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Skoda Octavia Combi 2.0 TDI (2024) im Test: Diesel-Dinosaurier?

Mit 150 PS, DSG und Sportline-Ausstattung samt optionaler Extras sind mittlerweile über 53.000 Euro fällig ...

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test
Bild von: Motor1.com

Beginnen wir mit den Basics: Der Skoda Octavia Combi in der Sportline-Ausstattung ist der flott aussehende Vertreter mit ordentlich Laderaum in der Octavia-Familie – eine Mischung aus Alltagsheld und Langstreckenläufer also. Aktuell und seit 2019 in seiner vierten Generation. Unter der Haube werkelt der bewährte 2,0-Liter-TDI mit 150 PS, der sich mit einem 7-Gang-DSG verbündet. Klingt nach einem zuverlässigen Team, oder?

Schnelle Daten Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI
Motor 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel (VW EA288 evo)
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Antrieb Frontantrieb
Leistung 110 kW (150 PS) bei 3.000 bis 4.200 U/min
Drehmoment 360 Nm bei 1.600 bis 2.750 U/min
Preis ab 43.350 Euro (Sportline)

Dieser Testwagen-Kombi hat also die Sportline-DNA, was sich optisch an schwarzen Akzenten, schicken 18-Zoll-Leichtmetallfelgen und dem etwas grimmigen Look der Frontpartie zeigt. Perfekt für alle, die nicht direkt den RS (den wir auch schon gefahren sind) kaufen wollen, aber trotzdem etwas mehr Dynamik ausstrahlen möchten als der Nachbar mit seinem langweiligen "Ambition".

Bildergalerie: Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Aber macht das alles überhaupt Sinn? Vor allem zu einem Preis, der dann nicht mehr unbedingt ganz soooo "Simply Clever" ist? Und sollte man überhaupt noch einen kompakten Kombi mit Diesel kaufen? Wir waren dazu mit dem unlängst aufgefrischten Facelift-Modell unterwegs ...


Facelift & Updates | Fahrbericht | Ausstattung & Preis | Fazit


Facelift & Updates

Das Facelift (hier im Detail behandelt) bringt seit Mitte 2024 frischen Wind in die Octavia-Reihe. Auch wenn wir hier nicht von einer kompletten Verwandlung sprechen. Deshalb ändert sich an den allgemeinen Daten auch nicht wirklich etwas.

Abmessungen & Gewichte Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI
Länge x Breite x Höhe 4.698 mm x 1.829 mm x 1.468 mm
Radstand 2.686 mm
Leergewicht 1.480 - 1.672 kg (je nach Ausstattung)
Zuladung 393 - 585 kg (je nach Ausstattung)
Sitzplätze 5
Kofferraumvolumen 640 - 1.700 Liter
Anhängelast 740 kg (ungebremst) / 1.800 kg (gebremst bis 8% Steigung)

Es sind aber die Details, die zählen. Und die machen durchaus Sinn ...

  • Neuer Kühlergrill und LED-Matrix-Scheinwerfer: Sieht schick aus und sorgt für bessere Sicht.
  • USB-C mit 45 Watt Ladeleistung: Smartphones sagen danke – vor allem, wenn sie ständig Stromhunger haben.
  • 13-Zoll-Infotainment-Display (optional): Riesig, modern und irgendwie auch der Mittelpunkt des Cockpits. Damit fühlt man sich endlich in der Gegenwart angekommen.
  • Feinschliff am Innenraum: Materialauswahl und Verarbeitung sind erneut auf hohem Niveau. Der schwarze Sportline-Dachhimmel unterstreicht das sportliche Ambiente, ohne zu düster zu wirken.
Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Bilder von: Motor1.com

All das sorgt dafür, dass der Octavia Combi nicht nur praktisch, sondern auch zeitgemäß bleibt. In einer Welt, die sich eigentlich in Richtung elektrischer SUVs (siehe den neuen Skoda Elroq) auszurichten versucht, ein wichtiges Statement für einen Buchhalter-Kombi mit schnödem Diesel.

Fahrbericht

150 PS – das klingt erstmal nicht spektakulär, aber hier zählt, wie der Octavia diese Leistung umsetzt. Der TDI aus dem VW-Regal ist nämlich ein Musterbeispiel an Drehmomentfreude: Mit 360 Nm, die bereits bei 1.600 U/min anliegen, fühlt sich der Sportline deshalb im unteren Drehzahlbereich erstaunlich spritzig an. Nach oben hin wird es aber dann doch zäh und man wünscht sich dann ein schnelles Schaltmanöver.

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Bild von: Motor1.com

Die Beschleunigung? In 8,6 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h. Damit ist der Skoda natürlich kein Tesla-Killer. Aber er ist flott genug, um an der Ampel dem typischen Kleinwagen-Fahrer den Tag zu verderben. Die Höchstgeschwindigkeit? 225 km/h. Autobahn links? Kein Problem. Das 7-Gang-DSG arbeitet zudem so smooth, dass man fast vergisst, dass es da ist. Nur in Stop-and-Go-Situationen wünscht man sich manchmal eine noch feinere Abstimmung.

Fahrleistungen & Verbrauch Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI
0-100 km/h 8,6 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Verbrauch 4,5 - 4,9 l/100km (WLTP) / 6,2 l/100km (Testverbrauch)
CO2-Emissionen 119 - 129 g/km (WLTP)

Das Fahrwerk und die Lenkung sind eine gelungene Mischung aus Komfort und Agilität. Mit dem optionalen adaptiven Fahrwerk DCC (750 Euro) lässt sich die Charakteristik individuell anpassen: von angenehm weich für Langstrecken bis hin zu straff für kurvige Landstraßen. Sollte man in jedem Fall dazu buchen. Man wird den Aufpreis nicht bereuen.

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Bild von: Motor1.com

Und der Verbrauch? Offiziell gibt Skoda 4,5 bis 4,9 Liter/100 km an. In der Praxis schafften wir es mit zurückhaltendem Gasfuß in die Nähe dieser WLTP-Werte – beachtlich für einen Kombi, der über 4,7 Meter lang ist und 640 Liter Kofferraumvolumen bietet. Am Ende pendelt sich der Durchschnitt dann aber doch bei rund 6,2 Liter ein. Auch noch okay. 

Ausstattung & Preis

Die Sportline-Ausstattung ist umfangreich, aber natürlich gibt es immer Raum für Upgrades. Serienmäßig an Bord sind dennoch Sportsitze in Kunstleder-Stoff-Kombination, der erwähnte schwarze Dachhimmel, die LED-Hauptscheinwerfer und 18-Zoll-Leichtmetallräder.

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Bilder von: Motor1.com
Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI (2024) im Test

Extras treiben den Preis aber schnell in die Höhe. Hier ein paar Highlights aus der Konfiguration:

Sonderausstattung Skoda Octavia Combi Sportline 2.0 TDI

Race-Blau Metallic

660 Euro
Adaptives Fahrwerk DCC 750 Euro
CANTON Soundsystem (12 Lautsprecher)
Fahrassistenz
590 Euro
Fahrassistenz 570 Euro
Infotainment Plus 1.560 Euro
Licht & Sicht Plus und Komfort 2.470 Euro
Panoramaschiebedach 1.130 Euro
Proaktiver Insassenschutz 190 Euro
Seitenairbags vorn und hinten sowie Center-Airbag und Kopfairbags 320 Euro
Simply Clever 210 Euro
Spurwechsel- und Ausparkassistent sowie Ausstiegswarner (Side Assist) 490 Euro

Transport

390 Euro

Winter Plus

710 Euro
18" Stahlreservenotrad 150 Euro

Am Ende kommt unser Testwagen auf beachtliche 53.380 Euro. Subtrahiert man den Grundpreis vom Sportline-Combi mit dieser Motorisierung, macht das rund 10.000 Euro für Sonderwünsche. Das ist kein Schnäppchen, aber angesichts der Ausstattung noch im Rahmen des Segmentstandards. Etwas frech finden wir allerdings, dass man für den eigentlichen Markenclaim "Simply Clever" noch einmal zusätzlich zur Kasse gebeten wird. Diese Dinge sollten doch bitte immer serienmäßig sein, wenn man damit wirbt.

Fazit: 7,5/10

Und jetzt die große Frage: Diesel? Wirklich? Auch noch 2025? Naja ... für Vielfahrer ist der TDI weiterhin eine verlockende Option. Die Kombination aus niedrigen Verbrauchswerten, satter Reichweite (über 1.000 km sind mit einer Tankfüllung drin) und solider Leistung ist schwer zu schlagen. Im Vergleich zu Stromern, Plug-in-Hybriden oder Benzinern punktet der Diesel also besonders auf der Langstrecke.

Doch für wen lohnt sich der Octavia Combi Sportline jetzt wirklich? Familien, die einen geräumigen und vielseitigen Kombi suchen, kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Pendler, die ein zuverlässiges Arbeitstier mit etwas Dynamik suchen.

Natürlich muss man die Preisgestaltung und die laufenden Kosten im Auge behalten. Aber wenn das passt, ist der Octavia Combi Sportline ein echter Allrounder, der Sportlichkeit und Pragmatismus so gut kombiniert wie kaum ein anderer im Segment. Kurzum: Der Diesel lebt – zumindest in diesem Kombi.