Der klassische Genfer Autosalon ist endgültig tot
Die Organisatoren werden die Messe weiterhin in Katar ausrichten
Nach 119 Jahren ist der Genfer Automobilsalon tot. Die Organisatoren der Veranstaltung gaben am Freitag in einem Facebook-Post bekannt, dass sie die Show in der Schweiz "aufgrund der anhaltenden Herausforderungen der Branche und des Wettbewerbs" beenden.
Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie vor über vier Jahren hat die Veranstaltung mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Das Coronavirus führte zur Absage der Messe in den Jahren 2020 (damals sehr kurzfristig), 2021, 2022 und 2023. Als sie 2024 wieder stattfand, nahmen nur eine Handvoll Autohersteller teil. Die Organisatoren starteten 2023 eine Parallelmesse in Katar, die weitergeführt wird. Sie wird im November 2025 wieder stattfinden.
Im offiziellen Statement für die Presse schieben die Veranstalter teilweise die Schuld der Industrie zu:
Der Vorstand der Stiftung "Comité permanent du Salon international de l'automobile" stellt fest, dass zu viele Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Automobilindustrie und dem Attraktivitätsverlust der grossen europäischen Automobilmessen bestehen, um das Risiko einer Zukunftsplanung einzugehen. Dies, obwohl sich die Geneva International Motor Show (GIMS) nach vierjähriger Abwesenheit aufgrund von COVID-19 mit dem Relaunch im Februar 2024 neu positionieren und konsolidieren sollte.
"Die Anstrengungen und die Entschlossenheit, mit denen wir versucht haben, wieder zum Erfolg zurückzukehren, sollen durch diesen sehr bedauerlichen Entscheid nicht in Frage gestellt werden. Die Anstrengungen und die Entschlossenheit, mit denen wir versucht haben, zum Erfolg zurückzukehren, sollen durch diesen sehr bedauerlichen Entscheid nicht in Frage gestellt werden.
Aber das mangelnde Interesse der Hersteller am Genfer Salon in einem schwierigen Umfeld, die Konkurrenz durch die Messen in Paris und München, die von den lokalen Konzernen bevorzugt werden, sowie die Investitionen, die notwendig sind, um den Salon am Leben zu erhalten, haben es unmöglich gemacht, die Veranstaltung fortzusetzen", so Alexandre de Senarclens, Präsident der Stiftung in Genf.
Der erste Automobilsalon fand 1905 in Genf statt. Einige der berühmtesten Autos der Branche wurden auf der Messe vorgestellt. Der Jaguar E-Type, der Porsche 917 und der Audi Quattro waren nur einige der legendären Autos, die in Genf ihr Debüt feierten. Lamborghini gab mit der Vorstellung des LP500-Konzepts einen Vorgeschmack auf den Countach, und vor über einem Jahrzehnt wurde hier der Ferrari LaFerrari vorgestellt.
Die Autoausstellungen haben damit zu kämpfen, Autohersteller anzuziehen, und die Coronavirus-Pandemie hat nicht gerade dazu beigetragen. Schwindendes Interesse und sinkende Besucherzahlen haben die Organisatoren gezwungen, das Messeerlebnis neu zu bewerten und neue Wege zu gehen.
Die North American International Auto Show versuchte, den Kurs zu ändern, indem sie die Veranstaltung von Detroits unberechenbarem Januar in den Sommer verlegte, um mehr Besucher anzuziehen. Anfang dieses Jahres kündigten die NAIAS-Organisatoren jedoch an, die Messe ab 2025 wieder in den Januar zu verlegen, wodurch sie wieder in Konkurrenz zur CES treten würde.
Quelle: GIMS / Facebook
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