Vergessene Studien: Autobianchi Runabout (1969)
Das irre Auto-Boot hatte einen Heckmotor von Fiat ...
Ein Konzeptfahrzeug, das zwischen Land und Meer schwebt. Es handelte sich um den Bertone Runabout oder Autobianchi A112 Runabout, wie er für die heute vergessene Marke aus dem Fiat-Konzern mit dem stilisierten A auf der spitzen Front genannt werden sollte.
Etwas kleiner ist jedoch das B von Bertone, das auf der Seite erscheint, die durch eine hypothetische Wasserlinie in zwei Hälften geteilt ist. Der Runabout war 1969 in der Tat ein Traum von Marcello Gandini, der hier Auto und Motorboot kombinierte.
Der Autobianchi Runabout, obwohl von vielen fast vergessen, existiert immer noch und ist in perfektem Zustand sorgfältig in der ASI Bertone Collection aufbewahrt. Unter anderem wurde er bei der letzten Ausgabe der Oldtimermesse Retromobile in Paris gezeigt.
Bildergalerie: Autobianchi Runabout
Heute wie zur Zeit seines Debüts auf dem Turiner Autosalon 1969 sieht der Runabout wirklich wie ein schnelles Boot auf Rädern aus, mit einem hohen zentralen Überrollbügel, nautisch inspirierter weißer Farbe und einem Heckmotor im Stil eines Außenbordmotors.
Es ist kein Zufall, dass das englische Wort "runabout" sowohl ein kompaktes Vergnügungs- oder Rennboot bezeichnet, das in den 1960er-Jahren in Mode war, als auch ein völlig offenes Auto, das typisch für die Zeit um 1900 war.
Der Stil des Autobianchi Runabout ist typisch für die Zeit Marcello Gandinis und besteht aus keilförmigen Linien, abgerundeten Radkästen und vertikalen "Spiegeln" am Heck. Kenner werden Ähnlichkeiten zu Gandini-Meisterwerken wie dem Lancia Stratos HF, dem Lamborghini Countach entdecken. Formal ähnlich war zudem die Studie NSU Trapeze mit Wankelmotor aus dem Jahr 1973.
Auch der Fiat X1/9 von 1972 weist einige Ähnlichkeiten mit dem Einzelstück auf Autobianchi-A112-Basis auf, wenn auch nur für die kompakten Proportionen und den Mittel-/Heckmotor.
Die zweisitzige Studie von Bertone hat keine Windschutzscheibe und kein Dach, nur einen kleinen Frontabweiser. Auch die Scheinwerfer zugunsten einer reinen Linienführung auf den äußersten Bereich des massiven Überrollbügels verlegt. Zusätzliche Lampen sind jedoch im unteren Teil der Front vorhanden.
Wie eingangs erwähnt, basiert der Runabout auf dem im gleichen Jahr vorgestellten Autobianchi A112, der italienischen Antwort auf den englischen Mini, aber die Mechanik ist völlig anders. Motor vorne und Frontantrieb wurden in Mittelmotor und Hinterradantrieb umgewandelt, zudem stammte der 1,1-Liter-Vierzylinder aus dem Fiat 128.
Der Autobianchi Runabout blieb ein Unikat, denn die Marke, die seit 1967 eine vollständige Fiat-Tochter war, hatte nicht die Absicht, einen solch extremen Flitzer zu produzieren. Zusammen mit dem Autobianchi A112 Giovani bleibt es eines der letzten Konzepte des Mailänder Unternehmens, das damals mit der Einführung des A112 beschäftigt war.
Man verpasste so die Gelegenheit, einen modernen Autobianchi Spider zu schaffen, der den Stellina von 1964/65 hätte ersetzen können. Doch der Fiat-Konzern hatte bereits den Fiat 850 Spider auf dem Markt, 1972 sollte noch der X1/9 folgen.
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