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Lotus verwirft Pläne, bis 2028 vollelektrisch unterwegs zu sein

Der chinesisch-britische Autobauer will stattdessen auf Hybride und E-Autos mit Range Extender setzen

Lotus Emira
Bild von: Lotus

Mit den vergleichsweise großen, schweren und rein elektrischen Neuerscheinungen Eletre (SUV) und Emeya (Limousine) vollzog Lotus zuletzt den klaren Bruch mit seiner Vergangenheit, in der kompromisslose Leichtbau-Sportwagen den Ton angaben. Bereits 2021 bestätigte man, dass der Sportler Emira das letzte Verbrenner-Auto des inzwischen vom chinesischen Unternehmen Geely geführten, britischen Traditionshaus sein würde. 

Nun erfolgt, wie bei so vielen anderen Autoherstellern, die Rolle rückwärts. Oder zumindest eine halbe Rolle. Der Plan, bis 2028 ein rein elektrisches Portfolio zu haben, wurde gestanzt. Stattdessen möchte man für kommende Modelle auch auf Hybrid-Lösungen setzen. 

Die Planänderung ist sicher darauf zurückzuführen, dass Käufer von Luxusfahrzeugen weiterhin Kaufzurückhaltung bei Elektroautos zeigen, selbst in eigentlich populären Märkten wie China. Lotus-CEO Feng Qingfeng sagte Reportern auf der Guangzou Motor Show, dass der Hersteller die Entwicklung einer "Super Hybrid"-Technologie plant, die einen aufgeladenen Verbrenner und sehr schnelles Laden beinhaltet. Laut Autocar verspricht man sich auch eine Gesamtreichweite von etwa 1.100 Kilometer. 

"Bei Lotus haben wir immer die bestmögliche Antriebstechnologie gewählt, sei es rein mit Benzin, rein elektrisch, Hybrid oder range-extended [EV]", sagte Feng dem Wall Street Journal

Das entspricht einer drastischen Änderung gegenüber dem ursprünglichen Standpunkt von Lotus. Denn eigentlich lehnte man den Einsatz von Plug-in-Hybriden aufgrund des kompromissbehafteten Fahrerlebnisses ab, speziell, wenn der Akku leer ist. Laut Feng will der Hersteller das Problem mit einer 900-Volt-Architektur lösen, mit der die Batterie extrem schnell aufladen soll. Schneller, als würde man sie tauschen. 

Lotus Eletre: Das Exterieur
2024 Lotus Emeya

Noch ist nicht klar, welche Modelle Lotus mit seiner neuen Hybrid-Technologie ausstatten möchte. Überarbeitete Versionen des Eletre und des Emeya könnten die zusätzliche Flexibilität sicher gut gebrauchen, würden dadurch wohl auch eine breitere Käuferschaft ansprechen. Das neue Equipment würde das Gewicht sicher nicht positiv beeinflussen, aber leicht waren die beiden Autos auch bisher nicht. 

Wer sich einen neuen Lotus mit eher traditionellem Ansatz und Hybrid-Technologie wünscht, sollte seine Hoffnungen nicht all zu hoch schrauben. So gut wie alles spricht dafür, dass dieser Antrieb dafür vorgesehen ist, die großen Viertürer des Autobauers zu pushen und nicht, um Leichtbau-Sportwagen am Leben zu halten. Trösten wir uns damit, dass der Emira immerhin noch ein paar Jahre im Angebot bleibt.