Ford kürzt die Produktion seiner neuen E-Autos Explorer und Capri
Man macht dafür die "sich rapide verschlechternden Marktbedingungen für Elektrofahrzeuge" verantwortlich
Obwohl der Explorer Electric bereits im März 2023 vorgestellt wurde, hat Ford erst im Juni dieses Jahres mit der Produktion begonnen. Die Neuauflage des Capri wurde im Juli 2024 vorgestellt und läuft seit September vom Band. Allerdings erst einmal seltener als gedacht. Und warum? Weil sich die beiden E-SUVs mit Volkswagen-Technik sich nicht so gut verkaufen.
Wie der Kölner Stadt-Anzeiger von einem Ford-Sprecher erfuhr, bremsen die "sich rapide verschlechternden Marktbedingungen für Elektrofahrzeuge" die Produktion von Explorer und Capri. Den Mitarbeitern bleibt nichts anderes übrig, als bis zu den Weihnachtsferien abwechselnd eine Woche zu arbeiten und eine Woche Urlaub zu nehmen.
Anders formuliert: Kurzarbeit. Das ist ein schwerer Schlag für das Kölner Stammwerk, wenn man bedenkt, dass Ford 2 Milliarden Dollar investiert hat, um den Standort für die Produktion von Elektrofahrzeugen fit zu machen.
Bildergalerie: Ford Capri (2025) im Test
Es kommt selten vor, dass ein Autohersteller die Produktion von Fahrzeugen drosselt, die erst seit ein paar Monaten in Produktion sind. Fords Elektro-Offensive in Europa ging auf Kosten des Fiesta, seines beliebten Kleinwagens, der schockierenderweise im Juli 2023 aus der Produktion genommen wurde. Zu allem Überfluss hat das Unternehmen nicht mehr viele Verbrenner-Modelle, auf die es zurückgreifen kann, da der Mondeo, der im spanischen Valencia hergestellt wurde, im Jahr 2022 auslief und der Focus im Jahr 2025 aus dem deutschen Werk Saarlouis in den Ruhestand geschickt wird.
Was bleibt dann noch übrig? Puma, Kuga sowie in kleinen Stückzahlen Bronco und Mustang. Und die Nutzfahrzeige um den Ranger, Tourneo und Transit. Das hat Konsequenzen. Der Marktanteil von Ford betrug in Deutschland im Oktober 2024 nur noch 3,6 Prozent. Ende 2023 waren es (auch schon eher magere) 4,1 Prozent.
Ford Explorer (2024)
In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Marktanteil von Ford in der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Freihandelszone/EFTA-Region (Island, Liechtenstein, Norwegen) von 4,1 % auf nur noch 3,3 %. Die vom Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Ford nur 326.975 Pkw verkauft hat, was einem Rückgang von 18 % gegenüber dem Zeitraum Januar-September 2023 entspricht.
Automotive News Europe berichtet, dass weitere Produktionskürzungen im Kölner Werk für Anfang 2025 geplant sind. Der erste CO2-neutrale Standort des Unternehmens hat eine maximale Jahreskapazität von 250.000 Elektroautos, aber diese Zahl zu erreichen, scheint im Moment ein Wunschtraum zu sein.
Ein weiteres Elektroauto von Ford, der F-150 Lightning, macht ebenfalls eine schwere Zeit durch. Die Produktion im Werk Dearborn im US-Bundesstaat Michigan wird vom 15. November bis zum 6. Januar 2025 aufgrund der schwachen Nachfrage pausieren. Die siebenwöchige Stilllegung schließt die übliche einwöchige Feiertagspause ein und ist das zweite Mal, dass Ford die Produktion ruhen lässt. Das erste Mal geschah dies im Februar für neun Wochen aufgrund von Qualitätsproblemen, die erst im April behoben werden konnten.
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger via Automobilwoche
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