Alfa Romeo-Verkaufszahlen: Schwach in den USA, stark in Europa
Die Halbjahresergebnisse sind da und senden gemischte Signale
Stellantis hat die US-Verkaufszahlen seiner Marke Alfa Romeo für das erste Halbjahr veröffentlicht und was wir dort sehen, ist eine ziemliche Bankrotterklärung. Bis Juni verzeichnete das Cuore Sportivo in Amerika einen Rückgang um 34 Prozent, wobei alle drei dort erhältlichen Modelle zweistellig schrumpften: Die Giulia um 32 Prozent, der Stelvio um 40 Prozent und der Tonale um 28 Prozent. Zusammen generierten die drei Modelle nur 3.164 Verkäufe.
Führt man sich vor Augen, mit welchen Zielen der Autobauer 2013 auf den US-Markt zurückkehrte und was man sich dort gerade von Giulia und Stelvio erwartete, liest sich das aktuelle Ergebnis wie ein Offenbarungseid.
Allerdings ist nicht alles schlecht an den Halbjahres-Ergebnissen. Der Silberstreif am Horizont für die legendäre italienische Marke ist Europa. Dort läuft es 2025 bisher hervorragend. Die heute veröffentlichten Verkaufszahlen des Europäischen Automobilherstellerverbands ACEA zeigen, dass Alfa deutlich zugelegt hat.
In den ersten sechs Monaten des Jahres stiegen Alfa Romeos Neuzulassungen um 33,3 Prozent auf 33.116 Autos. Der ACEA berichtet über die Verkäufe in den 27 EU-Ländern, dem Vereinigten Königreich und den EFTA-Mitgliedern (Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz).
Alfa Romeo Junior
Auf dem alten Kontinent konnte man also rund zehn Mal so viele Autos unters Volk bringen wie in den USA. Der Grund dafür ist relativ simpel: Alfa Romeo verkauft den Junior nicht in den USA. In Deutschland etwa, wo man um 6,6 Prozent auf 3.952 Autos zulegen konnte, war das neue Einstiegsmodell für 50 Prozent der Verkäufe zuständig. Auf den anderen europäischen Märkten ist es ähnlich.
Dass Alfa inzwischen drei SUVs im Portfolio hat und ein größeres viertes seit Ewigkeiten gerüchtet wird, schmeckt den Traditionalisten natürlich nicht. Aber ohne die Hochsitze sähe es für die Kultmarke richtig düster aus. Im März hatte man, größtenteils dank des Junior, mit 8.700 Verkäufen weltweit den stärksten Monat seit 2019.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Ganz ohne SUVs (und die USA) verzeichneten die Mailänder etwa im Jahr 2011 mehr als 130.000 Auslieferungen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
Nächste Generation des Alfa Romeo Stelvio
Zudem gilt: trotz des kleinen Booms in Europa liegt Alfa Romeo immer noch weit hinter den deutschen Luxusgiganten mit ihren wesentlich umfangreicheren Modell-Portfolios. Die 33.116 Einheiten im Zeitraum Januar bis Juni sind ein Tropfen auf den heißen Stein im Vergleich zu BMWs 406.126 Einheiten (+1,9 Prozent), den 335.418 Einheiten von Mercedes (+0,3 Prozent) und Audis 328.761 Neuzulassungen (-4,7 Prozent). Überraschenderweise liegt selbst Lexus in Europa vor dem Cuore Sportivo - mit einem Anstieg von 11,4 Prozent auf 40.396 Autos.
Die nächsten Schritte für Alfa sind die Erneuerung der beiden Kern-Modelle Giulia und Stelvio. Dabei steht vor allem die Giulia vor einer größeren Transformation. Berichten zufolge muss sie ihre klassische Limousinen-Form aufgeben und mutiert zu einem fünftürigen Liftback mit leicht erhöhter Bodenfreiheit im Stile des Peugeot 408, Citroën C5 X oder DS No8. Der Stelvio bleibt in seiner Rolle als D-Segment-SUV, dürfte aber deutlich wachsen und bekommt wohl auch mehr Stellantis-Anstrich verpasst.
Quelle: ACEA, Stellantis
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