Neue Generation mit bis zu 452 Kilometer Reichweite nach WLTP-Norm

Die dritte Generation des Kia Soul steht in den Startlöchern. In Europa wird sie ausschließlich mit Elektroantrieb angeboten, wie schon im Herbst 2018 in LA bekannt gegeben. Nun gibt Kia die Preise bekannt.

Der auslaufende Soul EV hatte einen 110 PS starken Elektromotor und eine Reichweite von nur 250 Kilometer. Den Nachfolger gibt es (wie den Kia e-Niro) mit zwei verschiedenen Antrieben. Beide bieten mehr Leistung, mehr Drehmoment (395 statt 285 Newtonmeter) und eine höhere Höchstgeschwindigkeit (156 km/h beziehungsweise 167 km/h statt bisher 145 km/h). Am wichtigsten dürfte jedoch die gestiegene Reichweite sein: Jetzt sind bis zu 452 Kilometer drin. Allerdings steigt auch der Preis:

  Reichweite Leistung 0-100 km/h Basispreis
Soul EV 30,0 kWh 250 km (NEFZ) 110 PS 11,3 Sekunden 29.490 Euro
e-Soul 39,2 kWh 276 km (WLTP) 136 PS 9,6 Sekunden 33.990 Euro
e-Soul 64,0 kWh 452 km (WLTP) 204 PS 7,6 Sekunden 37.790 Euro

Aufgeladen wird im besten Fall über das dreiphasige Gleichstrom-Schnellladesystem Combined Charging System (CCS). Bei 100 kW Ladeleistung wird der Akku damit in nur 54 Minuten von 0 auf 80 Prozent aufgeladen. Ansonsten kann man einphasig über den Typ-2-Stecker mit bis zu 7,2 kW aufladen. Allerdings ist das Aufladen an einer einphasigen Säule in Deutschland auf 4,6 Kilowatt beschränkt, wie wir neulich bei unserem Test des Hyundai Kona Elektro herausfanden. Bei der 64-kWh-Version dauert das Aufladen (von 0 auf 100 Prozent) dann laut Kia-Broschüre etwa 15 Stunden.

Zur Verringerung des Stromverbrauchs besitzt der e-Soul eine Wärmepumpe, welche die Abwärme aus dem Kühlsystem des Fahrzeugs nutzt, sowie eine Vorheizung für die Batterie, das aktiviert werden kann, solang das Auto noch am Netz hängt. 

Die Stärke der Rekuperation lässt sich über Lenkrad-Paddles einstellen. Im Single-Pedal-Modus kann man das Auto normalerweise durch bloßes Gas-Wegnehmen bremsen – ähnlich wie beim BMW i3. Eine unseres Wissens völlig neue Idee ist jedoch, dass die Rekuperation sich auch automatisch an das vorausfahrende Auto anpassen lässt, was insbesondere bei steilen Abfahrten nützlich sein soll. Eine "Smart Eco Pedal Guide"-Anzeige in den Instrumenten informiert den Fahrer außerdem in Echtzeit über den Stromverbrauch. Darüber hinaus gibt es ein Fahrmodus-System mit den Betriebsarten Normal, Eco, Eco + und Sport

Die neue Generation ist die erste, die über eine Mehrlenker-Hinterachse verfügt – die Vorgänger hatte eine Verbundlenkerachse. Außerdem hat der Wagen offenbar ein 7,0-Zoll-Display (die so genannte Supervision-Instrumenteneinheit) statt konventioneller Instrumente:

2019 Kia e-Soul

Die Topausstattung Spirit bietet auch ein raffiniertes Ambientelicht, das als impulsgesteuert bezeichnet wird. Was das bedeutet, werden wir am morgigen Dienstag, den 9. April, bei unserem Testtermin herausfinden:

Bildergalerie: Kia Soul EV

Der e-Soul ist der erste Kia in Europa, der das neue Telematiksystem Uvo Connect besitzt. Dazu gehört ein 10,25-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Über eine eigene SIM-Karte ruft das "Kia Live"-System Echtzeit-Stauinformationen, die Wettervorhersage, die Position der nächsten Ladestationen, Parkmöglichkeiten (einschließlich Preis und Verfügbarkeit) und anderes ab. Das System erlaubt auch die Koppelung von zwei Handys über Bluetooth. Dank der Split-Screen-Funktion kann zum Beispiel der Fahrer die Navi-Karte sehen, während der Beifahrer sein Lieblingslied heraussucht. Mit der Uvo-App (für Android- und Apple-Smartphones) kann man zudem diverse Fahrzeugdaten abrufen und Remote-Funktionen wie eine Vorklimatisierung oder den Ladevorgang aktivieren. 

Das neue Elektroauto ist mit 4,20 Meter etwa sechs Zentimeter länger als der auslaufende Soul EV. Es bietet einen Kofferraum von 315 bis 1.339 Liter. Der e-Soul wird in den Ausführungen Edition 7, Vision und Spirit angeboten. Die Basisversion besitzt bereits LED-Scheinwerfer, ein Audiosystem mit 7,0-Zoll-Touchscreen, eine Smartphone-Integration und eine Klimaautomatik.

Der Vorverkauf hat am heutigen 8. April begonnen. Ob die ersten Exemplare (wie bei Kia-Elektroautos offenbar üblich) wieder erst in 12 Monaten ausgeliefert werden, müssen wir sehen. Die markentypische Garantie von sieben Jahren oder 150.000 Kilometer (je nachdem, was zuerst eintritt) gilt jedenfalls auch hier, und zwar auch für den Elektromotor und den Akku. Einen Test zum neuen e-Soul lesen Sie hier ab Mittwoch, 10. April 2019.

Bildergalerie: Kia e-Soul 2019 (deutsche Version)