Drei Studien mit verschiedenen Konzepten vorgestellt

Ist das Zeitalter der Flugscham demnächst zu Ende? Fliegen wir künftig mit Elektro-Flugzeugen umweltfreundlich in den Urlaub? Oder werden das die schweren Batterien und die geringen Reichweiten verhindern?

Airbus jedenfalls will sich nicht auf batterieelektrische Flugzeuge festlegen. Nach elektrisch angetriebenen Fliegern wie der Solar-Studie Zephyr und einer Elektro-Drohne, die zusammen mit Audi entwickelt wurde, präsentiert der französisch-deutsche Hersteller nun drei Wasserstoff-Flugzeuge unter der Bezeichnung ZEROe. Alle drei Flugzeug-Studien fliegen mit Wasserstoff, aber der Antrieb erfolgt nicht etwa rein elektrisch mit Strom aus einer Brennstoffzelle.

Stattdessen setzt Airbus auf ein Mischkonzept: Der Wasserstoff wird einerseits als konventioneller Treibstoff zur Verbrennung in modifizierten Gasturbinen verwendet. Zusätzlich erzeugen Wasserstoff-Brennstoffzellen elektrischen Strom, der die Gasturbine ergänzt. So ergibt sich ein hybrid-elektrischer Antrieb.

Die drei Studien decken verschiedene Marktsegmente ab. Auch der Antrieb ist unterschiedlich. Die erste Studie ist ein Turboprop-Flugzeug mit zwei Propellern. Es ist für Kurzstreckenflüge gedacht und hat eine Reichweite von etwa 1.000 nautischen Meilen (2.000 Kilometer), bietet Platz für bis zu 100 Passagiere:

AirbusZEROe Turboprop Concept
ZEROe Turboprop Concept

Die zweite Studie hat ebenfalls recht traditionelle Formen und könnte den aktuellen A320 ersetzen. Das zweistrahlige Flugzeug hat eine Reichweite von über 2.000 nautischen Meilen (etwa 4.000 Kilometer) und kann 120 bis 200 Passagiere befördern. Der flüssige Wasserstoff wird in einem Drucktank im Heck transportiert.

AirbusZEROe Turbofan Concept
ZEROe Turbofan Concept

Die dritte Studie (siehe Bild oben) sieht am ungewöhnlichsten aus. Sie hat eine Nurflügler-Form (blended-wing body), bei der der Rumpf mit den Flügeln verschmilzt. Das sorgt für viel Platz zur Unterbringung von Wasserstoff und Passagieren. Ähnlich wie das Turbofan Concept soll hier Platz für bis zu 200 Passagiere sein, die Reichweite soll bei etwa über 2.000 nautischen Meilen (etwa 4.000 Kilometer) liegen.

Airbus glaubt, dass die Wasserstoff-Flugzeuge bis zum Jahr 2035 serienreif sind - möglicherweise sogar schon früher.

Airbus-Chef Guillaume Faury erklärte dazu, die Studien sollten helfen, "die weltweit ersten klimaneutralen, emissionsfreien Verkehrsflugzeuge" zu entwickeln, die Airbus "bis 2035 in Dienst stellen" wolle. Der Übergang zu Wasserstoff als Energiequelle werde aber entschlossenes Handeln der gesamten Branche erfordern, so Faury. Unter anderem muss genug Wasserstoff an den Flughäfen zur Verfügung stehen.

Bildergalerie: Airbus ZEROe