Ford patentiert einen manuellen Schalthebel für Elektroautos
Er ist ausfahrbar. Nur schade, dass es keine echten Gänge zum Schalten gibt
Elektrofahrzeuge haben einen völlig anderen Antriebsstrang als Autos mit Verbrennungsmotor, aber das hält die Autohersteller nicht davon ab, zu versuchen, die Empfindungen nachzuahmen, an die die meisten Fahrer bislang gewöhnt sind. Vegane Wurst quasi ...
Ein typisches Beispiel: Die neue Patentanmeldung von Ford, die am 20. März veröffentlicht wurde, zeigt eine gute alte Knüppelschaltung für Elektroautos. Obwohl E-Autos gar kein manuelles Getriebe brauchen. Natürlich werden dabei keine Zahnräder geschaltet, aber darum geht es auch nicht.
Das Patent mit dem Titel "Shifter Assembly For Electric Vehicle" zeigt einen Schalthebel der alten Schule, der in einem Gehäuse montiert ist. Wäre dies ein Schalthebel für, sagen wir, einen Ford Mustang Dark Horse, würde er auf dem Getriebetunnel montiert und über mechanische Verbindungen mit einem Sechsgang-Getriebe verbunden.
E-Konzept mit Schalthebel: Toyota Corolla Levin AE86 BEV
Hier sitzt er einfach auf einem erhöhten Teil des Bodens und stößt an verschiedene Aktoren, die von einem elektronischen Leistungsregler gesteuert werden. Laut Patent "steuert dieser den Fluss der von der Batterie gelieferten elektrischen Energie, indem er die Geschwindigkeit der Motoren und das von jedem Motor erzeugte Drehmoment regelt".
Mit anderen Worten: Wenn Sie den Schaltknüppel nach vorne oder hinten bewegen, werden Signale gesendet, um die Leistung des Fahrzeugmotors (oder der Motoren) zu verändern und so die Schaltvorgänge eines herkömmlichen Getriebes nachzuahmen. Vermutlich wird Ihr Elektrofahrzeug dadurch langsamer, da die Leistung unterbrochen wird, aber darum geht es auch hier nicht.
Ford EV-Schalthebel-Patent
Ford ist nicht der einzige Hersteller, der diese Idee ausprobiert. Hyundai hat mit dem Ioniq 5 N Pionierarbeit geleistet, der über simulierte Schaltwippen verfügt, um ein benzinähnliches Fahrgefühl zu erzeugen, das ideal für einen Rennstreckentag oder eine gute Landstraße ist. Toyota versucht etwas Ähnliches mit dem neuen Lexus RZ, und wir haben in Japan Prototypen getestet, die einen simulierten Schaltknüppel verwenden - komplett mit Kupplung und Abwürgen. Es ist jedoch unklar, ob der Schalthebel in einem Serienfahrzeug zum Einsatz kommen wird; Schaltwippen scheinen für den Alltag wahrscheinlicher.
Mit ihrer sofortigen Kraftentfaltung ohne Gangschaltung sind Elektroautos bereits die schnellsten Serienfahrzeuge auf dem Planeten Erde. Hier geht es um das Engagement des Fahrers, etwas, das EVs im Vergleich zu einem MX-5 oder sogar einem alten Pick-up mit einem kilometerlangen Schalthebel, der aus dem Boden ragt, offen gesagt nicht so gut können.
Legendär: Der Schaltknüppel im Mazda MX-5
Der EV-Schalthebel von Ford lässt sich nicht gedankenlos einlegen. Im Sockel sind kleine Motoren eingebaut, die über den Hebel eine Kraftrückmeldung geben. Der Schalthebel kann wie ein 6,2-Liter-V8-Camaro vibrieren, und wenn man zwischen den "Gängen" wechselt, bietet er einen gewissen Widerstand in Form von Kerben. Das ist ganz nett, wenn auch ein bisschen abgedroschen. Und da die meisten Elektroautos kein Getriebe haben, kann man die gesamte Baugruppe einfahren, wenn man einfach nur normal fahren will.
Vorerst handelt es sich nur um ein Patent. Ursprünglich wurde es bereits 2023 angemeldet, Ford denkt also schon seit einiger Zeit darüber nach. Ob es letztendlich zum Tragen kommt, ist ungewiss, aber es könnte eine Möglichkeit sein, traditionelle Enthusiasten in die Welt der Elektroautos zu locken.
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