Kurbelfenster sind zurück: Slate ist das amerikanische Dacia
Das Jeff-Bezos-Auto ist nicht mit Dacia verwandt, verfolgt aber einen ähnlichen Ansatz
Kurbelfenster kehren auf den amerikanischen Automarkt zurück. Der letzte Pkw, der mit einem manuell zu bedienenden Fenster angeboten wurde, wurde dort vergangenes Jahr eingestellt. Dank des Start-up-Unternehmens Slate (hinter dem Jeff Bezos von Amazon steht) und seines erstaunlich preiswerten Elektro-Pick-ups gibt es aber bald wieder ein Auto mit Kurbeln.
Wo es in Europa noch Fensterkurbeln gibt? Maximal in günstigen Kleinwagen wie dem Dacia Sandero, dem Mitsubishi Space Star oder dem Fiat Panda. Aber selbst dort nur hinten. In jedem Fall erinnert uns der Slate an die Basismodelle von Dacia. Etwa durch den Verzicht auf einen Bildschirm in der Mitte.
Bildergalerie: Slate Pick-Up
Den Slate Truck (so der offizielle Name) gibt es nur in einer einzigen Konfiguration, um die Produktionskosten so gering wie möglich zu halten. Er verfügt über Stahlfelgen, einen einzigen Elektromotor und vor allem über zwei sich drehende Kurbelmechanismen, mit denen sich die Fenster manuell betätigen lassen. Aus der Pressemitteilung des Unternehmens geht hervor, dass es elektrische Fensterheber nicht einmal als Option gibt.
Dies ist das erste Mal, dass Kurbelfenster in einem Pkw in den Vereinigten Staaten seit September 2024 erhältlich sind, als Jeep diese in der Basisversion des Wrangler und Gladiator endgültig abschaffte.
Kurbelfenster waren jahrzehntelang ein Merkmal von Billigautos und standen für Einfachheit und Kosteneffizienz. Noch vor 10 Jahren waren sie in den USA in zahlreichen Billigautos wie dem Ford Fiesta, dem Chevy Sonic und dem Kia Rio zu finden, die inzwischen alle aus dem Programm genommen worden sind. Auch der Basis-Sandero der letzten Generation hatte noch manuelle Fensterheber vorne.
Der Pick-Up von Slate (weite Karosserievarianten sollen folgen, siehe Video) soll als ultragünstiges Nutzfahrzeug punkten. Er bietet eine gut 1,50 Meter lange Ladefläche, eine Nutzlast von 650 Kilogramm, eine Anhängelast von 454 Kilogramm und eine elektrische Reichweite von 150 Meilen (241 Kilometer). Nach der staatlichen Förderung in den USA verspricht das Unternehmen einen Einstiegspreis von weniger als 20.000 Dollar - eine fast unglaubliche Zahl, wenn man bedenkt, wie teuer die Dinge heutzutage sind.
Das Interessanteste daran? Die Kurbelfenster sparen wahrscheinlich weder Geld noch Gewicht im Vergleich zu elektrisch betriebenen Motoren. In jahrelanger Entwicklungsarbeit haben die Zulieferer die Herstellung von elektrischen Fensterhebern unglaublich billig gemacht, so dass ein Kurbelantrieb nicht billiger ist. Sogar der zweite Lotus Elan, ein Sportwagen, der für sein geringes Gewicht bekannt ist, soll elektrische Fensterheber verwendet haben, weil sie insgesamt die leichtere Wahl waren.
Der minimalistische, schlichte Innenraum des Slate Trucks.
Die manuellen Fenster des Slate Truck sind wahrscheinlich eher ein symbolisches Merkmal als ein praktisches. Sie versetzen uns in eine Zeit zurück, in der die Dinge einfacher, unkomplizierter und erschwinglicher waren - genau die Art von Emotionen, die Slate bei den Käufern wecken will. Das Produkt ist äußerst überzeugend. Jetzt muss Slate es nur noch auf den Markt bringen.
Bildergalerie: Slate Truck (2025)
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