Elektrischer Porsche Macan verkauft sich besser als der Verbrenner
Fast 60 Prozent der in diesem Jahr verkauften Macan haben keinen Verbrennungsmotor. Das ist gut, aber kein Grund zu jubeln
Gespannt blicken wir heute auf die neuesten Verkaufszahlen von Porsche. Nachdem das Gesamtjahr 2024 einige Höhen, aber mindestens genauso viele Tiefen bot, sind auch die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2025 durchwachsen.
Der Macan verzeichnete im Vergleich zum Zeitraum Januar–Juni 2024 eine Steigerung um 15 Prozent auf 45.137 Einheiten und mauserte sich so zum meistverkauften Modell der Marke. Dabei muss beachtet werden: Das Einstiegs-SUV der Zuffenhausener gibt es seit September 2024 in doppelter Ausführung - in der rein elektrischen zweiten Generation und in einigen wenigen Märkten wie den USA auch immer noch in der ersten Generation mit Verbrenner.
Zu beachten ist, dass der Macan seit Mitte letzten Jahres in der Europäischen Union nicht mehr verfügbar ist. Nicht aufgrund von Emissionsvorschriften, wie manche vermuten könnten, sondern wegen eines Cybersicherheitsgesetzes, das im Juli 2024 in Kraft getreten ist.
Es ist also keine all zu große Überraschung, dass der E-Macan besser dasteht als sein benzinbetriebener älterer Bruder. Allerdings entschieden sich nur rund 57 Prozent der Macan-Käufer für das Elektrofahrzeug. Das entspricht 25.884 Einheiten. Will man mit dem elektrischen Macan auf das 2023er-Niveau der ersten Macan-Generation kommen (über 87.000 Auslieferungen im Gesamtjahr 23), gibt es also noch einiges zu tun.
Zu bedenken gilt auch: Wäre der Verbrenner-Macan noch in den 27 EU-Mitgliedstaaten erhältlich, hätte er möglicherweise die Waage zu seinen Gunsten kippen können. Porsche prüft deshalb Gerüchten zufolge ein neues Verbrenner-SUV unterhalb des Cayenne.
Falls genehmigt, würde das neue Crossover-Modell „von Synergien profitieren“ und möglicherweise auf der Premium Platform Combustion (PPC) des neuen Audi Q5 stehen. Vermutlich wird das aber nicht vor Ende des Jahrzehnts passieren.
Wenig überraschend war der zweiterfolgreichste Porsche im ersten Halbjahr der Cayenne. Die Nachfrage sank jedoch um 23 Prozent auf 41.873 Einheiten. Ein Rückgang, der teilweise auf „Nachholeffekte aus dem Vorjahr“ zurückzuführen ist. Eine neue Generation des elektrischen Cayenne wird später in diesem Jahr debütieren, die Verkaufszahlen jedoch erst 2026 beeinflussen. Die bevorstehende Einführung des E-Cayenne bedeutet nicht das Ende des Verbrenner-Modells, das bis in die 2030er Jahre fortbestehen wird.
Der 911 komplettiert das Podium mit 25.608 Einheiten, was einem Rückgang um 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Porsche führt den Rückgang auf die gestaffelte Einführung der aktualisierten 992.2-Serie und den starken Schlussspurt des Vorfacelift-Modells zurück.
Der Panamera landete auf dem vierten Platz mit 14.975 Auslieferungen, ein Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ähnlich wie der Cayenne wird die große Sportlimousine auch im nächsten Jahrzehnt weiterhin mit Benzinmotoren zu haben sein.
Die Cybersicherheitsvorschriften der EU führten letztes Jahr auch zur Einstellung des Boxster und Cayman in der Region. Dieser doppelte Schlag spiegelt sich in den Zahlen von Januar bis Juni 2025 wider, mit einem weltweiten Absatzrückgang von 12 Prozent auf 10.496 Einheiten. Porsche wird die Produktion des aktuellen 718 im Oktober einstellen. Elektrische Nachfolger sind in Planung. Leider gibt es derzeit keine Pläne für zukünftige benzinbetriebene Boxster oder Cayman.
Am Ende der Liste steht der Taycan mit 8.302 verkauften Fahrzeugen bis Juni. Das ist ein Rückgang um 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, nachdem die Elektro-Baureihe im Gesamtjahr 2024 bereits 49 Prozent im Vergleich zu 2023 verlor.
Insgesamt lieferte Porsche in den ersten sechs Monaten des Jahres 146.391 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von 6 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Nordamerika bleibt der größte Markt mit 43.577 Auslieferungen, ein Anstieg von 10 Prozent im Jahresvergleich. In China gab es erneut ein Minus, diesmal um 28 Prozent. Wesentliche Gründe für den Rückgang bleiben "die herausfordernden Marktbedingungen, vor allem im Luxussegment, sowie die Wettbewerbsintensität im chinesischen Markt".
Die Einstellung des Boxster, Cayman und der ersten Macan-Generation in Europa hat die Nachfrage beeinflusst. In Deutschland sanken die Auslieferungen stark um 23 Prozent auf 15.973 Einheiten. Den Heimatmarkt ausgenommen gingen Porsches europäische Verkäufe um 8 Prozent auf 35.381 Fahrzeuge zurück.
Quelle: Porsche
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