Der DD2.JZ von Tuner Dotz ist ein sehr furchteinflößendes Z4 Coupé

Auf der Essen Motor Show 2018 zeigt Felgenhersteller Dotz erstmals sein fertiggestelltes Projektauto DD2.JZ. Jetzt mag sich der Tuningfan vielleicht denken: "Hm ... Essen Motor Show, ein großer Tuner hat ein Auto aufgebaut ... 50 andere wahrscheinlich auch ... warum sollte mich das interessieren?" Nun, weil es dieser "alte" BMW wirklich in sich hat. Und zwar nicht nur wegen seines extrovertierten Blechkleids, sondern vor allem aufgrund seins Antriebsstrangs. In diesem Z4 Coupé steckt der Motor aus einem Toyota Supra MK IV (genau, die berühmte Fast-and-Furious-Supra).

Wie man auf die Idee kommt, den Antrieb aus einem 90er-Nippon-Sportwagen in ein bayerisches Coupé aus den 00er-Jahren zu stecken? Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, haben sich BMW und Toyota vor einigen Jahren zusammengetan, um auf einer gemeinsamen Plattform Sportwagen zu bauen - einen neuen Z4 und eine neue Supra. Beide sind nun fertig (die Supra so gut wie), bereits bestellbar und kommen im Laufe des Jahres 2019 auf den Markt. Für Dotz war das offenbar Anlass genug, eine ganz eigene Z4-Supra-Verschmelzung zu organisieren.

Weil die Firma Dotz der Tuningbranche zugehörig ist, konnte das Supra-Aggregat aber freilich nicht Serie bleiben. Daher befreite man den 2JZ-GTE-Dreiliter-Reihensechszylinder von seinen beiden Werks-Turboladern und sattelte auf nur noch einen Garrett-GTX-4088R-Turbo um. Dazu kommen ein neuer Abgaskrümmer, ein neuer Ladeluftkühler sowie eine speziell angefertigte 4-Zoll-Abgasanlage samt passender Downpipe. Auch das Krafstoffsystem und die Motorsteuerung sind komplett neu. Bei einem Ladedruck von 1,5 bar liefert der Dotz-Z4 nun 608 PS und 720 Nm an die Hinterräder. 278 PS und 279 Nm mehr als vorher. Geschaltet wird über eine manuelle Sechsgang-Box von Getrag.

Dotz DD2.JZ BMW Z4 Coupe
Dotz DD2.JZ BMW Z4 Coupe

Beim Fahrwerk setzt der Supra-Z4 nicht etwa auf ein Gewindefahrwerk, sondern auf eine Luftfederung der Experten von Lowrider.at. Das erklärt auch warum die eigens fürs Showcar gefertigten Räder beinahe von den Kotflügeln verschluckt werden. Bei den Felgen handelt es sich wenig überraschend um Dotz-Erzeugnisse. Die geschmiedeten Dreiteiler heißen "Misano Concept" und sind in den Größen 9 und 10,5x19 Zoll mit 235er- und 275er-Vredestein-Pneus montiert. Kaufen wird man die edlen Rundlinge übrigens nicht können. Eine einteilige Variante ist aber bald erhältlich. Für das adäquate Einfangen der 608-PS-Maschine ist eine Sechs-Kolben-Rennbremse von K-Sport zuständig. Und weil der DD2.JZ auch als Driftauto herhalten soll gibt es ein Wisefab Lenkungskit, das unter anderem deutlich mehr Lenkwinkel zulässt, sowie eine hydraulische Handbremse mit Fly-off-Hebel.

Falls Sie sich fragen, warum dieser BMW so unglaublich breit und wuchtig aussieht - das liegt am handgefertigten Carbon-Breitbaukit von Slek-Design. Für die Lackierung sorgte der Airbrush-Künstler Knud Tiroch. Im Innenraum dieses brachialen Z4 Coupés verbaute das Dotz-Team eine geschraubte Sicherheitszelle von Wiechers, Bride-Schalensitze mit spezialangefertigten Sitzkonsolen sowie Takata-Sechspunkt-Renngurte. Außerdem hüllte man alles, was ging, in Alcantara. 

Bis zum 9.Dezember kann die bayerisch-japanische Tuningfusion noch auf der Essen Motorshow begutachtet werden. Auch 2019 wird Dotz den DD2.JZ auf diversen Tuningveranstaltungen dabei haben. 

  

Bildergalerie: Dotz DD2.JZ BMW Z4 Coupe