Die letzten Jahre leitete er erfolgreich Seat

Renault zieht einen Schlußstrich unter die Ära Ghosn: Luca de Meo wird zum 1. Juli 2020 neuer Vorstandsvorsitzender der Renault S.A. und Präsident der Renault S.A.S.. Die Nachricht von der Ernennung de Meos war bereits in den letzten Tagen in Umlauf gebracht worden.

Der ehemalige Chef von Seat ist jedoch durch einen Wettbewerbsverbotsvertrag mit dem Volkswagen-Konzern gebunden und wird deswegen erst ab Juli 2020 sein Amt als neuer Vorstandsvorsitzender bei Renault antreten.

Dies ist ein wichtiger Wendepunkt für den Renault-Konzern. Die Verhaftung von Carlos Ghosn im November 2018 war der Beginn einer unsicheren Zeit, in der die Konzernleitung häufig wechselte. Zunächst übernahm Thierry Bolloré, der zum CEO ernannt wurde; dann beendete Bolloré im Oktober 2019 seine Amtszeit. Clotilde Delbos wird zunächst weiter als Interim-Vorstandsvorsitzende des Unternehmens tätig sein und anschließend die Position der Deputy Chief Executive Officer einnehmen.

Der Italiener Luca De Meo, 52, ist der erste Ausländer an der Renault-Spitze, da Carlos Ghosn, obwohl im Libanon geboren, auch einen französischen Pass hat. Viel wird von ihm erwartet, er hatte seine Karriere als Manager bei Renault begonnen, wechselte dann aber zu Toyota, Fiat (wo er so eng mit Sergio Marchionne zusammenarbeitete, dass von ihm als möglichem Nachfolger gesprochen wurde), bis er die Nummer eins bei Seat im Volkswagen-Konzern wurde.

Bis Juli wird De Meo warten müssen, seine Rolle bei Renault wahrzunehmen, um wichtige Informationen der Konkurrenz nicht preiszugeben. Seit 2015 hatte er das Amt als Seat-Chef inne. Außerdem wird die Aktionärsversammlung von Renault erst im April die Position des CEO definitiv bestätigen.

Seine Bestätigung dürfte jedoch mit Sicherheit erfolgen. Die mit Seat erzielten Ergebnisse (Verkaufsrekord mit einem jährlichen Wachstum von 11 Prozent im Jahr 2018) wurden sehr geschätzt, und er konnte auch das Image der Marke durch die Stärkung der sportlichen Seite (man denke an die Marke Cupra) verbessern. Die Herausforderungen bei Renault werden daher nicht lange auf sich warten lassen.