Ford Deutschland bekommt neue Milliarden - mit einem Haken
IG Metall warnt vor Insolvenz in den nächsten Jahren
Es sieht aktuell nicht gut aus für Ford in Deutschland. Das Werk in Köln ist mit den Elektromodellen Explorer und Capri bei weitem nicht ausgelastet, der Absatz stockt. Rund 730 Neuzulassungen konnten beide Modelle im Februar 2025 auf sich vereinen. Nur die Nutzfahrzeuge sowie Puma und Kuga halten den Marktanteil hierzulande noch bei 4,2 Prozent.
Und der Ford Focus. Doch seine Produktion endet im November 2025 ohne Nachfolger. Wie auch schon Fiesta und Mondeo ist dann ein weiteres Volumenmodell Geschichte. Eine düstere Zukunft also am Horizont? Zumindest gibt es jetzt frisches Geld von der Konzernzentrale in den USA.
Bildergalerie: Ford Capri (2025) im Test
Offiziell heißt es dazu: "Um die Transformation seines Europa-Geschäfts zu unterstützen und dessen Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu steigern, stellt die Ford Motor Company neues Kapital sowie Mittel für einen umfassenden Businessplan der deutschen Tochtergesellschaft, Ford-Werke GmbH, zur Verfügung.
In den vergangenen Jahren hat Ford in Europa bedeutende Investitionen getätigt, darunter zwei Milliarden US$ für den Umbau des Werks in Köln für die Fertigung elektrischer Fahrzeuge."
Die neue Finanzierung von bis zu 4,4 Milliarden Euro umfasst eine Kapitaleinlage, um die Schulden der Ford-Werke zu reduzieren. Zusätzlich werden Mittel für einen mehrjährigen Businessplan bereitgestellt, der darauf abzielt, die laufenden Restrukturierungsbemühungen zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Dieser Schritt ersetzt die 2006 ausgestellte Patronatserklärung der Ford Motor Company und bringt die Unterstützung der Ford-Werke in Einklang mit der anderer Tochtergesellschaften von Ford weltweit.
Bildergalerie: Ford Focus 1.0 EcoBoost (2024) im Test
"Mit dem neuen Kapital für unsere deutsche Tochtergesellschaft fördern wir die Transformation unseres Geschäfts in Europa und stärken unsere Wettbewerbsfähigkeit mit einer neuen Produktpalette“, sagte John Lawler, stellvertretender Vorsitzender der Ford Motor Company. "Um langfristig in Europa erfolgreich zu sein, müssen wir auch weiterhin unsere Strukturen vereinfachen, Kosten senken und die Effizienz steigern."
Lawler fügte hinzu: "Ford bekennt sich mit der Finanzierung klar zu seinem europäischen Geschäft. Gleichzeitig ist es unerlässlich, dass alle Beteiligten – Industrie, politische Entscheidungsträger, Gewerkschaften und Sozialpartner – zusammenarbeiten, um die Zukunft der europäischen Automobilindustrie zu sichern. Insbesondere brauchen wir eine klare politische Agenda in Europa, die die Akzeptanz von Elektroautos fördert und die Verbrauchernachfrage mit den europäischen Emissionszielen in Einklang bringt."
Bedeutet: Man schiebt den Schwarzen Peter der Politik zu. Doch das Auslaufen der Patronatserklärung bringt die IG Metall auf die Palme. Jene Erklärung sah bislang vor, dass die Konzernmutter alle Schulden übernimmt. Seit Ende November 2024 ist bekannt: Ford will 2.900 Stellen in Köln abbauen. Der Haken an der Sache für die Geschäftsführung sei laut der Gewerkschaft, dass sie aus dem vereinbarten Kündigungsschutz bis Ende 2032 nicht rauskommt.
Und so heißt es wörtlich: "Betriebsrat und IG Metall haben klar signalisiert: Ohne ein Zukunftskonzept für den Standort lassen wir auch nicht über einen weiteren Personalabbau mit uns reden.
Nun vollzieht die Unternehmensführung einen ganz dreckigen Griff in die Trickkiste – sie stellt die Finanzierung um und kündigt parallel die Patronatserklärung für die deutsche GmbH. Ohne die seit 2006 bestehende Patronatserklärung wäre eine Insolvenz der Ford Werke GmbH in den nächsten Jahren möglich, wenn die wirtschaftliche Lage sich nicht verbessert und der Mutterkonzern in den USA die Verluste nicht mehr ausgleicht.
So soll auf mieseste Art und Weise Druck auf den Betriebsrat aufgebaut werden, um der geplanten Betriebsänderung zuzustimmen."
Und weiter: "An einer tariflichen Auseinandersetzung führt nun auch kein Weg mehr vorbei. Wir sind entschlossen und kampfbereit! [...] Jetzt ist klar, der gesamte Standort ist in akuter Gefahr!" Es könnte also einen heißen Frühling in Köln geben ....
Auch interessant
Darum hat Ford die Bezeichnung Shelby beim Mustang gestrichen
Kia K4 (2026) mit 150 PS im Test: Neuer Name, neues Glück?
Der Ford Mustang Dark Horse SC bekommt 795 PS und wird echt wild
Mitsubishi Eclipse Cross (2026) im Video: 635 km Reichweite
Vergessene Studien: Das war der erste "City-SUV"
Citroen Saxo VTS: Der kleine Landstraßen-König wird 30
Ford bekommt nicht genug und treibt den Mustang zum nächsten Rekord