"The Economics of Desire" (was auch sonst!?) nennt Mercedes sein diese Woche angekündigtes Strategie-Update. Geplant sind einige größere Veränderungen. Der Stern will sich mehr auf größere und teurere Modelle konzentrieren. Das wird zu Lasten der Einstiegsmodelle gehen.

Die Zahl der Kompakten soll von derzeit sieben auf vier reduziert werden. Künftig sollen diese dann die "Entry Luxury"-Klasse bilden. Weniger als 25 Prozent der Gesamtinvestitionen sehen die Schwaben für die Einstiegsmodelle vor.

Eines dieser neuen Einstiegsmodelle wurde von Chefdesigner Gorden Wagener während der Präsentation angeteasert. Sie sehen es auf dem Screenshot am Anfang dieses Artikels.  Wagener ging nicht auf konkrete Details ein, sagte nur, dass das mysteriöse Auto "das anspruchsvollste, technologisch fortschrittlichste Auto sein wird, in dem alles digital ist. Ich kann Ihnen versprechen, dass es ein echtes Luxusauto in diesem Segment ist". 

Ok, aber was genau sehen wir hier eigentlich? Nun, es scheint sich um eine recht elegante Limousine zu handeln. Könnte die nächste Generation des CLA sein. Da Mercedes angekündigt hat, die Zahl seiner Kompaktwagen zu reduzieren, könnten die A-Klasse Limousine und der CLA zu nur noch einem Modell verschmelzen. Da stellt sich natürlich auch die Frage nach der Zukunft des CLA Shooting Brake. Die soll ja nicht so rosig aussehen, aber zu diesem Zeitpunkt ist noch nichts offiziell.

Das angeteaserte Modell wird voraussichtlich auf der bereits angekündigten MMA-Plattform basieren, die 2024 auf den Markt kommen soll. Die Architektur wird in erster Linie elektrisch sein, aber soll auch andere Antriebe können. Mit anderen Worten: Die Mercedes-Ingenieure entwickeln die Hardware in erster Linie für Elektroautos und werden beim Packaging für die Verbrenner-Modelle Kompromisse eingehen. Genau andersherum lief es ja bei den bereits erhältlichen Crossovern EQA, EQB und EQC. Die drei Elektro-SUV stehen auf Verbrenner-Plattformen.

Die Lehren aus dem Konzeptfahrzeug Vision EQXX werden in diese neuen Kompaktmodelle einfließen, so könnte die Reichweitenangst auch bei kleineren Fahrzeugen endlich der Vergangenheit angehören. In einem Interview mit Motor1.com warnte Markus Schäfer, Chief Technology Officer von Mercedes-Benz, Anfang des Jahres, dass Elektroautos immer noch teurer sein werden als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, da die Kostenparität in absehbarer Zeit nicht erreicht werden wird.