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Kia zeigt auf der Los Angeles Auto Show den neuen Soul. Die charakteristische, kastenartige Form bleibt bei der dritten Generation des Kleinwagen-SUVs erhalten.Optisch fallen jedoch die wesentlich kleineren Scheinwerfer auf, die durch eine schmale Chromleiste verbunden sind.

Die neue US-Version des Modelljahres 2020 ist mit 4,20 Meter fünf Zentimeter länger als die auslaufende deutsche Variante. Neu in den USA ist ein 2,0-Liter-Saugbenziner mit 147 PS, daneben gibt es einen Turbobenziner. Nach Deutschland kommt allerdings nur die Elektroversion, die ebenfalls in LA debütiert.

Das Elektroauto heißt in Deutschland offenbar nun e-Soul statt bisher Soul EV. Wesentlicher ist, dass der Wagen nun den starken Elektroantrieb aus dem Kia e-Niro erhält. Das heißt, der Elektromotor bringt 204 PS und 395 Newtonmeter Drehmoment. Das ist ein deutlicher Leistungssprung, denn der Soul EV hatte nur 110 PS und 285 Newtonmeter. Ebenfalls vom e-Niro stammt der neue flüssiggekühle Lithium-Ionen-Polymer-Akku mit einer deutlich höheren Speicherkapazität als bisher: Statt 30 kWh sind es nun 64 kWh. Damit dürfte sich auch die Reichweite verdoppeln, die bisher mit 250 Kilometer (NEFZ) angegeben wurde.

Wie beim Vorgänger ist der Ladeanschluss in die Blende integriert, die den Kühlergrill ersetzt. Aufgeladen wird per CCS-Schnellladesystem (Combined Charging System). Dieses System ermöglicht sowohl Laden mit Wechsel- als auch mit Gleichstrom. Zur Verbindung wird hierfür in Europa normalerweise ein Typ-2-Stecker verwendet. Damit sind Ladeleistungen bis zu 3,6 kW Wechselstrom und bis zu 22 kW Gleichstrom möglich.

Fortschritt gibt es auch beim Fahrwerk. Hier wird hinten statt der bisherigen Verbundlenkerachse nun eine aufwendige Mehrlenkerachse eingesetzt. Die ebenfalls neue Fahrmodus-Wahl mit den vier Einstellungen Komfort, Sport, Eco und Eco+ beeinflusst Rekuperation, Klimatisierung und Höchstgeschwindigkeit. Wer will, kann die Stärke der Rekuperation über Wippen am Lenkrad modifizieren. Die stärkste der vier Stufen bremst den e-Soul ausschließlich per Rekuperation bis zum Stand ab, man muss also das Bremspedal nur noch im Notfall benutzen. Darüber hinaus kann sich das intelligente System auch am vorausfahrenden Verkehr orientieren und den Abbremsvorgang maximal energieeffizient gestalten.

Im Cockpit findet sich statt eines konventionellen Wählhebels ein Drehrad (Shift by Wire). Außerdem gibt es einen 10,25-Zoll-Touchscreen. Erstmals in Europa setzt Kia außerdem das neue Telematiksystem UVO ein, mit dem man Echtzeitinformationen zu Ladestationen abrufen und den Ladevorgang programmieren kann. Zudem werden damit im Notfall Rettungsdienste benachrichtigt. Für Sicherheit sorgen im e-Soul Frontkollisionswarner mit Notbremsassistent, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner, Querverkehrwarner und ein Abstandstempomat mit Stop-and-go-Funktion. Der e-Soul startet in Deutschland im ersten Halbjahr 2019. Die Preise dürften gegenüber dem bisherigen Niveau (ab 29.490 Euro) deutlich steigen -- vor allem die größere Batterie dürfte ihren Tribut fordern.

Bildergalerie: Kia Soul 2020 (USA)