Audi schenkt dem RS 5 zwei Extra-Türen. Aber es gibt einen Haken

Keine Nische ist zu klein, damit nicht irgendein deutscher Premiumhersteller sofort hinein hüpft. Auf der New York Auto Show 2018 (für das Publikum geöffnet vom 28. März bis 9. April) steht der allerneueste Beweis in Form eines sehr nischigen, schnellen, neuen Audi. Sagen Sie Hallo zum Audi RS 5 Sportback, dem neuen Bruder des Audi RS 5 und Audi RS 4 Avant. Sie kriegen Ihre ultraschnelle Audi-Mittelklasse jetzt also als fünftürigen Kombi, als zweitüriges Coupé und als fünftüriges Limousinen-Coupé. Hoffentlich raucht Ihr Hirn nicht ab, wenn Sie beim Händler stehen und einfach nicht wissen, für welchen Sie sich entscheiden sollen.

Ein bisschen Stoff für Nostalgiker
Der Vorteil für alle Nostalgiker ist: Näher als mit diesem Modell werden Sie einer RS 4 Limousine nicht kommen. Wenn Sie also immer noch dem hervorragenden RS 4 B7 hinterher trauern – hier kommt Ihr Trostpflaster. Ein extrem attraktives Trostpflaster wohlgemerkt, denn die schneidige Sportback-Karosse schmeichelt dem Auge ja schon ohne die mächtigen RS-Schürzen, die 15 Millimeter breiteren Radhäuser, die gewaltigen Räder (19 oder 20 Zoll) und die ovalen XXL-Auspufftröten. Ist das ganze Zeug dabei, wird es definitiv nicht schlechter. Vor allem nicht im gezeigten Sonoma Grün.

450 PS, 600 Newtonmeter
Unter der Haube gibt es – wenig überraschend – das, was wir schon vom RS 5 und RS 4 Avant kennen: Einen sehr motiviert anreißenden 2,9-Liter-Biturbo-V6 mit 450 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Der verteilt seine Kraft via Achtgang-Automatik auf alle vier Räder. Und zwar im Verhältnis 40:60. Tritt irgendwo Schlupf auf, kann das Drehmoment aber auch variabler aufgeteilt werden. Bis zu 85 Prozent nach vorne und bis zu 70 Prozent nach hinten. Vermutlich, weil Audi den RS 5 Sportback in den USA vorgestellt hat, gibt es erst mal nur einen 0-60-mph-Wert (0-96 km/h). Dieser liegt bei 3,9 Sekunden. Wer RS 5 oder RS 4 mal durchgemessen hat, weiß aber, dass dieser Wert selbst für einen 0-100-km/h-Sprint eher konservativ gewählt ist. Aus unserer Erfahrung sei gesagt: So ein RS 5 geht auch gerne mal in 3,6 Sekunden auf Landstraßentempo. Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens bei 250 km/h. Optional sind auch 280 Sachen drin.

Wann kommt der RS 5 Sportback zu uns?
Wie man den neuen RS 5 Sportback noch von den schwächeren Sportbacks unterscheiden kann? Nun, er liegt bahnbrechende sieben Millimeter tiefer als der S5. Und er kommt gegen Aufpreis mit RS-Sportfahrwerk, Keramikbremse oder Dynamiklenkung mit RS-Abstimmung. Mit 1.840 Kilo ist auch der stärkste Sportback kein Leichtgewicht, aber auf einer feuchten Straße dürfte er Mercedes-AMG C 63 und BMW M3 trotzdem ganz schön einheizen. Und jetzt zum dicken Haken an der ganzen Sache: Ja, wir Europäer müssen uns noch ein wenig gedulden. Wie lange, können wir ehrlicherweise noch nicht sagen. Audi bestätigt lediglich, dass der RS 5 Sportback in den USA und Kanada in der zweiten Jahreshälfte 2018 auf den Markt kommt. Da der neue Audi-Sport-Chef Michael-Julius Renz den ersten RS 5 Sportback allerdings als „echtes Weltauto, mit dem wir alle Märkte erobern wollen“ bezeichnet, wird er schon noch zu uns kommen. Der Preis dürfte sich dann an dem des RS 5 Coupé orientieren. Das startet bei 80.900 Euro.

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