Günstige Version des neuen Offroaders soll 2021 starten

Der neue Land Rover Defender startet im Frühjahr 2020, bestellen kann man das Auto bereits. Die Preise sollen bei 49.700 Euro beginnen; dafür gibt es den Defender 90. Der Konfigurator erhält bisher aber nur den Defender 110; die Preise beginnen hier bei 55.600 Euro. Doch mit diesen beiden Versionen ist offenbar noch nicht Schluss, wenn man einem Bericht von Autocar Glauben schenkt.

Nach der britischen Website will Land Rover seine Palette in den nächsten fünf Jahren (also bis 2025) am oberen und unteren Ende erweitern. Am günstigen Ende soll es einen neuen Baby-Defender mit dem internen Code L860 geben. Mit rund 30.000 Euro soll er der günstigste Land Rover überhaupt werden. Den Evoque gibt es erst ab etwa 38.000 Euro, den Discovery Sport gibt es ab rund 37.000 Euro.

Optisch orientiert sich das neue LR-Einstiegsmodell am normalen Defender, aber auch am Ur-Defender, der von 1948 bis 1958 gebauten Series I. Doch soll das neue Modell laut Autocar nicht Teil der Defender-Palette sein, sondern einen ganz anderen Namen erhalten, möglicherweise Land Rover 80. Das passt zu dem Verweis auf den Ur-Defender, der ja bekanntlich auch offiziell nicht Defender hieß, sondern Land Rover Series I. Auch die Zahl 80 deutet auf die Series I hin, denn die hatte einen Radstand von 80 Zoll.

Technisch soll das Auto auf einer neuen Plattform namens Omega-Arc (Optimal Modular Efficient Global Advanced Architecture) basieren, die von der Konzernmutter als Unterbau für den Tata Harrier verwendet wird, ein seit 2019 angebotenes SUV.

Der Baby-Defender soll 2021 starten und könnte gegen Autos wie den VW Tiguan antreten, aber auch Premiummodelle wie den BMW X1. Wichtig ist ein solches Modell auch, weil es die scharfen CO2-Regeln der EU leichter einhalten könnte als der größere normale Defender.

Die Marke hat mit 130 Gramm allerdings ohnehin einen weitaus höheren Flottengrenzwert als andere Marken, die 95 Gramm oder noch weniger erreichen müssen. Laut Autocar liegt das daran, dass die Marke jährlich weniger als 300.000 Autos in der EU verkauft.

Aber auch die 130 Gramm sind für die Marke mit ihren großen SUVs und Geländewagen nicht leicht zu erreichen. Angetrieben werden soll das Auto von den geplanten Ingenium-Dreizylindern mit 1,5 Liter Hubraum.

Bisher gibt es nur Ingenium-Motoren mit vier und sechs Zylindern. Auch ein Plug-in-Modell auf Basis des Dreizylinders wäre eine Option. Dazu käme wahrscheinlich ein Frontantrieb, so Autocar. Gebaut werden soll das Auto nicht in Großbritannien, sondern im neuen slowakischen Werk der Marke. Vorgestellt werden soll das Auto erst im ersten Quartal 2021.

Weniger Informationen gibt es zu dem neuen Modell, das die Land-Rover-Palette am oberen Ende erweitern soll. Das neue Land-Rover-Flaggschiff soll offenbar als Defender Sport vermarktet werden, ist jedoch noch volle vier Jahre von der Enthüllung entfernt, so Autocar.

Es soll sich um ein rein elektrisch angetriebenes Auto mit luxuriösem Interieur und einem sechsstelligen Preis handeln. Basis ist die neue Plattform namens MLA (Modular Longitudinal Architecture), eine Plattform für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Mildhybride, die auch den geplanten, rein elektrisch angetriebenen Jaguar XJ tragen soll. 

Bildergalerie: 2020 Land Rover Defender: Frankfurt 2019