Zum Hauptinhalt springen

Suzuki baut eine 8.000-Euro-Limousine, die Crashtests besteht

Im Global NCAP-Crashtest erhielt der günstige Dzire fünf Sterne

Suzuki Dzire (2024)
Bild von: Suzuki

Indien ist eine der letzten Bastionen für billige Autos. Im bevölkerungsreichsten Land der Welt hat erst Skoda kürzlich einen kleinen SUV für unter 9.000 Euro Grundpreis vorgestellt. Das Segment der traditionellen Limousinen ist ebenfalls gut abgedeckt, und Maruti Suzuki hat gerade die vierte Generation des Dzire (nein, das ist kein Tippfehler) auf den Markt gebracht. Er kostet umgerechnet rund 8.000 Euro.

Wenn Autohersteller ultrabillige Autos entwickeln, müssen sie an allen Ecken und Enden sparen, um die Kosten zu senken. In der Regel spart man bei der Sicherheitsausstattung, was zu schockierend schlechten Ergebnissen bei Crashtests für Autos führt, die in Schwellenländern verkauft werden.

2025 Suzuki Dzire

Ein Beispiel: Der Suzuki Baleno mit Fließheck erhielt bei einer Latin NCAP-Bewertung im Jahr 2021 null Sterne. Der Kleinwagen Swift erhielt ein Jahr später in einem Global NCAP-Test nur einen Stern. Jetzt beweist Maruti Suzuki, dass es nicht unbedingt so sein muss, denn der neue Dzire erhielt eine volle Fünf-Sterne-Bewertung.

Maruti Suzuki war zuversichtlich, dass seine kleine Limousine den Crashtest mit Bravour bestehen würde, weil sie Global NCAP freiwillig Autos zur Zerstörung überließ. Schon der Dzire verfügt serienmäßig über sechs Airbags, ESP, Berganfahrhilfe und Fußgängerschutz. Sicherlich sind dies Funktionen, die für viele von uns im Jahr 2024 selbstverständlich sind, aber Sie können sich vorstellen, dass bei Autos unter 10.000 Euro Abstriche gemacht werden müssen. Deutschlands billigster Neuwagen, der Dacia Sandero, startet bei mindestens 11.800 Euro. Selbst in der höchsten Ausstattungsvariante kostet der Dzire weniger.

Es handelt sich um eine ehrliche und nicht einmal unattraktive Familienlimousine, die grundlegende Transportmöglichkeiten bietet, ohne eine Todesfalle zu sein, selbst nach den Crashtest-Standards von 2024. Unter der Haube befindet sich ein 1,2-Liter-Saugmotor, der nur 83 PS und 112 Nm Drehmoment leistet. Ihn kennen wir aus unserem Suzuki Swift. Optional ist beim Dzire auch ein mit Erdgas (CNG) betriebenes Modell erhältlich, es bietet 71 PS und 102 Nm. Die Kraft wird über ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder ein automatisiertes Schaltgetriebe mit der gleichen Anzahl von Gängen an die Vorderachse geleitet.

Der nüchterne Dzire ist 3,99 Meter lang, 1,73 Meter breit und 1,52 Meter hoch, hat einen Radstand von 2,45 Meter (exakt wie der Swift) und 14-Zoll-Stahlfelgen mit 165/80 R14-Reifen beim Basismodell. Höherwertige Versionen erhalten 15-Zoll-Alufelgen. Die leichteste Version bringt lediglich 920 Kilogramm auf die Waage. Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von 382 Liter, was angesichts der recht geringen Größe des Fahrzeugs gar nicht so schlecht ist. 

Suzuki Dzire 2025

Suzuki Dzire 2025

Foto: Suzuki
Suzuki Dzire 2025

Suzuki Dzire 2025

Das Cockpit erinnert etwas an den Swift. In den teureren Ausstattungslinien sind Annehmlichkeiten wie eine 360-Grad-Kamera, eine Klimaautomatik, kabelloses Laden, ein zweifarbiger Innenraum und sogar ein elektrisches Schiebedach enthalten. Maruti Suzuki bietet außerdem LED-Scheinwerfer, einen Spoiler für den Kofferraumdeckel und ein Reifendruckkontrollsystem. Der 9-Zoll-Touchscreen unterstützt drahtlos Android Auto und Apple CarPlay, so dass man mit Sicherheit sagen kann, dass es sich nicht um ein einfaches Auto handelt.

Der Dzire ist in Indien ein großer kommerzieller Erfolg und hat sich seit seiner Markteinführung im März 2008 mehr als 2,7 Millionen Mal verkauft. Die neueste Version soll auch in Afrika, im Nahen Osten, in Lateinamerika und in der ASEAN-Region angeboten werden. Nur leider nicht in Europa ...