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'Null' Nachfrage: Ferrari verschiebt angeblich zweites Elektroauto

Ferraris zweites E-Auto soll in größerer Stückzahl produziert werden, aber anscheinend möchte niemand einen elektrischen Ferrari

Ferrari Logo

Elektrische Sportwagen haben sich bisher als schwer verkäuflich erwiesen. Selbst Mate Rimac, der Elektro-Hypercar-König, dessen Unternehmen den 1.914 PS starken Nevera baut, sieht das so. Es sind auch schlechte Nachrichten für Ferrari. Reuters berichtet nun unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Ferrari sein zweites E-Auto von 2026 auf 2028 verschiebt, weil es derzeit offenbar "null" Nachfrage nach einem solchen Auto gibt. 

Der Reuters-Artikel, auf den uns  The Drive  aufmerksam machte, besagt auch, dass Ferraris erstes Elektroauto eher eine Art Sondermodell mit geringer Stückzahl sein wird. Ein "symbolisches Meilenstein-Modell, das das Versprechen einlösen wird, das erste eigene EV im Jahr 2026 an den Start zu bringen". Der zweite elektrische Ferrari, der eigentlich bis Ende nächsten Jahres kommen sollte, wird ein Serienmodell mit höherer Stückzahl sein.

Ferrari verkauft rund 5.000 bis 6.000 Exemplare jedes Serienmodells über einen Zeitraum von fünf Jahren, aber eine der Reuters-Quellen sagte, dass dies mit einem reinen Elektroauto, das nächstes Jahr kommen soll, unmöglich wäre. Es gibt praktisch kein Kundeninteresse, daher verschiebt Ferrari das Modell frühestens auf 2028.

Dieses zusätzliche Zeitfenster hat auch den Vorteil, dass Ferrari seine EV-Technologie weiterentwickeln kann. Wir haben bereits berichtet, dass Ferrari Patente für ein virtuelles Motor- und Getriebesystem für Elektroautos angemeldet hat, ähnlich wie es Hyundai erfolgreich mit dem Ioniq 5 N gemacht hat. Dennoch sagt eine der Reuters-Quellen, dass der Hauptgrund für die Verzögerung das Nachfrageproblem ist und nicht etwas, das mit dem Auto selbst zu tun hat.

Ferrari ist nicht die einzige italienische Sportwagenmarke, die ihre Pläne für elektrische Sportwagen nach hinten verschiebt. Wie Reuters feststellt, hat Lamborghini den Start seines ersten EV von 2028 auf 2029 verschoben und Maserati hat den elektrischen MC20 gleich komplett gestrichen.

Die Nachfrage nach E-Autos steigt deutlich langsamer als viele Autohersteller einst angenommen haben, und regulatorische Vorstöße, die Produktion von Verbrenner-Modellen zu beenden, wurden entweder verzögert oder ganz aufgegeben. Für Ferrari muss ein abwartender Ansatz keine schlechte Sache sein. Besser als sich zu früh zu etwas zu verpflichten, das möglicherweise gar nicht gebaut werden muss.