Japanische Geländewagenfans mit mehreren Wohnorten haben die Qual der Wahl, wenn es um den neuen Toyota Land Cruiser geht. Denn der Hersteller hat für die verschiedenen Märkte, die verschiedensten Modelle im Programm. Und so wurde heute nicht nur die Neuauflage für Europa präsentiert, sondern auch die neuen Land Cruiser-Derivate für Nordamerika, Australien und Japan. Wo liegen die Unterschiede? Auf in die Details ...

Nordamerika vs. Europa

Optisch macht Toyota keine großen Unterschiede zwischen dem Europa- und dem 250er-Nordamerika-Modell. Im ersten Moment mag zwar die Differenzierung bei den Scheinwerfern auffallen, aber die runden Einheiten zeigen einfach nur die First Edition-Version, die es genauso auch in Nordamerika gibt.

Wohingegen die eckigen Lampen der Standard-Ausführung entsprechen, die so natürlich auch in Europa zu haben ist. Ansonsten ... ja ... sehen sich die beiden Land Cruiser doch recht ähnlich. Ebenso im Innenraum.

Bildergalerie: Toyota Land Cruiser US-Spec (2023)

Es gibt allerdings einen gewaltigen Unterschied. Und der sitzt unter der Haube. Während der Euro-LC nämlich von einem 2,8-Liter-Turbodiesel angetrieben wird, greift das nordamerikanische Pendant auf einen 326 PS starken 2,4-Liter-Turbobenziner mit vier Zylindern zurück, der zusätzlich von einem 48-PS-Elektromotor unterstützt wird, welcher im Gehäuse der 8-Gang-Automatik sein Zuhause gefunden hat.

Dagegen wirken die 204-Diesel-PS schon fast mickrig, oder? Aber: 2025 soll der europäische Land Cruiser noch 48-Volt-MHEV-Unterstützung erhalten.

Bildergalerie: Toyota Land Cruiser (2023)

Der neue J70 für Australien und Japan

In den beiden sehr fernöstlichen Ländern geht Toyota einen anderen Weg. Hier wird der 250 (der in Europa ja einfach nur Land Cruiser heißt) nicht angeboten. Stattdessen gibt es für Komfort-Geländewagen-Freunde den eine Nummer größeren Land Cruiser 300. Der ist allerdings nicht mehr ganz so neu. Er kam 2021 auf den Markt und geht seitdem mit 3,4- oder 4,0-Liter-V6-Benziner sowie einem 3,3-Liter-V6-Diesel auf Kundenfang.

Neu ist dagegen jetzt ein alter Hase. Nämlich der J70, der bereits 1984 eingeführt wurde und im kommenden Jahr sein 40. Marktjubiläum feiern kann. Und dieses Fahrzeug hat trotz der umfassenden Überarbeitung der Frontpartie optisch so gar nichts mit dem 250er oder gar dem 300er LC zu tun. Vor allem nicht die australische Variante des J70, die weiterhin auch als Pick-up angeboten wird und ab dem kommenden Modelljahr dann aber auch von der geschlossenen Version ergänzt wird.

Technisch sieht die Sache aber schon wieder etwas anders aus. Das neue JDM-Modell, welches im Heimatmarkt nur als SUV in den Verkauf geht, ist ab sofort ebenfalls mit dem 2,8-Liter-Diesel ausgestattet, der auch im Europa-Cruiser mit 204 PS sein Unwesen treibt. Allerdings wird in Japan eine 6-Gang-Automatik an den Selbstzünder geschraubt. 

Der ehrwürdige Geländewagen ist 4,89 Meter lang, 1,87 Meter breit und 1,92 Meter hoch. Der Radstand misst 2,73 Meter. Zum Vergleich: EU- und US-Version sind etwas länger, breiter, flacher und haben deutlich mehr Radstand. Interessant.

Bildergalerie: Toyota Land Cruiser J70 (2023)

Sein australischer Cousin ist aber noch interessanter, denn er bietet weiterhin einen 4,5-Liter-V8-Diesel unter der Haube, der seine 205 PS und 430 Nm über ein Fünfgang-Schaltgetriebe auf die Straße bringt. Alternativ kann man sich auch für den neuen 2,8-Liter-Diesel mit 204 PS und 500 Nm entscheiden, der allerdings ausschließlich mit der bereits erwähnten 6-Gang-Automatik angeboten wird.

Während man sich in Europa und Nordamerika über einen Land Cruiser mit jetzt extrem viel moderner Technik in einem relativ schicken Innenraum freuen kann, wirkt das Interieur weiterhin ziemlich altmodisch. Aufgewertet wurde aber trotzdem: Mit einem 6,7-Zoll-Touchscreen für ein Infotainment-System, das kabelgebundenes Apple CarPlay und Android Auto bietet.

Das Kombiinstrument verfügt jetzt ebenfalls über ein 4,2-Zoll-Display. Und auch wenn das Fahrzeug jetzt 40 Jahre alt ist, hat es nun einen Spurhalteassistenten, einen Verkehrsschilderkennung und automatisches Fernlicht an Bord.

Weitere Details werden kurz vor der Markteinführung des Modells bekannt gegeben, die für das vierte Quartal des Jahres in Australien geplant ist, während Japan den überarbeiteten Land Cruiser 70 in diesem Winter erhalten wird.