Vermutlich heißt er gar nicht "73", aber seine Kraft dürfte überwältigend sein

Es war im Jahr 2001 als Mercedes und AMG die Bezeichnung "73" einstampften. Es war das Ende des extrem seltenen SL 73, dem Roadster, der den gleichen 7,3-Liter-V12 unter der Haube hatte wie der Pagani Zonda. Fast zwei Jahrzehnte später spekuliert die Autowelt nun über die Rückkehr der mächtigen Zahlenkombination. Die "73", so wird gemutmaßt, soll in der neuen Flaggschiff-Version des AMG GT 4-Türers Einzug halten, allerdings nicht mit einem Zwölfzylinder, sondern mit einer Hybrid-Variante des 4,0-Liter-Biturbo-V8.

Mercedes-AMG hat den bärenstarken Plug-in-Hybrid bereits für 2020 angekündigt. Unseren Informationen nach wird er aber wohl gar nicht GT 73 heißen. Wahrscheinlicher ist, dass es bei GT 63 S bleibt. Dazu käme dann eine Zusatzbezeichnung wie "EQ-Performance". 

Unterdessen haben unsere Erlkönigjäger den neuen Gegner des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid bei Tests nahe des Polarkreises erwischt. Er sieht genauso aus wie der GT 63 S. Bei näherem Hinsehen scheint der Heckstoßfänger nun jedoch eine Klappe für den Ladestecker zu beinhalten, ähnlich wie wir das von anderen Mercedes-PHEVs wie dem C 300 de kennen. 

Sie erinnern sich vielleicht: Vor knapp drei Jahren zeigte Mercedes auf dem Genfer Autosalon die Studie GT Concept, die später zum GT 4-Türer wurde. Deren Hybrid-Setup aus deftigem V8 und einem an der Hinterachse montierten E-Motor sorgte beim Showcar für einen Output von brachialen 816 PS. Affalterbach hat bestätigt, dass der elektrifizierte Antrieb in einem Serienauto kommen werde, die genauen Leistungsdaten kennen wir allerdings noch nicht.  

Gerüchten zufolge geht es aber in Richtung 800 PS. Das wären dann nochmal signifikant mehr als im bisherigen Topmodell GT 63 S mit seinen 639 PS. Das Drehmoment von 900 Nm dürfte ebenfalls überboten werden. Allerdings wird das Plus an Hardware (E-Motor und Batterie) auch kräftig an der Gewichtsschraube drehen. Aus den knapp 2,1 Tonnen des GT 63 S dürften dann eher 2,4 Tonnen werden. 

Was das für die Beschleunigung bedeutet? Derzeit geht der 63 S in 3,2 Sekunden von 0-100 km/h. Womöglich lässt die Mehrleistung des Hybrids diesen Wert trotz des zusätzlichen Hüftspecks auf unter drei Sekunden sinken. 

Wenn Mercedes den GT 73 (oder wohl eher den GT 63 S EQ-Performance) enthüllt, dürfte er sich durch ein paar dezente Designänderungen vom GT 63 und GT 63 S abheben. Die rein elektrische Reichweite ist noch völlig unbekannt. Der Preis ebenfalls. Allerdings dürfte er nochmal deutlich höher sein als die knapp 170.000 Euro, die man derzeit mindestens für einen GT 63 S hinlegen muss. 

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