Vor einem guten Jahr waberte das ominöse Porsche-Projekt K1 letztmals großflächiger durch die Medien. Die Rede war von einem elektrischen SUV-Coupé mit drei Sitzreihen. Absolute Luxus-Klasse. Optisch irgendwo zwischen Limousine und Crossover angesiedelt und von CEO Oliver Blume höchstpersönlich als "sehr sportliche Interpretation eines SUV" mit einer "einzigartigen" Silhouette angepriesen. 

Jetzt haben unsere Erlkönig-Jäger erstmals einen Prototypen des noch namenlosen großen Bruders des Cayenne abgeschossen und wir sind zugegebenermaßen ein wenig verwirrt. Was wir hier sehen, ist ganz eindeutig noch äußerst stark getarnt und grobe Verkleidungen an diversen Karosserieteilen verhindern seriöse Aussagen über die Form des K1. 

Bildergalerie: Porsche K1 (2027) als Erlkönig

Dennoch muss man attestieren, dass wir von einer Silhouette "irgendwo zwischen Limousine und Crossover" doch ein ganzes Stück entfernt sind. Wir sind ganz ehrlich: Dieser Testträger sieht ziemlich schräg aus. 

Zum Crossoverigen passt die relativ niedrige Fahrhöhe. Wobei für ausreichende Geländegängigkeit eine mehrfach einstellbare Luftfederung zum Einsatz kommen soll. Hier könnte die Spreizung (auch was die Bodenfreiheit betrifft) also sehr groß sein. Haube und Heckabschluss wirken ziemlich kurz. Ganz generell sieht das Auto auf diesen Bildern nicht besonders groß aus. Oder so, als würde es sieben Menschen unterbringen können. 

Porsche K1 (2027) als Erlkönig
Porsche K1 (2027) als Erlkönig

Das Luxus-Crossover soll 2027 auf den Markt kommen. Bis dahin sind es noch drei Jahre und dennoch sieht man den vermeintlichen K1-Prototypen nach Angaben unserer Fotografen schon recht munter durch die Gegend fahren. Passt das zusammen? Sehen wir hier vielleicht doch die für 2026 angekündigte Neuauflage des Cayenne? Das wiederum scheint mit der niedrigen Bodenfreiheit und der sehr flachen Dachlinie unvereinbar. Es bleibt spannend. 

Apropos: Auch was die Technik des K1-Projekts betrifft, wurde bisher im Netz wild spekuliert. Manche schrieben, das Auto würde auf der SSP Sport-Plattform (Scalabe Systems Platform) stehen. Kollege Leichsenring von unserer Schwesterseite InsideEVs.de sah das damals anders und verwies auf deren Verschiebung in Richtung Ende des Jahrzehnts aufgrund von Software-Problemen. 

Porsche Macan (2024)

Porsche Macan (2024)

Die Alternative wäre die Basis PPE, also die Plattform die der kürzlich vorgestellte Porsche Macan nutzt. Ein Teil der Technik soll von der Studie Mission R übernommen werden, die 2021 auf der IAA in München gezeigt wurde. Dazu gehört ein 920-Volt-Bordnetz für sehr schnelles Laden (5 auf 80 Prozent in 15 Minuten) und eine Ölkühlung für die Elektromotoren. Die Batterie soll mehr als 100 kWh Speicherkapazität haben und über 700 Kilometer ermöglichen.

Gesprochen wird auch von 650 PS Dauerleistung sowie bis zu 1.000 PS in der Spitze. Eine Hinterradlenkung mit bis zu fünf Grad Einschlagwinkel soll die Wendigkeit in der Stadt verbessern. 

Das neue Luxus-Flaggschiff der Zuffenhausener wird dann deren fünftes Elektroauto sein. Es folgt auf Taycan, den in Kürze startenden Elektro-Macan, das für 2025 geplante Sportwagen-Pärchen Elektro-Boxster und Elektro-Cayman sowie die Elektrovariante des Cayenne, die 2026 auf den Markt kommen soll.

Antreten wird das Flaggschiff gegen Mercedes EQS SUV und BMW iX. Der Preis soll weit über dem des heutigen Flaggschiffs liegen: Den Porsche Cayenne Turbo GT gibt es ab 205.003 Euro. Als Hauptmärkte werden die USA und China genannt.  

Gebaut werden soll das Auto neben dem Elektro-Macan im Porsche-Werk Leipzig. Die Stückzahlen werden deutlich niedriger als beim Cayenne sein, aber die hohe Marge dürfte die Entwicklungskosten rechtfertigen. Im Jahr 2030 will Porsche über 80 Prozent seines Absatzes mit Elektroautos bestreiten.