Kommt das billigste Elektroauto Europas bald aus Lettland?

Ein nicht ganz unbegründetes Vorurteil gegen Elektroautos lautet: Sie sind schlicht zu teuer. Immerhin bringt nun Dacia den Spring auf den Markt, ein kleines Stadt-SUV zu Preisen ab 20.490 Euro respektive 10.920 Euro nach Abzug aller Prämien. Doch ein deutlich kleineres E-Auto, dass wie der Spring eigentlich aus China kommt, könnte ihn nochmals deutlich unterbieten: der FreZe Nikrob EV.

Frez...was? FreZe ist eine neue Marke innerhalb der Dartz-Gruppe, wie deren Chef Leonard Yankelovich gegenüber unserer Partnerseite InsideEVs erklärte. Sein Auto ist jetzt das erschwinglichste Elektroauto Europas und beginnt in Lettland bei 9.999 Euro. Mit der deutschen E-Auto-Prämie im Hinterkopf wäre solch ein Preis natürlich sensationell. 

Grundlage des Nikrob EV ist der nur 2,92 Meter lange Wuling Hongguang Mini EV, der sich in seinem Heimatland China wie warme Semmeln verkauft und dort sogar das Tesla Model 3 übertrumpft. Kein Wunder, kostet er dort in Topausstattung doch lediglich rund 5.000 Euro. Hergestellt wird er von SAIC-GM-Wuling, einem Joint-Venture, an dem General Motors beteiligt ist.

FreZe Nikrob EV (2021)

Dartz aus Lettland, bislang für extrem getunte Panzer-Geländewagen berühmt-berüchtigt, will nun also den winzigen China-Würfel im Baltikum bauen und auch andere Länder Europas damit beglücken, schließlich ist Lettland in der EU.

Dazu hat man den Wuling in einigen Punkten geändert: Laut Yankelovich hat die Euro-Version ESP, Airbags, neue Räder und eine LED-Beleuchtung. Durch technische Änderungen wurde die Reichweite um gut 30 Kilometer erhöht. Der FreZe Nikrob EV wird anders als sein China-Bruder nur mit 13,8-kWh-Akku in den Verkauf und ins Carsharing gehen. Das soll für rund 200 Kilometer nach NEFZ-Zyklus reichen, realistisch also eher in Richtung 150 Kilometer. Höchstgeschwindigkeit? 100 km/h.

Eine Klimaanlage ist serienmäßig, wenn man die Rücksitze wegklappt, passen bis zu 741 Liter Gepäck in den baltischen China-Smart. In Lettland startet das Autochen bei 9.999 Euro, eine Luxusversion des FreZe ist ebenfalls geplant.

Sie wird ein veganes, lederähnliches Material aus Blättern, ein Premium-Soundsystem und die Möglichkeit bieten, jede beliebige Farbe zu wählen. Diese Version soll den Namen Dartz tragen und in Lettland 14.999 Euro kosten.

Selbst dieser Preis erscheint im Hinblick auf die deutsche E-Auto-Förderung äußerst attraktiv zu sein. Wann wir den FreZe Nikrob hierzulande kaufen können, ist noch völlig offen. Weitere Details zum Auto und den Plänen des Herrn Yankelovich finden Sie in unserem ausführlichen Artikel auf InsideEVs.

Bildergalerie: FreZe Nikrob EV (2021)