"e" wie emissionsfreie Lieferungen

Opel zeigt den neuen Vivaro-e: Einen vollelektrischer Lieferwagen, der unter anderem gegen den Mercedes eVito und den verstromten VW T6.1 antritt. Der Opel Vivaro-e wird bereits ab Sommer 2020 bestellbar sein und im Laufe des Jahres zu den ersten Kunden kommen. Jetzt gibt es bereits einen Blick auf die Details.

Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:

  • wahlweise bis zu 230 oder 330 Kilometer elektrische Reichweite nach WLTP
  • Elektromotor mit 100 kW/136 PS Leistung und 260 Newtonmeter Kraft
  • verschiedene Ladeoptionen, Bezahlung über Free2Move Services App
  • Mit der myOpel App Ladezustand prüfen und Ladezeiten festlegen
  • Vivaro-e kann Anhängelasten bis zu einer Tonne ziehen
  • Fahrerassistenzsysteme erhöhen Insassenschutz

Der neue Opel Vivaro-e ist der erste rein batterie-elektrische Transporter des deutschen Herstellers. Das leichte Nutzfahrzeug (LCV) sich die Technik mit dem Peugeot e-Expert und dem elektrischen Citroën Jumpy.

"Der neue Opel Vivaro-e ist das erste rein elektrische Nutzfahrzeug, das im Van-D-Segment der mittelgroßen Transporter startet und eine Reichweite von bis zu 330 Kilometern nach WLTP bietet. Er setzt Maßstäbe bei der Benutzerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und der professionellen Ausstattung", sagt Opel-Chef Michael Lohscheller.

Der neue E-Transporter ist genauso variabel und flexibel einsetzbar wie jeder andere Vivaro auch. Die maximale Zuladung liegt nur knapp unter der von vergleichbaren konventionellen Fahrzeugen: Mit bis zu 1.275 Kilogramm schleppt der Vivaro-e fast so viele Lasten weg wie sein Bruder Vivaro Cargo S mit Zweiliter-Dieselmotor (bis zu 1.405 Kilogramm Zuladung).

Außerdem ist der Vivaro-e der einzige Stromer in seinem Segment, der ab Werk mit einer Anhängerkupplung bestellbar ist und Anhängelasten von bis zu 1.000 Kilogramm ziehen kann.

Opel Vivaro-e (2020)

Kunden können zwischen zwei unterschiedlich großen Lithium-Ionen-Batterien wählen. Je nach Bedarf stehen ein Akku mit 75 kWh für eine Reichweite bis zu 330 Kilometer und eine 50 kWh-Batterie für maximal 230 Kilometer nach WLTP zur Verfügung.

Die Batterien bestehen aus 18 respektive 27 Modulen. Da von Anfang an eine batterie-elektrische Version geplant war, sind die Batterien so unter dem Laderaum verbaut, dass sie das Ladevolumen nicht einschränken. Der neue Vivaro-e ist besonders effizient, auch weil er in der Schubphase oder beim Bremsen Energie rekuperieren kann.

Mit einer Leistung von 100 kW (136 PS) und einem maximalen Drehmoment aus dem Stand von 260 Newtonmeter ist der Vivaro-e stärker motorisiert als die meisten anderen E-Transporter in seinem Segment. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 130 km/h begrenzt, was die elektrische Reichweite schont und zugleich der Autobahnrichtgeschwindigkeit in Deutschland entspricht.

Opel Vivaro-e (2020)

Die Batterie befindet sich unter dem Ladeabteil und senkt den Schwerpunkt. Damit verbessern sich die Fahreigenschaften – besonders wertvoll, wenn der Vivaro-e voll beladen ist.

Seine Batterien lassen sich über eine Wallbox zu Hause, Fast Charger unterwegs oder über jede beliebige Steckdose laden. Jeder Vivaro-e verfügt über die Möglichkeit, an einer Schnellladesäule mit 100 kW Gleichstrom geladen zu werden. Damit lässt sich beispielsweise die 50 kWh-Batterie in nur 30 Minuten zu 80 Prozent wieder aufladen. Beim großen 75 kWh-Akku werden dafür lediglich 45 Minuten benötigt.

Wer eher kleine Kreise zieht, kann mit dem serienmäßigen 7,4 kW-Ladeanschluss an jeder Steckdose, bei jedem Zwischenstopp einphasigen Wechselstrom "tanken". Als Option gibt es zudem einen 11-kW-On-Board-Charger für dreiphasigen Wechselstrom, so genannten Drehstrom. Alle Ladevorgänge finden effizient und schonend statt, so dass Opel für die Batterie eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer Laufleistung gibt.

Opel Vivaro-e (2020)

Opel hat den Vivaro-e für die allermeisten Kundenwünsche maßgeschneidert. Es gibt den Stromer wahlweise als klassischen Transporter, als Doppelkabine mit zusätzlich viel Platz für Werkzeug oder Ersatzteile, als Kombi fürs Montageteam oder als Basis für Sonderaufbauten. Bei Fahrzeuggewichten zwischen 2,8 und 3,1 Tonnen trägt der Vivaro-e noch Nutzlasten bis zu 1.275 Kilogramm – trotz der Batterien an Bord.

Der mit 4,60 Meter Länge besonders kompakte Vivaro-e S (Small) schließt dabei die Lücke zwischen Hochdachvans wie dem Opel Combo und dem Transporter-Segment. Mit einem Wendekreis von nur 11,30 Meter ist der "Kleine" besonders wendig und für den innerstädtischen Einsatz prädestiniert. Wie die meisten anderen Varianten auch ist er mit 1,90 Meter Höhe voll tiefgaragentauglich.

Dank der cleveren FlexCargo-Durchlademöglichkeit auf der Beifahrerseite lässt sich beim S das Ladevolumen im Handumdrehen von 4,6 Kubikmeter sogar auf 5,1 Kubikmeter steigern. Damit kann dann Fracht von bis zu 3,32 Meter Länge transportiert werden.

Opel Vivaro-e (2020)

Die weiteren Versionen heißen M (Medium) und L (Large) mit Fahrzeuglängen von 4,95 Meter und 5,30 Meter. Die beiden "Großen" bieten dann Ladevolumina von 5,8 respektive 6,6 Kubikmeter. Hier können Leitern oder Bauholz von bis zu 3,67 oder sogar 4,02 Meter Länge sicher verstaut werden.

Im Cockpit finden sich Ablagemöglichkeiten für beinahe jeden Zweck. Außerdem gibt es eine elektrische Parkbremse, die sich mit nur einem Finger komfortabel anziehen oder lösen lässt.

Die weit öffnenden Heck- und Seitentüren erleichtern das Beladen genauso wie das Ein- und Aussteigen der Passagiere. Besonders praktisch sind dabei die sensorgesteuerten Schiebetüren. Eine Fußbewegung neben dem Vivaro-e reicht, damit die Türen sich automatisch öffnen oder wieder schließen.

Opel Vivaro-e (2020)

Neben einem Head-up-Display verfügt der Vivaro-e über Spurhalteassistenten, Erweiterte Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitswarnung, semiadaptive Geschwindigkeitskontrolle, Frontkollisionswarner und Notbremsassistenten. Ultraschallsensoren an Front und Heck warnen den Fahrer vor Hindernissen beim Einparken und überwachen zudem den toten Winkel. Die 180-Grad-Heckkamera überträgt ihre Bilder auf den Sieben-Zoll-Touchscreen im Cockpit.

Auf den Vivaro-e folgt bei den leichten Nutzfahrzeugen bereits im kommenden Jahr der rein batterie-elektrische Opel Combo-e. Opel wird bis zum Jahr 2024 alle Pkw- und LCV-Baureihen elektrifiziert haben.

Bildergalerie: Opel Vivaro-e (2020)