Fiat belebt Stellantis neu: Auch Opel und Citroën können zulegen
Insgesamt steigert der Konzern seine Auslieferungen im 1. Halbjahr 2026 um 11 Prozent – Premium-Marken schwächeln
Nach Monaten in der Krise ist Stellantis wieder auf Wachstumskurs. Das ist das wichtigste Fazit aus dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht im ersten Halbjahr 2026. Demnach stiegen die weltweiten Auslieferungen des Konzerns in den ersten sechs Monaten des Jahres um elf Prozent. Das entspricht etwa 294.000 Einheiten mehr gegenüber der ersten Hälfte des Jahres 2025.
Insgesamt lieferte Stellantis zwischen Januar und Juni 2026 weltweit 2.958.000 Fahrzeuge aus. In den Ergebnissen sind auch sämtliche außerhalb Chinas verkauften Leapmotor-Modelle enthalten.
Aus Gründen der Detailtiefe konzentriere ich mich jedoch auf das erste Quartal 2026, da hierfür mehr nach Ländern und Marken aufgeschlüsselte Informationen vorliegen. Zudem beziehen sich die von mir für die einzelnen Märkte erhobenen Daten überwiegend auf Verkäufe, Privatkundengeschäft und Neuzulassungen – im Unterschied zu Auslieferungen, also an Dritte wie Händler, Importeure oder Endkunden fakturierten Neufahrzeugen.
Die Wachstumstreiber
Im ersten Quartal verzeichneten mindestens vier der sechs wichtigsten Stellantis-Marken ein kräftiges Wachstum. Fiat übernahm die Führungsposition dank eines Plus von 16 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. Die Italiener (einschließlich Abarth) verkauften zwischen Januar und März rund 324.000 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge und steigerte damit ihr weltweites Volumen um etwa 44.000 Einheiten.
Ein Teil des positiven Ergebnisses erklärt sich durch den Vergleich mit einer besonders niedrigen Basis im ersten Quartal 2025, als Fiat in Europa mit einem deutlichen Rückgang zu kämpfen hatte. Hinzu kommen der starke Verkaufsstart des Grande Panda in Italien sowie weiterhin solide Ergebnisse in Brasilien – trotz der zunehmenden Konkurrenz durch chinesische Marken. Diese beiden Märkte konnten das ausbleibende Wachstum in der Türkei und die Abschwächung in Argentinien ausgleichen, die nach der Region EU+Vereinigtes Königreich+EFTA und Brasilien Fiats dritt- beziehungsweise viertwichtigster Markt sind.
Motor1 Numbers: Fiat haucht Stellantis neues Leben ein
Auch Ram gehörte zu den wichtigsten Wachstumstreibern. Die weltweiten Verkäufe werden auf 152.500 Einheiten geschätzt, ein Plus von 18 Prozent. Dafür sind vor allem deutliche Fortschritte in den USA und Mexiko verantwortlich. Letzteres hat Kanada überholt und ist zum zweitwichtigsten Markt der Marke geworden. Die Rückkehr des V8-Motors hat die Beliebtheit der Pick-ups wieder angekurbelt.
Auch Citroën und Opel trugen zu den guten Ergebnissen bei. Erstere Marke erzielte zweistellige Wachstumsraten in Europa und in der Türkei, ihren beiden wichtigsten Märkten, im Gegensatz zum zweistelligen Rückgang in Brasilien, Argentinien und China. Opel wiederum steigerte sein Volumen um neun Prozent – vor allem dank des guten Beitrags des Frontera. Europa stand für 87 Prozent des weltweiten Absatzes der Marke.
Dagegen verzeichneten Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo, DS und Maserati Rückgänge.
Motor1 Numbers: Fiat haucht Stellantis neues Leben ein
Quelle: offizielle Statistiken nach Ländern, BestSellingCarsBlog.com
Der Autor des Artikels, Felipe Munoz, ist ein erfahrener Analyst der Automobilindustrie und Content Creator von Car Industry Analysis in sozialen Medien.
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