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Audi ist sich in Sachen Elektromobilität nicht mehr so sicher

Eigentlich war der Plan, den Verkauf von Verbrennern im Jahr 2032 einzustellen

2025 Audi RS3
Bild von: Chris Rosales / Motor1

Audi ist der jüngste Autohersteller, der seine hochgesteckten Elektroauto-Ziele in Frage stellt. Im Jahr 2021 kündigten man Pläne an, bis 2032 rein elektrisch zu fahren, und versprach, die letzte neue Baureihe mit Verbrennungsmotor im Jahr 2026 auf den Markt zu bringen.

Jetzt überdenkt das Unternehmen diese Ziele und räumt ein, dass die Umstellung auf Elektroautos länger dauert als erwartet. Gernot Döllner, der Vorstandsvorsitzende von Audi, teilte dies auf der Konferenz über die Verkaufsergebnisse für 2024 mit.

Bildergalerie: Audi A6 Avant e-tron (2024)

Diese Woche erklärte Döllner: "Angesichts der verzögerten Transformation zur Elektromobilität müssen wir diese Termine und Fristen überprüfen." Und weiter: „Als Teil unserer Produktoffensive bringen wir nicht nur neue E-Modelle auf den Markt, sondern auch eine neue Generation Verbrenner und Plug-in-Hybride. Die Produktion unserer letzten Verbrenner werden wir in Abhängigkeit von der jeweils unterschiedlichen Entwicklung der Weltmärkte steuern.“

Die Verkaufszahlen für 2024 zeigen, dass die Nachfrage nach Audi-Elektroautos um 19,5 Prozent auf 158.343 Einheiten gesunken ist. Die zum Volkswagen-Konzern gehörende Marke macht dafür "ein herausforderndes Gesamtmarktumfeld, einen härteren Wettbewerb und eine deutlich geringere Gesamtnachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen" verantwortlich.

Der Erzrivale BMW ist da anderer Meinung, denn sein Absatz von Elektrofahrzeugen wuchs um 11,6 Prozent auf 368.475 Einheiten. Tatsächlich hat BMW die Verkäufe von Mercedes und Audi zusammengenommen übertroffen, wenn wir ausschließlich über Elektrofahrzeuge sprechen.

Bildergalerie: Audi A6 Avant (2025)

Audi sagt nun, dass "Flexibilität zählt" und bereitet mehrere neue Modelle mit Verbrennungsmotoren vor. Wir haben bereits den neuen A5 in den Varianten Limousine und Kombi, den Q5 und Q5 Sportback sowie den A6 Avant gesehen, die Limousine folgt in Kürze. Die nächste Generation des kompakten Crossover Q3 wird diesen Sommer vorgestellt, und Erlkönigfotos haben gezeigt, dass ein neuer Q7 in Arbeit ist.

Es ist unklar, ob sich die Gerüchte über einen noch größeren Q9, einen dreireihigen SUV, bewahrheiten werden, aber Audi könnte einen echten Rivalen für den BMW X7 und den Mercedes GLS gebrauchen.

Audi gibt auch die Dieselmotoren nicht auf, denn der TDI wurde bereits für die kommenden Euro-7-Vorschriften optimiert. Zukünftige Investitionen sind jedoch aufgrund der rückläufigen Verkaufszahlen unwahrscheinlich. In der EU+EFTA+UK-Region betrug der Anteil der Dieselfahrzeuge an den Auslieferungen im vergangenen Jahr nur 10,4 Prozent, so die Zahlen des Europäischen Automobilherstellerverbandes (ACEA). In seiner Blütezeit hatte der Diesel in mehreren Euro-Ländern einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent.

Wohl auch deswegen setzt Audi verstärkt auf Plug-in-Hybride. Döllner: "Am 25. März stellen wir den Audi A5 als Plug-in-Hybrid-Variante vor. Bis Ende des Jahres bringen wir in Summe zehn neue PHEV-Modelle auf den Markt. Für uns sind diese Modelle ein zentraler Bestandteil unseres Portfolios auf dem Weg hin zu einem rein elektrischen Angebot."

Es gibt Berichte über eine mögliche Rückkehr des Supersportwagens R8 mit einem Plug-in-Hybrid-V8-System, das vom Lamborghini Temerario stammt. Am anderen Ende der Produktpalette wird Audi den A1 und den Q2 auslaufen lassen, so dass die billigsten Verbrenner-Modelle nach der Ausmusterung der aktuellen Generation nicht mehr erneuert werden. Der Kleinwagen und der Crossover kommen zusammen auf 131.000 Verkäufe im Jahr 2024.

Döllner räumte ein, dass "eine Verlängerung der Verbrennungsmotoren einen positiven Einfluss auf unser Geschäftsmodell haben wird." Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass E-Fahrzeuge im Jahr 2024 nur 9,4 Prozent der gesamten Auslieferungen ausmachen. 100 Prozent bis 2032 zu erreichen, ist selbst für die optimistischsten Ingolstädter kein realistisches Ziel.