Umweltfreundlicher Flieger soll 320 Kilometer schaffen - immerhin

Nicht nur Elektroautos sind immer öfter auf den Straßen zu sehen, auch emissionsfreie Flugzeuge kommen in Sichtweite. Nach der Studie eines Elektro-Flugtaxis von Audi, Airbus und Italdesign sowie Versuchen von LG Chem mit Lithium-Schwefel-Batterien in einem Flugzeug zeigt nun Rolls-Royce sein Elektro-Flugzeug - möglicherweise das schnellste der Welt.

Das Ding heißt ionBird, hat 500 PS und soll Geschwindigkeiten von bis zu 480 km/h erreichen. Der aktuelle Rekord wurde von einer Extra 330LE aufgestellt und liegt bei 342,9 km/h. Diesen Wert zu überbieten, dürfte nicht schwer sein, falls keine unvorhergesehenen Probleme auftauchen. 

Rolls-Royce ionBird

Der Rolls-Royce-Flieger ist allerdings noch in Entwicklung. Der ionBird hat seinen ersten Start noch vor sich und soll erst 2021 einen Rekordversuch starten.

Das Problem beim emissionsfreien Flug war nie die Motorleistung oder die Fluggeschwindigkeit, sondern die geringe Reichweite: Elektro-Flugzeuge schaffen derzeit nur sehr kurze Strecken. Denn die Batterien sind für die Energie, die sie liefern, sehr schwer. Wesentliche Fortschritte soll es geben, wenn demnächst Akkus mit einer Energiedichte von 400 Wattstunden pro Kilogramm auf den Markt kommen, wie unter anderem Elon Musk glaubt. Das soll in den nächsten Jahren geschehen.

Doch zurück zum Rolls-Royce-Projekt: Der ionBird soll eine Reichweite von etwa 320 Kilometern haben - nicht allzu viel, aber immerhin. Die akzeptable Reichweite ist wie die hohe Höchstgeschwindigkeit der Tatsache zu verdanken, dass der Flieger von Grund auf neu entwickelt wurde, wobei immer der Elektroantrieb berücksichtigt wurde.

Dagegen konnte die Extra 300LE nur zwanzig Minuten fliegen. Und sie war eine Kunstflug-Maschine aus den späten 80er-Jahren, bei der einfach der Benziner ausgebaut und durch einen Elektromotor ersetzt wurde. Der E-Motor von Siemens bot stattliche 256 kW (348 PS) und 1.000 Newtonmeter Drehmoment.