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Volkswagen hat bereits den Rotstift angesetzt

Weniger Prototypen und schnellere Entwicklung durch mehr Simulationen

VolksWagen Krise 2024

Bild von: Volkswagen

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt und bearbeitet von: Stefan Wagner

2. Dez. 2024 um 09:49 Uhr

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In einem Interview mit der Bild letzten Monat war VW-Konzernchef Oliver Blume sehr ehrlich, was die angespannte Situation beim Wolfsburger Autobauer betrifft. Für den Mangel an Wettbewerbsfähigkeit machte er "jahrzehntelange strukturelle Probleme" verantwortlich, darunter hohe Arbeitskosten als einen der Hauptgründe. 

Massenentlassungen, Gehaltskürzungen und Werksschließungen sollen helfen, die Zahlen wieder auf Vordermann zu bringen, aber VW sieht offenbar auch in anderen Bereichen Optimierungspotenzial. Entwicklungschef Kai Grünitz sprach mit der Automobilwoche darüber, wie das Unternehmen Kosten einsparen möchte. Dazu gehört auch die Verkürzung der Entwicklungszeit für neue Modelle auf nur noch 30 bis 36 Monate. Und bei neuen Fahrzeugen, die eine bereits bestehende Plattform nutzen, soll es sogar noch schneller gehen. 

Würde VW am bisherigen Modus Operandi festhalten, der für die Entwicklung eines neuen Autos bis zum Markstart vier bis fünf Jahre vorsah, wäre das Modell laut Grünitz bereits veraltet, wenn es zum Händler rollt.

Die Entwicklung soll auch dadurch beschleunigt werden, dass man weniger Fahrversuche auf echten Straßen vornimmt. Bereits 2024 hat Volkswagen die Anzahl gebauter Prototypen um 40 Prozent reduziert. Jetzt dürften Sie (berechtigterweise) besorgt darüber sein, dass die Qualität der Fahrzeuge massiv unter dieser Maßnahme leiden könnte, allerdings sei das nicht der Fall, betont Grünitz. Man mache mehr virtuelle Tests und Prüfstandsläufe um die Reduzierung der physischen Tests zu kompensieren.

"Wir können nun die gesamte Entwicklungskette mit einem digitalen Prototypen durchlaufen. Das verkürzt den Entwicklungsprozess und reduziert Kosten ohne, dass wir dadurch Test-Tiefe opfern." Ein weiterer Punkt: Volkswagen möchte es vermeiden, immer mehr Funktionen in seine Autos zu stopfen, die der Kunde am Ende noch nicht einmal bemerkt, Geschweige denn nutzt.

Grünitz erklärt, die Prioritäten hätten sich hier geändert, hin zu Features, die echten Nutzen bringen, anstatt Funktionen, die einfach nur da sind, damit sie da sind. Welche Funktionen das genau sind, sagte der Entwicklungschef allerdings nicht. Das Ziel sei es, zuzuhören, was der Kunde wirklich will, anstatt Dinge einfach an die Wand zu werfen und dann zu schauen, was kleben bleibt.

VW hat bereits Pläne eingestampft, ein zwei Milliarden Euro teures Werk zu bauen, in dem es möglich sein sollte, ein Auto in lediglich zehn Stunden zu fertigen. Dennoch lautet ein neues Ziel, Fertigungszeiten in bestehenden Werken "radikal zu verkürzen", indem man neue und fortschrittlichere Werkzeuge installiert. Eine engere Zusammenarbeit mit Zulieferern soll die Effizienz ebenfalls steigern. 

Werden diese Maßnahmen tausende Jobs retten und Werksschließungen vermeiden? Es ist noch zu früh, darüber Aussagen zu treffen. Aber VW-Mitarbeiter haben Grund zur Sorge. Der Arbeitskampf nimmt diese Woche mit Streiks in allen deutschen Werken Fahrt auf. Die Führungsetage des Autobauers hat angedeutet, drei Werke schließen und die Gehälter um zehn Prozent kürzen zu müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit inmitten von stagnierenden Absatzzahlen aufrecht erhalten zu können, die zum Teil auch in der chinesischen Elektroauto-Offensive begründet liegen. 

Volkswagen sucht den Weg aus der Krise

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Quelle: Automotive News Europe

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