Zuerst als Rufbus für den Speckgürtel großer Städte?

Kennen Sie den e.Go Life? Das ist ein Kleinstwagen mit Elektroantrieb, für den Prof. Günther Schuh von der RWTH Aachen verantwortlich ist und der bereits seit diesem Frühjahr ausgeliefert wird. Noch nicht ganz so weit ist der e.Go Mover, ein autonom fahrender Shuttle-Bus, den wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Der Mover bietet mit zehn Sitzen und fünf Stehplätzen Raum für bis zu 15 Personen. Die Grundfläche ist mit 4,94 mal 2,02 Meter aber nicht viel größer als bei einer Mercedes S-Klasse -- so wird Verkehrsfläche eingespart.

Für den Antrieb sorgt die Skateboard-Plattform vom Autozulieferer ZF. Der E-Motor bietet 150 Kilowatt (204 PS), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 60 km/h. Eingebaut wird ein 60-kWh-Akku. Da im Busbetrieb neben dem Antrieb die Klimatisierung viel Energie kostet, gibt e.Go statt der elektrischen Reichweite die Betriebszeit an. Sie beträgt maximal zehn Stunden.

Der Mover soll in Zukunft autonomes Fahren Level 0 und Level 4 beherrschen. Level 0 bedeutet, ein menschlicher Fahrer lenkt, während Level 4 heißt: Der Fahrer wird nur noch selten zum Übernehmen des Steuers aufgefordert. Zunächst soll der Shuttle-Bus mit Fahrer eingesetzt werden, zum Beispiel als Ruf-Bus im Auftrag von öffentlichen Verkehrsbetrieben. Der Level 4 könnte später folgen.

e.Go Mover (2019)
e.Go Mover Lux

Im Herbst 2019 soll der e.Go Mover zunächst in Aachen und dann in Friedrichshafen in den Testbetrieb gehen. Danach stehen ausgewählten Städten und Mobilitätsanbietern Testfahrzeuge im Vorserienstand zur Verfügung, die auf festgelegten Strecken Daten für das autonome Fahren einfahren, das Verhalten der Mover beim hochautomatisierten Fahren ermitteln und die Akzeptanz der Nutzer herausfinden. Eine zweite Variante ist der Mover Lux, eine Nobelversion mit nur vier Sitzen. 

Bildergalerie: e.Go Mover (2019)