Innovator der Branche muss Ferrari einen Schritt voraus sein.

Bildergalerie: Ferrari Luce (2026)

Eine neue Ikone?

Dee Luce ist nicht nur der erste vollelektrische Ferrari, sondern auch der erste Ferrari mit vier Türen und Liftback-Karosserie (der 456 GT Sedan war ein Einzelstück, das ausschließlich für den Sultan von Brunei gefertigt wurde). Außerdem ist er der Ferrari mit dem bislang größten Anteil an ausländischer Design-DNA. Diese drei Faktoren könnten bereits ausreichen, um den Luce zu einer künftigen Rarität zu machen, die viele Sammler der Marke besitzen wollen.

Allerdings gibt es noch ein weiteres, noch überzeugenderes Argument – basierend auf der jüngeren Modellhistorie einiger Ferrari.

Das Beispiel Purosangue

Um besser einzuordnen, welchen künftigen Wert der Luce haben könnte, habe ich mir die Preis­entwicklung einiger aktueller Ferrari angesehen. Verglichen wurde der Einstiegspreis zum Marktstart mit den heutigen Notierungen am Gebrauchtwagenmarkt. Berücksichtigt habe ich fünf Modelle: den F12 Berlinetta von 2013, den GTC4 Lusso von 2016, den SF90 Stradale von 2020, den 296 GTB von 2022 und den Purosangue von 2023.

Beim ältesten Modell – dem 2013 vorgestellten Ferrari F12 Berlinetta – zeigt sich eine der schwächsten Entwicklungen. Der Einstiegspreis lag 2013 bei 274.400 Euro, was nach heutigem Wert (unter Berücksichtigung der italienischen Inflation) rund 340.100 Euro entspricht. Heute liegt der niedrigste verlangte Preis für ein Exemplar aus 2013 auf der offiziellen Ferrari-Gebrauchtwagenplattform (Ferrari Approved) bei 253.000 Euro. Das bedeutet: Der Wert ist über die Jahre um 26 Prozent gesunken.

Die Entwicklung des GTC4 Lusso sieht noch schlechter aus: Hier ist mit einem Wertverlust von 31 Prozent zu rechnen.

Der Purosangue war ein weiteres umstrittenes Modell der Marke. Im Gegensatz zu den erwähnten Modellen ist er der einzige, dessen Wert im Zeitverlauf gestiegen ist. Den Daten zufolge entspricht sein Einstiegspreis aus 2023 heute rund 406.800 Euro. Der niedrigste Preis für ein Exemplar aus 2023 liegt jedoch bei 475.000 Euro – damit ist der Wert um 17 Prozent gestiegen.

Ferrari ist vermutlich nicht der einzige Hersteller, bei dem zur Vorstellung sehr kritisch beäugte Modelle über die Zeit zum Sammlerobjekt werden. Ob der Luce jedoch dem Weg des Purosangue in seiner Preissteigerung folgen wird, werden wir wohl erst in ein paar Jahren wissen?