Beurteilen Sie das Auto nicht nach seiner aktuellen Erscheinung, sie dürfte nichts mit dem endgültigen Design zu tun haben

Maserati nennt seine Performance-Maschine einen "Supersportwagen", der eine "natürliche Evolution" des ikonischen MC12 auf Ferrari-Enzo-Basis repräsentiert. Zugegeben, bei Betrachtung dieses seltsam verkleideten Vehikels, das kürzlich auf den Straßen Modenas gesichtet wurde, möchte man nicht unbedingt darauf kommen. Das liegt aber im Wesentlichen daran, dass wir es hier mit einem Versuchsträger zu tun haben, der vermutlich so gut wie gar nichts mit dem finalen Fahrzeug zu tun hat. 

Was ein bisschen aussieht wie ein Alfa Romeo 4C mit einer gefährlichen Leidenschaft für McDonalds, ist in Wirklichkeit der neue MC20. Hier wirkt es in der Tat, als gäbe es eine lose Verwandschaft mit Alfas kleinem Carbon-Sportler. Allerdings mit den Rückleuchten einer Corvette C6. 

Es besteht die Möglichkeit, dass Maserati diese 4C Frankenstein-Edition nutzt, um seinen neu entwickelten Antriebsstrang zu testen, der Herz und Seele des kommenden MC20 werden soll. Er wurde im eigenen Hause erdacht und soll auch dort gebaut werden. Der Klang wirkt auch nicht ganz verkehrt, zumindest das Bisschen, was man zu hören bekommt, während das Auto Italiens Feierabendverkehr bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten in Angriff nimmt.

 

 

Mit dem 4C wird der neue Maser jedoch nichts gemein haben. Er wird ein von Grund auf neu konstruiertes Performance-Auto und das erste neue Auto des Dreizacks seit Jahren. Die Identität des Motors bleibt vorerst ein Mysterium, allerdings besagen Gerüchte, dass es sich um einen Sechszylinder handeln soll. Was auch immer am Ende dabei heraus kommt, das neue Triebwerk  soll offenbar den Weg ebnen für eine ganze Familie an neuen Kraftquellen, die nur für die Nutzung in Maseratis vorgesehen sind. 

Als die Italiener vor kurzem den Namen des neuen Autos bekannt gaben, wurde auch erwähnt, dass der MC20 im altehrwürdigen Werk von Modena gebaut werden soll. In selbiges wird gerade kräftig investiert, weil dort auch ein neu entwickelter Elektroantrieb montiert werden soll. 

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es eine Null-Emissionen-Variante des neuen Supersportlers geben wird, aber es könnte ein Hinweis sein, dass der geistige Erbe des MC12 irgendeine Form der Elektrifizierung erhalten wird. Vielleicht nicht gleich vom Start weg, aber mit ein wenig Verzögerung. 

 

Der Name setzt sich übrigens aus "Maserati Corse" und dem Jahr 2020 zusammen. Der MC20 soll Ende Mai als Teil der "neuen Maserati-Ära" enthüllt werden. Unterdessen hoffen wir, bald auch Prototypen erwischen zu können, die das echte Karosseriekleid des Autos tragen.