Sonderausstellung zeigt besondere Varianten des 914

Als erster deutscher Hersteller brachte Porsche im Jahr 1969 mit dem 914 einen serienmäßigen Mittelmotor-Sportwagen auf den Markt. Dieses Jubiläum nimmt das Werksmuseum in Stuttgart nun zum Anlass für eine fünfwöchige Sonderschau. Sie startet am 2. Juni mit dem „Typisch Porsche Tag“, zu dem alle Fans des legendären Zweisitzers eingeladen sind. Bereits jetzt haben sich mehr als 120 Besitzerinnen und Besitzer von privaten 914-Modellen, darunter auch Mitglieder der Clubszene, angekündigt. Am „Typisch Porsche Tag“ ist der Eintritt frei.

Wie vielfältig der 914 ist und welchen Kreationen er als Basis diente, zeigen die zwölf spektakulären Exponate der Sonderausstellung. Dort sind nicht nur die Serienmodelle 914/4 mit VW-Vierzylindermotor und 914/6 mit Porsche-Sechszylinder zu sehen. Auch der erste jemals gebaute 914 und einer der beiden Porsche-Prototypen mit bis zu 300 PS starkem Achtzylinder-Rennmotor werden gezeigt. Ebenso wird der 914/6 GT ausgestellt sein. Das erste Safety Car der Welt – versehen mit neuen Sicherheitssystemen und einer modernen Feuerlöschanlage – wurde 1972 der Obersten Nationalen Sportbehörde (ONS) zur Verfügung gestellt. Aus privater Hand stammt ein Umbauprojekt mit 350 PS starkem V8-Motor aus einem 928 GTS sowie ein 916. Der VW-Porsche inspirierte darüber hinaus den berühmten Auto-Designer Albrecht Graf von Goertz und den französischen Karossier Heuliez zu eigenen 914-Sportwagen-Kreationen, die ebenfalls zu sehen sein werden.

Mitte der 1960er Jahre zielte Porsche darauf ab, seine Marktposition mit einem Sportwagen im vielversprechenden Segment unterhalb des 911 zu erweitern. Alleine wäre dem kleinen Unternehmen ein solches Projekt jedoch nicht möglich gewesen. In Volkswagen fanden die Zuffenhausener einen Partner, denn VW war zeitgleich auf der Suche nach einem Nachfolger für sein in die Jahre gekommenes Sportcoupé Typ 34, besser bekannt als Karmann Ghia. Ferry Porsche und VW-Direktor Heinrich Nordhoff einigten sich Mitte der 1960er Jahre per Handschlag auf eine Projektverteilung. Als Nordhoff 1968 überraschend verstarb, drohte das Projekt zu kippen. Mit dem neuen Geschäftsführer von VW, Kurt Lotz, erarbeitete Ferry Porsche eine Lösung: Beide Unternehmen gründeten die VW-Porsche Vertriebsgesellschaft. Diese vermarktete das Projekt auf dem europäischen Markt als VW-Porsche. Erhältlich war er in zwei Versionen: als 914 mit Vierzylindermotor von Volkswagen und als 914/6 mit einem Sechszylinder von Porsche.

50 Jahre Porsche 914

Ein Dreifachsieg beim Marathon de la Route 1970 auf dem Nürburgring wurde zum größten Erfolg der 914-Werkswagen. Viele Siege gehen außerdem auf den Kundensport zurück. Die Sechszylinderversion startet in den USA erfolgreich in verschiedenen Rennserien und fährt mehrere Klassensiege ein. In Europa gewann 1970 ein 914/6 GT vom Team Sonauto die GT-Klasse in Le Mans.

Der unverwechselbare Zweisitzer mit dem charakteristischen Targa-Dach war vor allem für jüngere Käuferschichten gedacht. Mit einem Grundpreis von anfangs 11.955 DM entwickelte sich die Porsche-914-Modellreihe zu einem Verkaufsschlager. Zwischen 1969 und 1975 wurden vom 914 in der Vierzylinder-Version 115.631 Exemplare gebaut. Die meisten Fahrzeuge wurden in die Vereinigten Staaten exportiert, wo der 914 als reiner Porsche ohne den VW-Namenszusatz vermarktet wurde. In den USA wurde der 914 im Jahr 1970 zum „Importauto des Jahres“ gewählt. Exklusiver dagegen der 914/6: Nur 3.338 Mal wurde in den Jahren 1969 bis 1972 produziert, auch weil ihn preislich nicht viel vom 911 T mit ähnlichem Motor trennte.

Bildergalerie: 50 Jahre 914: Porsche Museum feiert den Mittelmotor-Sportwagen