Daihatsu hat letzte Woche auf der Japan Mobility Show mit der Enthüllung seiner Studie eines neuen Copen wirklich für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Mit dem winzigen Fronttriebler, den wir seit 2002 kennen, hat das Concept Car eigentlich nur noch die zuckersüße Optik gemein. Wir sehen hier einen deutlich größeren Roadster, der noch dazu auf Hinterradantrieb umgesattelt hat.

Dass der Neo-Copen aus seinen einstigen Kei-Car-Schuhen herausgewachsen ist, bringt auch einen weiteren, nicht ganz unerheblichen Vorteil mit sich. Denn damit haben die Ingenieure nun die Freiheit, einen Motor mit mehr als den klapperdürren 658 Kubik des aktuellen Serienautos zu installieren.  

Zur Leistung seiner Studie schweigt sich der Hersteller bisher aus. Allerdings hat der Copen einen 1,3-Liter-Motor unter der Haube, der aller Voraussicht nach deutlich mehr Power bietet als die 63 PS und 91 Newtonmeter des jetzigen Modells mit seinem 0,6-Liter-Turbo.

Der Extra-Bumms ist hoch willkommen, schließlich ist der Vision Copen bei den Ausmaßen in einer anderen Dimension angekommen. Während das Serienmodell nur 3,40 Meter lang und 1,48 Meter breit ist, misst der Vision 3,83 Meter in der Länge und 1,69 Meter in der Breite.

Das Konzeptfahrzeug ist etwas niedriger (1,26 gegenüber 1,28 Meter) und hat einen viel längeren Radstand von 2,41 Meter im Vergleich zu den 2,23 Meter zwischen den Achsen des Kei-Cars. Damit wäre der nächste Copen fast so groß wie ein Mazda MX-5, den man womöglich im Visier hat. 

Die Frage ist: Warum hat sich Daihatsu dazu entschieden, seinen Mini-Sportler substanziell wachsen zu lassen? Das japanische Magazin Best Car hat diese Frage dem Leiter des Entwicklungsteams gestellt und die Antwort war ziemlich interessant: "Die Idee hinter dem Copen war, dass wenn wir einen vollwertigen Sportwagen bauen, kein Light Car, dass dann die Nachfrage steigen würde, inklusive der Möglichkeit des Exports. Das ist alles."

Mit anderen Worten: Ein größerer Copen mit einem stärkeren Motor und Heckantrieb würde das Auto für den Export deutlich interessanter machen als das aktuelle Kei Car. Dazu muss betont werden: Unter anderem in Deutschland ist Daihatsu als eigene Marke seit Jahren nicht mehr aktiv. Allerdings gehört der Hersteller Toyota. Es wäre also nicht so umständlich, das Auto auch außerhalb Japans anzubieten. Best Car spekuliert sogar, dass der Vision Copen in der Serie zum Toyota Coupé mit festem Dach werden könnte, positioniert unterhalb des GR86. Aber da ist zu diesem Zeitpunkt wirklich noch viel Wunschdenken dabei. 

Bildergalerie: Toyota S-FR Concept

Auf der anderen Seite kommt einem direkt das Toyota S-FR Concept von 2015 in den Sinn. Es handelt sich hier ebenfalls um einen sehr kleinen Sportwagen. Die Studie hatte einen 1,5-Liter-Benziner mit 130 PS an Bord. Dazu ein 6-Gang-Schaltgetriebe und Hinterradantrieb. Die neue Daihatsu-Studie hat nur zwei Pedale. 

Im Moment bleibt nicht viel mehr zu tun als warten und beobachten, wie sich die Dinge entwickeln. Die Uhr tickt jedenfalls für den aktuellen Copen, der tatsächlich schon wieder seit 2014 auf dem Markt ist. Er ist der letzte Mohikaner unter den Perofmance-orientierten Kei Cars, nachdem der HOnda S660 im letzten Jahr eingestellt wurde. 

Bildergalerie: Daihatsu Vision Copen (2023)