Premiere im Mustang Mach-E

Nein, Sie sehen hier keinen neuen Tesla. Das ist der Innenraum des elektrischen Ford Mustang Mach-E. Und wenn der Anfang 2021 auf den Markt kommt, dann tut er das mit einem riesengroßen Touchscreen-Tablet auf dem Armaturenbrett. Das Ding misst 15,5 Zoll und kann viele Dinge, die Fords Infotainmentsysteme bisher nicht konnten. Sagen Sie Hallo zu SYNC 4.

Das Smartphone, das Netz und die Cloud spielen beim neuen System eine ziemlich entscheidende Rolle. So ist es etwa möglich, verschiedene Einstellungen, beispielsweise der Klimaanlage, des Unterhaltungssystems oder bevorzugte Fahrmodi aus der Ferne per Handy zu personalisieren und voreinzustellen. Und das sogar schon vor der Auslieferung des Fahrzeugs. 

Dazu gehört auch die Möglichkeit, ein personalisiertes Profil mit Foto oder Avatar zu erstellen. Ebenso lassen sich oft genutzte Orte oder bestimmte Ladestationen abspeichern. Das Personalisierungsprofil wird in der Cloud gespeichert, sodass die Einstellungen auf das Fahrzeug übertragen werden, wenn der Besitzer sein Smartphone mit dem Auto koppelt.

Alles per Berührung

Knöpfe, Drehrädchen oder andere bewährte Bedienelemente gehören im Mustang Mach-E der Vergangenheit an. Die Anpassung von mehr als 80 Fahrzeug-Einstellungen wie der Innenraum-Temperatur, der Sitzposition oder der Ambiente-Beleuchtung werden alleine über den Bildschirm gesteuert.

Das System erkennt einzelne Fahrer anhand ihres Smartphones oder des Schlüssels und übernimmt deren persönlichen Einstellungen, sobald sie sich dem Fahrzeug nähern. SYNC 4 verwendet zudem einen Algorithmus für maschinelles Lernen, um die Gewohnheiten der Fahrer im Laufe der Zeit besser zu verstehen. Laut Ford soll es dann die richtigen Navigations- und Kommunikationsvorschläge zur richtigen Zeit bereithalten, etwa, wann es Zeit ist, die Eltern anzurufen oder zum Sport zu navigieren.

Die Frage ist natürlich immer, wie sehr so eine reine Touch-Bedienung vom Straßenverkehr ablenkt. Ford verspricht, dass alle relevanten Informationen und Anwendungen für den Fahrer "höchstens eine Berührung oder zwei entfernt" sind. Außerdem ermöglichten der große Bildschirm und das innovative Layout die gleichzeitige Anzeige verschiedener Anwendungen, sodass zum Beispiel das Annehmen eines Anrufs während der Navigation an einer Kreuzung nicht mehr zu verpassten Abbiegehinweisen auf dem Bildschirm führen soll.

Verbesserte Spracherkennung

SYNC 4 bietet eine cloudbasierte Erkennung von natürlicher Sprache. Das System soll alltägliche Befehle in 15 europäischen Sprachen verstehen. Infos aus der Cloud sollen für genauere und bessere Antworten sorgen, etwa bei der Suche nach dem nächsten Restaurant.

Apple CarPlay und Android Auto werden kabellos unterstützt und können per Sprachbefehl oder über das Touchscreen-Display bedient werden.  Apps wie What3words, Waze und Webex sollen persönliche Smartphone-Inhalte besser in das Fahrzeug integrieren.

Hilfe beim Laden

Ein wichtiger Baustein bei Fords neuem Infotainmentsystem ist sicher auch die Unterstützung bei allem, was die Elektromobilität angeht. So soll SYNC 4 die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladesäulen inklusive der entsprechenden Strompreise in Echtzeit anzeigen.

Die Cloud soll bei der Genauigkeit von Reichweitenangaben helfen. Zur genaueren Angabe der verbleibenden Reichweite werden das vorausgegangene Fahrverhalten, Wetterprognosen sowie Daten von anderen Ford Elektrofahrzeugen in die Berechnungen mit einbezogen.

Mit dem Mach-E erlangt der Kunde Zugang zum größten öffentlichen Ladenetz in Europa (NewMotion und IONITY), inklusive der Möglichkeit, mit der FordPass-App zu bezahlen. 

Laut Ford soll der Mach-E beim Aufladen an einem Ionity-Schnell-Ladepunkt innerhalb von etwa zehn Minuten eine durchschnittliche WLTP-Reichweite von 119 km erzielen. Bei Varianten mit „Standard Range“-Batterien sollen es 91 (Heckantrieb) beziehungsweise 85 Kilometer (Allradantrieb) sein. Die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent Batteriekapazität liegt angeblich bei weniger als 40 Minuten.

TomTom-Navigation

Für die Navigation hat sich Ford die niederländischen Experten von TomTom ins Boot geholt. Sie liefern künftig Verkehrsinfos in Echtzeit. Die Verkehrsdaten werden alle 30 Sekunden aktualisiert. Die neuesten Kartenversionen werden im Fahrzeug gespeichert, sodass die Navigation auch an Orten ohne Netzwerkverbindung effizient bleiben soll. 

Mit der bereits erwähnten FordPass-App ist es zudem möglich, Fahrten vorzuplanen und so etwa Ladestationen, Unterhaltungsmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten zu berücksichtigen. Vor dem Losfahren muss dafür die gewünschte Route von FordPass auf das Auto übertragen werden.

Ab Anfang 2021

Premiere feiert das neueste SYNC mit dem Marktstart des Mustang Mach-E Anfang kommenden Jahres. In welchen europäischen Modellen das System anschließend zum Einsatz kommen wird, verrät der Hersteller noch nicht. In Nordamerika etwa ist es auch im neuen Ford Bronco verfügbar. Ob und wann der zu uns kommt, ist bisher nicht entschieden. 

Bildergalerie: Ford SYNC - Neue Generation 2021