Auch zwei zusammenklappbare Modelle für Reise oder Carsharing sind empfehlenswert

Der ADAC hat 26 neue Kindersitze getestet. Der Großteil der geprüften Sitze überschreitet die gesetzlichen Anforderungen teils deutlich. Dabei prüfte der Automobilclub Sitze für alle Altersklassen auf Sicherheit, Handhabung und Schadstoffe.

Das Ergebnis: Die Babyschale Silver Cross Dream + Dream i-Size Base erhält als einziger Sitz das Urteil "sehr gut", 18 Modelle erreichen "gut" und sechs weitere ein "befriedigend". Das Schlusslicht ("ausreichend") bildet der mit 75 Euro billigste Sitz, der Osann Flux Plus.

Er ist zwar frei von Schadstoffen, zeigt aber Schwächen bei der Bedienung und in der Sicherheit. Erfreulich: keines der getesteten Modelle musste mit "mangelhaft" bewertet werden, und kein Sitz scheiterte am gesetzlich nicht für alle Produkte vorgeschriebenen Seitenaufpralltest.

Familien ohne eigenes Auto, die vermehrt Carsharing nutzen, aber auch solche, die viel mit verschiedenen Autos unterwegs sind, stehen vor dem Problem, dass viele Sharing-Anbieter Kindersitze nicht in allen Leihfahrzeugen zur Verfügung stellen.

Zusätzlich sind herkömmliche Kindersitze oft schwer zu transportieren. Einfache Sitzerhöhungen ohne Rückenstütze sind aber bestenfalls ein Notbehelf für etwas größere Kinder. Sie bieten keinerlei Seitenaufprallschutz. Außerdem ist der Gurt für das Kind nicht optimal positioniert.

Der ADAC hat in seinem aktuellen Test daher auch Modelle untersucht, bei deren Entwicklung nicht nur die Nutzung in einem Fahrzeug im Vordergrund stand, sondern auch der einfache Transport und die platzsparende Lagerung.

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Die beiden zusammenklappbaren Sitze, den Chicco Fold & Go i-Size und den Mifold Hifold Fit and Fold Booster, haben die Tester genauer geprüft. Beide sind für Kinder ab etwa vier Jahren geeignet und erreichen das Urteil "befriedigend". Sie übertreffen damit die gesetzlichen Anforderungen deutlich.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der aufblasbare Nachfolger Hy5.1 TT getestet und ebenfalls mit "befriedigend" bewertet. Er ist für Kinder ab der Geburt bis 18 Kilo (ca. vier Jahre) zugelassen. Bereits 2017 stand der ebenfalls zusammenklappbare Mifold Grab-and-Go (von ca. vier bis zwölf Jahre) auf der Testliste. Er bietet jedoch, wie auch klassische Sitzerhöhungen ohne Rückenstütze, keinen Seitenaufprallschutz und ist deshalb nur als Notbehelf zu empfehlen.

Kleinere Babys bis etwa anderthalb Jahre werden in Babyschalen gesichert, die meisten können heute auf einem Kinderwagengestell montiert werden, so dass der Weg zwischen Wohnung und Fahrzeug problemlos zurückgelegt werden kann und das Baby optimal gesichert ist.

Beim Kauf eines Kindersitzes sollten Eltern zusätzlich zu Testergebnissen berücksichtigen, dass nicht jeder Kindersitz gleich gut in jedes Auto oder zu jedem Kind passt. Daher sollten zum Kindersitzkauf sowohl das Auto als auch das Kind mitgenommen werden, um verschiedene Modelle auszuprobieren. So können schon vor dem Kauf Handhabung und Einbau am eigenen Fahrzeug erprobt werden.

Denn der richtige Einbau ist wichtig, damit der Sitz das Kind bei einem Unfall bestmöglich schützen kann. Die Gurte müssen straff angezogen und Jacken unter dem Beckengurt herausgezogen werden, damit der Gurt möglichst nahe am Körper anliegt. Außerdem müssen Gurte und Rückenstütze regelmäßig an die Größe des Kindes angepasst werden, so der ADAC.

Bildergalerie: ADAC-Kindersitztest (Mai 2020)

Quelle: ADAC